Raspiblitz FULMO

Eigene Lightning und Bitcoin Full Node

Lisa
von Lisa

Wie einige von euch vielleicht bei Instagram vor einigen Wochen gesehen haben, betreibe ich seit einiger Zeit meine eigene Lightning und Bitcoin Full Node.

Das Thema Bitcoin ist unglaublich interessant, vielschichtig und kann teilweise auch sehr kompliziert werden – nicht umsonst gibt es inzwischen so einige Bücher zum Thema, die uns Sinn, Nutzen und Chancen aber auch die Risiken näher bringen, die Bitcoin gegenüber unserem „normalen“ Geld, dem Fiat-Geld, haben soll. Ich würde von mir jetzt nicht behaupten, Bitcoin vollumfänglich verstanden zu haben und in einigen Teilen kratze ich gefühlt noch an der Oberfläche. Aber je mehr ich mich mit dem Thema befasse, desto spannender wird es.

Ich werde in diesem Artikel allerdings nicht näher darauf eingehen, was der Bitcoin ist, sondern will mich viel mehr dem Thema „Node“ widmen. (Leseempfehlung: Der Bitcoin-Standard | Buchvorstellung) Der Transparenz wegen, möchte ich an dieser Stelle allerdings erwähnen, dass sich Bitcoin mit einer Gewichtung im niedrigen einstelligen Prozentbereich in meinem Portfolio befindet und ich zumindest aktuell nicht plane weiter aufzustocken.

Nun aber zum eigentlichen Thema – meine Bitcoin Full Node.

Was ist eine Bitcoin Full Node?

Zunächst muss man zwischen Minern und Nodes unterscheiden. Die Miner sind die Geräte bzw. Organisationen, die mit ihrer Rechenleistung neue Transaktionen, die zu Blöcken zusammengefasst werden, auf der Bitcoin Blockchain verarbeiten, absichern und synchronisieren. Als „Belohnung“ für diesen Dienst erhalten die Miner neue Bitcoin, sowie Transaktionsgebühren. Bis zum Jahr 2140 sollen alle 21 Mio. Bitcoin geschürft sein. Folglich kann man davon ausgehen, dass die Gebühren für Transaktionen direkt auf der Bitcoin Blockchain bis dahin wahrscheinlich immer weiter steigen werden, sodass sich das Mining-Geschäft weiter lohnen wird, selbst wenn alle Bitcoin gemined sind.

Eine Full Node hingegen, kann so ziemlich von jedem betrieben werden, verbraucht nur wenig Strom und ist sozusagen mein persönliches Kassenbuch der Bitcoin Blockchain. Ihre Aufgabe besteht darin die neuen Blöcke, die von den Minern zur Blockchain hinzugefügt werden, zu validieren. Einfach ausgedrückt könnte man fast sagen, dass der Bitcoin bestimmten Regeln bzw. Gesetzen folgt, die du auf deiner Node hinterlegst. Wenn ein Miner jetzt versucht einen neuen Block auf die Blockchain setzen möchte, der die Regeln nicht zu 100% einhält, würde deine Node diesen Block als ungültig erkennen und der Miner, der viel Energie für diesen Block aufgewendet hat, würde leer ausgehen. Die Nodes tragen also zur Sicherheit des Netzwerkes bei. Durch sie wird zudem die extreme Dezentralisierung des Bitcoin Netzwerkes aufrechterhalten, denn auf jeder Node ist die gesamte Blockchain seit dem 1. Block, dem sogenannten Genesis Block, gespeichert.

Was ist eine Lightning Node?

Zusätzlich zu der Bitcoin Full Node betreibe ich auf demselben Gerät eine Lightning Node. Einige von euch werden bestimmt schon mal von dem Lightning Netzwerk gehört haben. Es handelt sich dabei um eine sogenannte „Second-Layer“ Technologie, die quasi auf der Bitcoin Blockchain, dem Main-Layer, aufsetzt. Der Sinn hinter diesen Technologien ist, dass die Transaktionen dort deutlich schneller sind, viel mehr Transaktionen pro Sekunde durchgeführt werden können und die Gebühren deutlich geringer sind, gegenüber Transaktionen die direkt auf dem Main-Layer durchgeführt werden. Gerade für kleine Beträge, wie beispielsweise der Kauf eines Kaffees, wäre es nicht sonderlich ökonomisch, diesen auf dem Main-Layer abzuwickeln. Die Kosten könnten höher sein, als der Kaffee selbst kostet und bis die Transaktion bestätigt und wirklich sicher auf der Blockchain hinterlegt ist, kann einige Zeit vergehen.

