Erfahrungsbericht Divizend Quellensteuerrückerstattung

Mit uns können Sie Ihre ausländischen Quellensteuern bequem zurückfordern. So beschreibt sich Divizend* selbst. Ich habe das einmal mit meiner süßen österreichischen Dividende der Frequentis AG für euch ausprobiert. Im Folgenden schildere ich euch meinen Erfahrungsbericht zur Divizend Quellensteuerrückerstattung.

Zugegeben, das Thema Quellensteuerrückerstattung ist für mich eher ein „leidiges“. Ich habe hier auch geplant für den Prozess der Erstattung bei Dividenden aus der Schweiz noch eine Anleitung zu verfassen. Doch heute geht es erst einmal um das besagte Tool und eine kleine Anleitung dazu.

Kosten?

Für Privatpersonen läuft die Erstattung Transaktionsbasiert. Das bedeutet 17,5 % jedes Rückerstattungsbetrags fallen als Gebühr an. Dafür verspricht der Anbieter: Eine deutliche Erleichterung beim Prozess der Abwicklung.

Selbst habe ich hier mein comdirect Depot* per API verknüpft und anschließend in der Agenda folgende Übersicht erhalten:

Dividende Frequentis

Divizend ermittelt hier automatisch die geflossenen Dividendenzahlungen und das Potential der Rückerstattung. Würde ich es nicht für euch testen, wäre der Betrag fast schon zu gering für die Erstellung, aber so schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Ich bestätige also im Folgenden, dass ich für die gelisteten Dividenden die Erstattung anfordern möchte.

Vorgehensweise Quellensteuererstattung Österreich mit Divizend

Kaufdaten nachtragen

Ein Blick in die Postbox inklusive einer Suche nach der WKN zeigt mir: mein erster Kauf der Aktie fand statt am 14.05.2019. Diesen trage ich also so in das Formular ein.

Stammdaten angeben

Im Folgenden geht es dann um die persönlichen Daten, also Name, Anschrift und auch die steuerlichen Infos.

Um die Auszahlung später erhalten zu können fehlt natürlich auch noch die Angabe (m)einer Kontonummer.

Das Heimatfinanzamt kann anhand der jeweiligen Stadt einfach ausgewählt werden.

Dividendenbelege hochladen

Jetzt ist noch einmal ein wenig Recherche nötig. Für jede erhaltene Dividende, für die eine Erstattung erfolgen soll, wird jeweils ein Beleg benötigt.

Da ich ohnehin eine PDF-Ablage für alle einzelnen Aktien pflege habe ich die Dokumente schnell beisammen. Die Ablage benötige ich außerdem auch für mein Portfolio-Tracking mit Parqet.

Dokumente finden

Alternativ ist es am Beispiel Comdirect auch entspannt möglich, in der Postbox nach der benötigten WKN zu suchen.

Kontoauszüge 

Schließlich muss dann noch ein Beleg für die erhaltenen Zahlungen mittels Kontoauszügen erfolgen.

Hier suche ich mir bei meiner Bank also noch den jeweils nötigen Finanzreport heraus.

Anschließend erfolgt die Eingabe der Zeiträume für die Kontoauszüge.

Ein bisschen „fummelig“ ist es, hier die richtigen Zeiträume festzusetzen. Gibt man den Zeitraum „zu spät“ ein, obwohl die Dividende im passenden Beleg enthalten ist, wird die Fortsetzung abgelehnt. Gffls. muss man hier also „einen Monat früher“ eintragen.

Wenn alles passt, geht es mit „Weiter“ zur Bestätigung der Anhänge.

Hier erhaltet ihr ein vorgefertigtes Dokument mit einer Einleitung und den angehängten Bank-Dokumenten.

Antrag pausieren / später weiter bearbeiten

Solltet ihr in der Zwischenzeit abgelenkt werden oder noch ein paar Unterlagen anderweitig beschaffen müssen, ist das übrigens auch kein Problem. Der bereits begonnene Antrag wird automatisch zwischengespeichert und kann auch unkompliziert zu einem späteren Zeitpunkt weiter bearbeitet werden.

Zahlung

Im nächsten Feld sehen wir nun die zu erwartende Erstattung. Darauf wird die Gebühr in Höhe von 17,5 % der Erstattung auch gleich fällig.

Zahlung

Bequem kann die anfallende Gebühr anschließend per Stripe gezahlt werden.

Ist die Zahlung erfolgt, geht es weiter mit der Wohnsitzbescheinigung. Diese ist nötig, damit der (in diesem Falle) österreichische Staat einen Beleg über eure steuerliche Ansässigkeit erhält.

An insgesamt 3 Stellen im Dokument muss in meinem Fall nun noch eine Unterschrift erfolgen. Damit wird mir hier jeweils eine der potentiellen Erstattungen bestätigt. (3 Dividenden-Zahlungen.)

Nun muss diese Bescheinigung noch ausgedruckt und an das Finanzamt versandt werden. (Manche akzeptieren hier wohlmöglich auch einen Versand per E-Mail, das könnt ihr ggfls. vorher erfragen.)

