WKN und ISIN begegnen dir überall, wo es um Wertpapiere geht: in der Depot-App, auf der Dividendenabrechnung, in der Steuerbescheinigung und in jedem Sparplan. Beide sind Kennnummern, mit denen sich Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen oder REITs eindeutig identifizieren lassen. Ganz wichtig, denn Namen sind nicht eindeutig: Wer „Vanguard FTSE All-World“ sucht, findet gleich mehrere Varianten, und bei Unternehmen mit Stamm- und Vorzugsaktien wie BMW oder Porsche gibt es zwei verschiedene Papiere unter einem Firmennamen. Heute geht es also mal wieder um Basiswissen zum Thema Börse.
WKN und ISIN im Überblick
| WKN | ISIN | |
|---|---|---|
| Ausgeschrieben | Wertpapierkennnummer | International Securities Identification Number |
| Länge | 6 Stellen | 12 Stellen |
| Zeichen | Ziffern und Buchstaben (seit 2003) | 2 Buchstaben Ländercode, 9 Stellen nationale Kennung, 1 Prüfziffer |
| Gültig | in Deutschland | weltweit (ISO 6166) |
| Vergeben durch | WM Datenservice (Frankfurt) | die nationale Vergabestelle des Herkunftslandes, in Deutschland ebenfalls WM Datenservice |
| Beispiel Mercedes-Benz Group | 710000 | DE0007100000 |
| Beispiel Apple | 865985 | US0378331005 |
| Beispiel Vanguard FTSE All-World (thes.) | A2PKXG | IE00BK5BQT80 |
Was ist die WKN?
Die WKN (Wertpapierkennnummer) ist die deutsche Kennnummer für Wertpapiere. Sie besteht aus sechs Stellen und wird von der WM Datenservice in Frankfurt vergeben. Ursprünglich waren WKNs reine Zahlenfolgen wie die 710000 der damaligen Daimler AG (heute Mercedes-Benz Group). Weil die Nummern irgendwann knapp wurden, sind seit 2003 auch Buchstaben erlaubt. Deshalb beginnen die WKNs vieler ETFs heute mit „A“, zum Beispiel A2PKXG beim Vanguard FTSE All-World oder A1JJTD beim SPDR MSCI ACWI IMI.
Die WKN ist praktisch, weil sie kurz ist und sich leicht merken oder in die Suche des Brokers eintippen lässt. Außerhalb Deutschlands kennt sie allerdings niemand. Österreich, die Schweiz oder die USA haben eigene nationale Nummernsysteme (z. B. die Valorennummer in der Schweiz oder die CUSIP in den USA).
Was ist die ISIN?
Die ISIN (International Securities Identification Number) ist das internationale Gegenstück und weltweit eindeutig. Sie ist immer 12 Stellen lang und nach einem festen Schema aufgebaut:
- Stelle 1 bis 2: Ländercode. Zwei Buchstaben nach ISO 3166, z. B. DE für Deutschland, US für die USA, IE für Irland (dort sind sehr viele ETFs aufgelegt) oder LU für Luxemburg.
- Stelle 3 bis 11: nationale Kennnummer (NSIN). Neun Stellen, die von der nationalen Vergabestelle kommen. In Deutschland ist das die WKN, aufgefüllt mit führenden Nullen.
- Stelle 12: Prüfziffer. Sie wird nach dem Luhn-Algorithmus aus den vorherigen elf Stellen berechnet und verhindert Tippfehler.
Am Beispiel der Mercedes-Benz Group siehst du den Zusammenhang gut: Aus der WKN 710000 wird mit dem Ländercode DE, drei aufgefüllten Nullen und der Prüfziffer 0 die ISIN DE0007100000. Bei deutschen Aktien steckt die WKN also immer in der ISIN drin.
Was sagt der Ländercode wirklich aus?
Der Ländercode zeigt, wo das Wertpapier registriert ist, und nicht unbedingt, wo das Unternehmen seinen Sitz hat oder wo die Aktie gehandelt wird. Ein paar Beispiele, die immer wieder für Verwirrung sorgen:
- KY bei chinesischen Aktien: Viele chinesische Unternehmen wie Alibaba oder Tencent sind über eine Holding auf den Cayman Islands registriert, ihre ISIN beginnt deshalb mit KY. Mit dem Handelsplatz hat das nichts zu tun.