Die Bitcoin Blockchain muss langsam und mit kleinen Blöcken geführt werden, da es sonst sehr kostspielig wäre eine Bitcoin Full Node zu betreiben. Um die daraus resultierenden Nachteile auszugleichen, gibt es das Lightning Netzwerk und die Lightning Node verbindet quasi das Lightning Netzwerk mit dem Bitcoin Netzwerk. Sie stellt also einen Knotenpunkt in den Netzwerken dar. Node = Knoten.

Die Lightning Node agiert dabei deutlich anders als eine klassische Bitcoin Node. Wie bereits beschrieben, validiert die Bitcoin Node jede einzelne Transaktion im gesamten Netzwerk. Die Lightning Node hingegen nur diejenigen, die sie direkt betreffen. Das Lightning Netzwerk funktioniert durch eine Vielzahl von Nodes, die untereinander sogenannte „Channel“, also Kanäle öffnen und auch wieder schließen können. Innerhalb dieser Channel können die Bitcoin hin und her geschoben werden. Auf diese Weise werden Transaktionen im Netzwerk weitergeleitet.

Wo bekomme ich eine Node und was kostet sie?

Dafür, dass man nach dem Erwerb einer Node quasi seine eigene Bank ist und es keine zentrale Instanz gibt, die die Regeln für deine Bitcoin ändern kann, ist der Preis eigentlich relativ gering. Folgende Komponenten benötigt eine Full Node:

  • Hardware auf der eine neuere Version von Windows, Mac OS oder Linux läuft – das kann theoretische ein normaler PC sein, häufig wird allerdings eher ein Raspiberry Pi genutzt.
  • Mindestens 2 GB Arbeitsspeicher
  • Eine ausreichend große Festplatte. Ich empfehle mindestens 1 TB. Die Blockchain läuft seit Januar 2009 und seitdem ist sie auf etwas über 500 GB angewachsen – mit 1 TB ist man also voraussichtlich noch einige Jahre auf der sicheren Seite.
  • Eine Internetverbindung (jede normale Internetleitung in Deutschland sollte ausreichend schnell sein).

Wer sich die einzelnen Komponenten nicht selbst zusammenkaufen möchte, kann auch den Weg einschlagen, für den ich mich aus Zeitgründen selbst ebenfalls entschieden habe. Ich habe mir einen RaspiBlitz des Berliner Unternehmens FULMO gekauft.

In meinem nächsten Beitrag werde ich genauer darauf eingehen, wie ich meinen RaspiBlitz eingerichtet habe und dazu eine kurze Anleitung verfassen. Außerdem berichte ich, welche Apps und Erweiterungen ich derzeit installiert habe.

Für diejenigen, die bereits ihre eigene Lightning Node haben und vielleicht einen Channel zu mir eröffnen wollen – Hier ist meine Node ID und ein Link zu meiner Node bei Terminal Lightning:

Öffne einen Channel zu meiner Lightning Node

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Terminal Web

Terminal Web Link

Wie man Channel eröffnet und was ich dabei beachtet habe, werde ich evtl. auch noch in einem Beitrag behandeln, wenn daran Interesse besteht. Habt ihr noch Anregungen, Fragen, Ergänzungen? Dann ab in die Kommentare. 🙂

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3 Gedanken zu „Eigene Lightning und Bitcoin Full Node“

  1. Hallo Lisa,

    wieder ein super Artikel welchen Du verfasst hast.

    Kannst Du vielleicht noch näher auf die Facts beim nächsten Beitrag eingehen?

    Zum Beispiel wie lange die Synchronisierung mit der Blockchain gedauert hat, ob man zusätzliche rewards bekommt wenn man eine Node zur Verfügung stellt etc.?

    Ich freue mich auf Teil 2, Schade das Du aus Zeitgründen nicht die DIY Variante nehmen konntest.

    Liebe Grüße

    André

    Antworten
  2. Hi,
    Danke für den Artikel – sehr interessant! Für mich bleibt eine Frage offen: wozu das Ganze? Einfach aus Reiz an der Technik – würde ich verstehen. Lässt sich damit was verdienen? Die HW ist ja doch recht teurer…
    Oder gibt es andere Vorteile? Danke!

    Antworten
    • Würde mich auch interessieren, welchen tatsächlichen alltäglichen Nutzen eine eigene Node für mich hat. Ich verfolge seit einiger Zeit den Honigdachs Podcast aus Leipzig und bin begeistert mit welcher Begeisterung dort über das Thema gefachsimpelt wird. Allerdings ergeben sich für den Normalo bisher doch recht wenige Nutzungsmöglichkeiten der Technik. Oder kann ich mir damit völlig anonym ein neues Fahrrad vom Händler kaufen?

      Antworten

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