Automatisch erhaltet ihr auch bereits die richtige Adresse für euer jeweiliges Amt.

Dann heißt es abwarten, bis ihr die Bestätigung vom Finanzamt erhaltet. Sobald ich sie bekommen habe, geht es hier weiter.

10 Tage später:

Mittlerweile habe ich die Ansässigkeitsbescheinigung von meinem Finanzamt erhalten und es kann weiter gehen.

Nun kann ich automatisiert das Anschreiben für die österreichische Steuerbehöre ausdrucken.

Anschließend gilt es dann noch, meine Wohnsitzbescheinigung zusammen mit den soeben ausgedruckten Dokumenten sowie den von Ihrer Bank unterschriebenen Anhängen an die angegebene Adresse zu versenden.

Nun heißt es wieder abwarten. Wenn der Antrag erfolgreich war (oder abgelehnt wurde), kann ich das hier zusätzlich noch angeben.

Ausstehende Erstattungen

Da ich neben österreichischen Aktien auch noch Schweizer-Titel im Depot habe, zeigt mir Divizend hier bereits bequem an, welche sonstigen ausstehenden Erstattungen für mich noch möglich wären. Wie eingangs schon erwähnt, werde ich für die Schweizer Dividenden voraussichtlich einen separaten Artikel verfassen.

Außerdem heißt es im heutigen Divizend-Newsletter: In den kommenden Monaten dürfen Sie sich auf die Implementierung der französischen, irischen und kanadischen Quellensteuerrückerstattung freuen.

Was denkt ihr, würdet ihr das Tool nutzen?

Frequentis AG

Das hier erwähnte Unternehmen hatte ich im September 2020 einmal in einer kleinen Kurzvorstellung hier thematisiert.

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13 Gedanken zu „Erfahrungsbericht Divizend Quellensteuerrückerstattung“

  1. Hallo Lisa, das könnte DAS Tool sein auf das ich jahrelang gewartet habe. Bin gespannt auf deine Erfahrung wenn es dann weiter geht. Interessiert mich sehr, danke dir!

    Antworten
  2. Hallo Lisa,

    prinzipiell finde ich das eine gute Idee.

    Aber für die schweizerischen Dividenden kann mann sich die Gebühren sehr leicht sparen. Das geht über die Web-Seite der Schweizer so einfach, dass man da keine andere „Software“ oder Dienstleistung benötigt. Innerhalb von ein paar Wochen ist das Geld auf dem Konto. Aber Achtung bei Kleinbeträgen: für das Ausstellen des Tax-Voucher können bei den Banken Gebühren anfallen. Zudem können Gebühren für den Eingang auf dem Konto in Schweizer Franken erhoben werden.

    Für andere Länder können, siehe am Beispiel Frankreich, teils sehr hohe Gebühren entstehen, wenn die Depotführenden Clearingstellen zwingend zur Abwicklung benötigt wird.

    Eine gute Übersicht zum Thema bietet diese etwas ältere Webseite.

    https://www.test.de/Quellensteuer-auf-auslaendische-Aktien-So-holen-Anleger-am-meisten-raus-5352586-5352592/

    Mein persönliches Fazit: brauche ich diesen „Service“ wirklich? In meinem Fall nein. Ich mache das direkt mit der Schweiz.

    Beste Grüße

    Marc

    Antworten
    • Hallo Marc,

      danke dir! Von der Einfachheit im Falle der Schweizer Unternehmen habe ich auch schon mehrfach gelesen. Das werde ich auch einmal „selbst ausprobieren“, gibt sicher auch wieder Material für eine kleine Anleitung hier für den Blog.

      Bei Frankreich stimme ich dir zu; vermutlich hat nicht jeder Lust auf ein Depot bei der DKB um die Reduktion zu beantragen, da hier vergleichsweise deutlich höhere Ordergebühren anfallen.

      Danke auch für den Link zur Übersicht! Sehr informativ.

      Liebe Grüße

      Antworten
  3. Hallo!
    Ich bin erst kürzlich auf diese Seite geraten und merke, dass ich echt noch einiges lernen muss. Ich hatte gar keine Ahnung, dass ich mir Quellensteuer zurückholen kann. Wie lange geht denn das? Also auch rückwirkend?

    Vielen Dank

    Antworten
    • Hallo Anne,

      danke dir. Das ist von Land zu Land ein wenig unterschiedlich. In der Schweiz beispielsweise kann man sie noch bis zu drei Jahre rückwirkend fordern. (Mein aktueller Kenntnisstand dazu.)
      Das kannst du aber auch für deinen Bedarf recherchieren. 🙂

      Liebe Grüße

      Antworten
  4. Hallo Lisa,

    ein interessanter Service.
    Ich habe mich nur gefragt, ob Du die Bankbescheinigung kostenlos erhalten wirst?
    Wäre nett, wenn Du deine Erfahrungen teilen würdest.