- IE und LU bei ETFs: Die meisten in Europa handelbaren ETFs sind in Irland oder Luxemburg aufgelegt, unabhängig davon, ob der Anbieter aus den USA (Vanguard, iShares) oder Deutschland (Xtrackers) kommt. Für dich ist das steuerlich sogar relevant, siehe Teilfreistellung bei ETFs.
- NL bei „deutschen“ Unternehmen: Airbus oder Qiagen haben eine niederländische ISIN, weil die Gesellschaft dort registriert ist.
- US bei ADRs: Hinterlegungsscheine auf ausländische Aktien, die in den USA gehandelt werden, haben eine US-ISIN, obwohl das Unternehmen z. B. aus Japan oder Indien kommt.
Wann ändert sich eine ISIN?
WKN und ISIN bleiben normalerweise über die gesamte Lebensdauer eines Wertpapiers gleich. Es gibt aber Ausnahmen: Bei einer Sitzverlegung, einer Fusion, einem Aktiensplit mit Neuemission oder einer Umfirmierung kann ein Unternehmen eine neue ISIN bekommen. Was dann in deinem Depot passiert und warum das steuerlich meist unproblematisch ist, habe ich am Beispiel von BlackRock im Artikel ISIN-Wechsel beschrieben. Auch bei Kapitalmaßnahmen wie Spin-offs bekommst du neue Papiere mit eigener ISIN ins Depot gebucht.
Und was ist mit dem Ticker-Symbol?
Neben WKN und ISIN siehst du oft noch ein kurzes Kürzel wie AAPL für Apple, MBG für Mercedes-Benz oder VWCE für den Vanguard FTSE All-World. Das ist das Ticker-Symbol. Es ist börsenabhängig, dasselbe Kürzel kann an verschiedenen Börsen für unterschiedliche Papiere stehen, und es ist nicht eindeutig. Für die Suche in der App ist es praktisch, für Abrechnungen, Steuer und Depotüberträge zählt aber immer die ISIN.
Wo finde ich WKN und ISIN?
- In der App oder im Web deines Brokers auf der Detailseite des Wertpapiers
- Auf jeder Kauf-, Verkaufs- und Dividendenabrechnung
- Auf der Website des Unternehmens im Bereich Investor Relations bzw. beim ETF-Anbieter im Factsheet
- Auf Finanzportalen wie finanzen.net, justETF oder extraETF
- In deinem Portfolio-Tracker, z. B. bei Parqet*, wo du Wertpapiere direkt per ISIN suchen kannst
Mein Tipp: Wenn du einen Sparplan anlegst oder eine Aktie kaufst, suche immer nach der ISIN statt nach dem Namen. So landest du garantiert beim richtigen Papier, etwa bei der ausschüttenden statt der thesaurierenden ETF-Variante. Weitere Grundbegriffe erkläre ich im Börsenlexikon.
Häufige Fragen zu WKN und ISIN
Die WKN ist die sechsstellige deutsche Wertpapierkennnummer, die ISIN die zwölfstellige internationale Kennung. Bei deutschen Wertpapieren ist die WKN Teil der ISIN: Ländercode DE, drei Nullen, WKN und eine Prüfziffer.
Zwei Buchstaben für das Land (z. B. DE, US, IE), neun Stellen nationale Kennnummer und eine Prüfziffer am Ende. Beispiel: DE0007100000 für die Mercedes-Benz Group.
Weil die meisten in Europa vertriebenen ETFs in Irland oder Luxemburg aufgelegt sind. Der Ländercode zeigt den Sitz des Fonds, nicht den des Anbieters.
KY steht für die Cayman Islands. Viele chinesische Unternehmen sind dort als Holding registriert, die ISIN richtet sich nach diesem Registrierungsort.
Ja, zum Beispiel bei einer Sitzverlegung, Fusion oder Umfirmierung. Dein Broker bucht das Papier dann automatisch auf die neue ISIN um.
Ein kurzes Börsenkürzel wie AAPL für Apple. Es ist praktisch für die Suche, aber nicht weltweit eindeutig. Für Abrechnungen und Steuer gilt immer die ISIN.
Der Artikel erschien erstmalig im November 2020 und wurde zuletzt im September 2026 aktualisiert.
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14 Kommentare zu „WKN und ISIN: Was die Kennnummern bedeuten und wie du sie liest“