Reverse Split | Börsenbegriffe – am Beispiel Lotto 24

Hallo zusammen!

Heute gibt es eine kleine Erklärung zum Thema Reverse Split – manchmal liest man dazu auch den Begriff Aktienzusammenlegung oder Nennwerterhöhung.

Bei einer Aktienzusammenlegung wird das Verhältnis umgekehrt: Liegt es bei 15:1, so hält man nach der Zusammenlegung nur noch ein Fünfzehntel der Aktien.

Konkret habe ich hier das Beispiel der Lotto 24 AG für euch: Nehmen wir an ich halte 100 Aktien vor der Zusammenlegung, jede einzelne ist aktuell 20€ wert.

Der Gesamtwert meiner Investition liegt also bei 2000€. Das Splitverhältnis ist nun aber nicht 15:1 – Nach der Zusammenlegung heißt das für mich, dass ich nur noch 6,66 Anteile halte, der Kurs der Aktie aber auf 300€ klettert. Auch hier ändert sich der Wert meines Depots nicht. 6,66 Anteile würde man bei einem Reverse Split nicht erhalten, denn: Bruchstücke werden entweder ausbezahlt oder können in seltenen Fällen sogar verfallen. Bei einem bevorstehenden Reverse-Split sollte man sich also frühzeitig informieren und ggfls. die Zahl der Aktien aufstocken oder reduzieren.

..zurück zum Beispiel der Lotto AG:

Am 21.08.2020 wurde ein solcher Reverse Split bei der Lotto 24 Ag vollzogen:

Damit wurde das Grundkapital der Gesellschaft von 24.154.890€ auf nun 1.610.326€ herabgesetzt.

Die alten und nun nicht mehr handelbaren Lotto24-Aktien hatten die ISIN DE000LTT0243, bei den neuen Papieren lautet die ISIN DE000LTT2470. Lotto24 ist ein Anbieter von staatlichen Lotterien im Internet und wurde im Mai 2019 wurde von der ZEAL Network SE übernommen und gehört seitdem zur ZEAL-Gruppe.

Warum wird ein Reverse Split durchgeführt?

Aktienzusammenlegungen können rein aus optischen Gründen durchgeführt werden, wenn die Papiere einen sehr geringen Kurswert haben, was bei Penny Stocks der Fall ist. Denn: viele Anleger meiden Aktien mit niedrigen Kursen

Ein höherer Aktienkurs kann also zum Kauf animieren und dadurch den Kurs der betreffenden Aktie weiter steigern. Allerdings sind Reverse Splits allein zur Kurspflege eher selten.

Meistens kommen wirtschaftliche Gründe dazu: So kann die Aktie unter ihren Nennwert gefallen sein, sodass eine Emission neuer Aktien zur notwendigen Verbesserung der Kapitalausstattung aktienrechtlich ausgeschlossen ist.

Aktienzusammenlegungen sind außerdem im Zusammenhang von Kapitalherabsetzungen zur Unternehmenssanierung bei Schulden vorzufinden.

Dazu ein Beispiel: Erst wird der Nennwert jeder Aktie halbiert. Dann werden die so “entwerteten” Aktien in einem bestimmten Verhältnis, beispielsweise 1:2 zusammengefasst. Anschließend erfolgt eine Eigenkapitalerhöhung durch Ausgabe von sogenannten jungen Aktien zum durch die Kapitalherabsetzung reduzierten Nennwert.

Eine einfache Kapitalherabsetzung ist nur unter strenger Berücksichtigung der Gläubigerrechte möglich. Parallel zu den Kapitalmaßnahmen muss eine Übereinkunft mit den Gläubigern über die Verbindlichkeiten gefunden werden. Neben Kapitalmaßnahmen zur Stabilität ins Straucheln geratener Unternehmen können Aktienzusammenlegungen in Betracht kommen, wenn Stamm- und Vorzugsaktien zu einer Aktienart – entweder Stämme oder Vorzüge – zusammengefasst werden sollen.

Positiv oder negativ?

Eine pauschalte Aussage kann man hier, wie so oft nicht treffen. Reverse-Splits sind weder “grundsätzlich gut” noch “grundsätzlich schlecht”. Man muss immer die jeweilige Situation individuell betrachten.

Bei meiner Recherche habe ich diesen Aktiensplit-Monitor entdeckt, sehr spannend, falls ihr euch weiter darüber informieren möchtet.

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