    Viele Grüße

    Antworten
  5. Hallo Lisa,
    Dein sehr interessanter Beitrag hat mich dazu geführt das Tool ebenfalls anzutesten. Bei der Kontonummer habe ich dann abgebrochen.
    Es ist ein unreguliertes Unternehmen ohne Banklizenz, welches einen Zugriff auf mein Depot (das kann man abwählen), Kontonummer und Steuernummer möchte. Die Erläuterungen zum Datenschutz klingen für mich nicht gerade vertrauensbildend.

    Außerdem ist mir der Mehrwert zu gering, da man den Schriftwechsel weiterhin selbst machen muss und die Zahlung sofort und offenbar ohne Gewähr fällig wird. Das prozentuale Gebührenmodell zielt auf Kleinstanleger und wird bei höheren Dividendensummen unfair. Der Aufwand steigt ja nicht ob 10 € oder 1000 € Rückerstattung.

    Übrigens geht es neben der Schweiz auch in Finnland einfach. Schweiz ist aber der Favorit auch was Schnelligkeit der Rückzahlungen betrifft.

    Fazit: Ich bleibe bei quellensteuerfreundlichen Ländern (D, UK, USA, CH, AUS, JP, FIN, NOR, … und mache es dann wie bisher in der Regel einmal im Jahr mit der Steuerklärung selbst.

    Antworten
    • Hallo Tom,

      danke dir für deinen Eindruck! Zur Rückerstattung in der Schweiz plane ich auch noch eine Anleitung hier im Blog; habe ich selbst auch noch nicht gemacht; kann sich aber auch bei mir mittlerweile lohnen für ein paar Jahre gesammelt.

      Liebe Grüße

      Antworten
      • Hallo Lisa ich bin Fredyausosterwald wir haben schonmal bei Instagramm geschrieben . Ja werde das Tool auf jeden Fall nutzen.

        Nur wo ich mir noch nicht ganz sicher bin ich kaufe bei verschiedenen Brokern meine Dividendenaktien und führe die dann in einem Depot zusammen sollte es eine Dividendenzahlung zwischendurch bei Smartbroker geben während des Depotübertrags das wird ja beim Hochladen meines „Hauptdepots “ nicht mit übertragen kann man das von Hand eingeben das man da eine Dividendenzahlung erhalten hat?

        werde das auf jeden Fall nutzen am sinnvollsten ist es wohl 2-3 Jahre je nachdem zu sammeln und dann in 1 Abwasch zurück zu erstatten.

        Antworten
  6. Hallo Zusammen,
    ich habe auch bei der Frage nach meiner Depotnummer abgebrochen. Stattdessen habe ich erst einmal ein Mail hingeschrieben und nach der richtig harten Nüssen (Dänemark und Irland) und der Bearbeitungsdauer gefragt. Mal sehen was die antworten.
    Schweiz: Top Abwicklung. Du musst Dich nur bei den Schweizer Steuerbehörden registrieren lassen, Wohnsitzbescheinigung vom FA abstempeln lassen, alles zusammen mit dem Rax Voucher der Bank hochladen. Nach 14 Tagen war das Geld OHNE Abzüge auf dem Konto.
    Österreich: Ähnlich gut, wenn Du eine Steuernummer (bekommst Du automatisch nach dem ersten Antrag) hast, ist die Erstattung einfach. Nicht so einfach und so schnell wie die Schweiz, aber auch kostenlos, und mit max. 6 Monaten Dauer noch akzeptabel.

    Dänemark war früher, vor Cux Ex auch einfach, seit Cum Ex ein Trauerspiel. Warte schon 5 Jahre auf eine Rückerstattung. Habe ein Schreiben bekommen, das der Antrag bearbeitet wird und in der Zwischenzeit, der Rückerstattungsbetrag mit 0,0X % verzinst wird. Mein Fazit zu Dänemark. Die Aktien, die ich habe, halte ich, neue werden nicht gekauft.

    Antworten
  7. Hallo Zusammen,
    ich habe auch bei der Frage nach meiner Depotnummer abgebrochen. Stattdessen habe ich erst einmal ein Mail hingeschrieben und nach den richtig harten Nüssen (Dänemark und Irland) und der Bearbeitungsdauer gefragt. Mal sehen was die antworten.
    Schweiz: Top Abwicklung. Du musst Dich nur bei den Schweizer Steuerbehörden registrieren lassen, Wohnsitzbescheinigung vom FA abstempeln lassen, alles zusammen mit dem Tax Voucher der Bank hochladen. Nach 14 Tagen war das Geld OHNE Abzüge auf dem Konto.
    Österreich: Ähnlich gut, wenn Du eine Steuernummer (bekommst Du automatisch nach dem ersten Antrag) hast, ist die Erstattung einfach. Nicht so einfach und so schnell wie die Schweiz, aber auch kostenlos, und mit max. 6 Monaten Dauer noch akzeptabel.

    Dänemark war früher, vor Cum Ex auch einfach, seit Cum Ex ein Trauerspiel. Warte schon 5 Jahre auf eine Rückerstattung. Habe ein Schreiben bekommen, das der Antrag bearbeitet wird und in der Zwischenzeit, der Rückerstattungsbetrag mit 0,0X % verzinst wird. Mein Fazit zu Dänemark. Die Aktien, die ich habe, halte ich, neue werden nicht gekauft.

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