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Quellensteuer als Hindernis

Lisa
von Lisa

Eine immer wieder auftretende Erklärung für den sogenannten „Home Bias“ deutscher Anleger ist das Thema Quellensteuer. Quellensteuer als Hindernis?

Home Bias

Mit Home Bias ist gemeint, dass man beispielsweise als Aktionär in Deutschland nur in deutsche Aktien investiert, da man glaubt sich im eigenen Land am besten auszukennen und es gut einschätzen zu können.

Ende September 2021 hat die EU-Kommission eine Initiative zur Einführung eines EU-weiten Quellensteuerentlastungssystems begonnen um länderübergreifende Investitionen zu fördern.

Quellensteuer

Die Quellensteuer ist eine Steuer auf Kapitalerträge, die man als Anleger in Deutschland an das Quellenland abführen muss. Ein Beispiel zur Abwicklung bei amerikanischen Aktien habe ich hier schon vor einiger Zeit geteilt: Besteuerung US-Dividende | Vergleich mit und ohne Freibetrag.

Kapitalerträge, die im Ausland anfallen, müssen dort in Form einer Quellensteuer versteuert werden. Der ausländische Staat behält diese Steuer i.d.R. ein. Nach Abzug der ausländischen Quellensteuer landet der Betrag dann auf dem deutschen Depot und hier wird anschließend noch die Abgeltungssteuer fällig.

Um die entstehende Doppelbesteuerung möglichst klein zu halten, hat Deutschland mit vielen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen vereinbart. So können bis zu 15 % der ausländischen Quellensteuern in Deutschland auf die Abgeltungssteuer angerechnet werden.

Bei Ländern wie der Schweiz (Quellensteuer 35 %) oder Frankreich (Quellensteuer 28%, Reduzierung möglich auf 12,8 %) wird das Thema Quellensteuer dennoch häufig als Grund genannt, hier ungerne Investitionen zu tätigen.

Quellensteuer Rückerstattung

Es gibt zwar bei vielen Ländern die Möglichkeit, die Erstattung der Quellensteuer zu beantragen, diese stellt sich aber häufig als kompliziert oder langwierig dar. Teilweise kann man hier auf Tools wie Divizend zurückgreifen; schöner wäre jedoch eine generelle Vereinfachung.

EU könnte für Vereinfachung sorgen

Unter dem Titel „Quellensteuern – neues EU-System zur Vermeidung von Doppelbesteuerung“ ist es noch bis zum 26 Juni 2022 möglich, sich dafür einzusetzen.

„Verfahren zur Erstattung von Quellensteuern auf grenzüberschreitende Zahlungen haben sich für Anleger und Steuerverwaltungen als langwierig und kostspielig erwiesen, da die Steuerverwaltungen die Ansprüche auf ermäßigte Quellensteuersätze nur schwer nachprüfen können und elektronische Verfahren fehlen.“

Online-Fragebogen – Mitmachen!

Unter diesem Link haben wir die Möglichkeit uns für eine Vereinfachung stark zu machen. Nach aktuellem Stand sieht die Teilnehmerzahl wie folgt aus:

Die Startseite der Konsultation ist zunächst auf Englisch eingestellt, kann aber zu Deutsch geändert werden.

Inhalte des Fragebogens

  • Sind Sie der Ansicht, dass durch die derzeitige Funktionsweise der Verfahren zur Erstattung der Quellensteuer in den Mitgliedstaaten grenzüberschreitende Investitionen auf dem EU-Wertpapiermarkt behindert werden?
  • Für welche der folgenden Zahlungen ist das Problem ineffizienter Quellensteuerverfahren Ihrer Meinung nach relevant? (Mehrfachnennung möglich)
  • Was sind Ihrer Meinung nach die Probleme mit den bestehenden Verfahren zur Erstattung der Quellensteuer?
  • Welche Folgen haben Ihrer Ansicht nach die bei den Verfahren zur Erstattung der Quellensteuer auftretenden Probleme?

(…)

Besonders die Themen „Mangelnde Digitalisierung der Quellensteuerverfahren und Formulare, die nicht benutzerfreundlich sind“ sind in meinen Augen hier enorm relevant und sollten unbedingt vereinfacht werden.

Nehmt euch 15 Minuten Zeit und nutzt eure Stimme auch wenn der Fragebogen ziemlich mühsam gestaltet ist.

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2 Gedanken zu „Quellensteuer als Hindernis“

  1. Hallo,

    ein sehr guter Beitrag! Besonders der Verweis auf die Umfrage ist, meiner Ansicht nach, sehr, sehr wichtig! Ich habe den Bogen ausgefüllt und hoffe sehr, dass es dem Thema „Investieren & Aktien“ Aufschwung verleiht und die EU diesbezüglich „sich mehr findet“.

    Könnte es sinnvoll sein, dass dieser Beitrag hier z.B. auf Finanzblogroll, aufgrund des Links zum Fragebogen, nochmal gesondert hervorgehoben wird? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass gerade wir alle, die diverse Finanzblogs verfolgen, daran ein Interesse haben, dass das Thema „Investieren etc.“ gefördert wird. Wohlmöglich könnte der Betreiber von Finanzblogroll einfach mal dazu angefragt werden, in der Hoffnung, dass eben noch mehr Leute diesen Fragebogen ausfüllen?

    Viele Grüße

    MarcMitC

    Antworten
  2. Hallo Lisa,

    vielen herzlichen Dank für den interessanten Link. Ich habe gleich an der Umfrage teilgenommen.

    Für uns alle hoffe ich auf eine Verbesserung durch die EU. Mal sehen, was dabei heraus kommt.

    Beste Grüße

    Marc

    Antworten

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