Mirco von Finanz-Illuminati im Interview

Heute gibt es mal wieder ein Interview – ich habe Mirco ein wenig ausgefragt – viel Spaß mit seinen Antworten.

1. Erzähle den Lesern ein wenig über dich, wie alt bist du was arbeitest oder studierst du und womit beschäftigst du dich hauptsächlich in deinem Leben? (Abseits der Börse.)

Hallo Lisa, danke dir für die Einladung zum Interview. Schön, hier sein zu dürfen. Hauptberuflich arbeite ich im Freizeittourismus und in der Ferienhotellerie. Dazu qualifizieren mich meine Ausbildungen zum Sport- und Fitnesskaufmann, Hotel- und Golfbetriebswirt und noch einige weitere Zettelchen, auf denen drauf steht, dass ich das kann, was ich mache.

Mein Hauptberuf macht mir auch viel Spaß. Doch was passiert, wenn das einmal nicht mehr so ist und mich die Digitalisierung überholt hat? Dann wird es schwieriger einen neuen Beruf zu finden. Es würde also auch schwieriger werden den Lebensunterhalt zu verdienen. Aktuell ist das nicht schlimm, da meine Fixkostenstruktur sehr gering ist. Ich lebe in einer Landeshauptstadt und komme mit öffentlichen Verkehrsmitteln ganz gut von A) nach B) – hab also auch ohne den Kostenfresser Auto die Möglichkeit ganz gut zu leben.

Doch wenn das jetzt alles irgendwann nicht mehr ist oder ich einfach keine Lust mehr habe? Dann hilft mir mein zweiter „Beruf“. Nämlich mein Blog, Podcast, Instagram Account YouTube Channel. Hier befasse ich mich mit dem Thema Finanzen. Das hat nämlich den Vorteil, eines Tages finanziell unabhängig von den Zwängen der Gesellschaft zu sein. Dann hoffentlich auch in einem Land, das ein wenig mehr Sonne hat als hier. Zusätzlich wäre schnelles Internet cool. Jemand eine Idee?

2. Wie bist du zum Thema Aktien, Investieren und der Börse gekommen?

Ja, das Investieren. Inzwischen durfte ich meine Geschichte schon das ein oder andere Mal in Bekannten Podcasts erzählen, wie zum Beispiel dem Investor-Stories Podcast vom Daniel. Oder aber auch dem Erfolgsgeschichten Podcast von Tim Senger, der unter anderem schon Beate Sander und Dr. Dr. Rainer Zitelmann interviewt hat.

Meine Geschichte startete irgendwo im Jahr 2012…oder 2013.. oder so.. die Erinnerung verschwimmt ein wenig. In meiner Ausbildung wurde ich damals nach dem Hoteltarif für Auszubildende bezahlt. Das war ein Brutto von knapp 500€ pro Monat. Dazu noch Kindergeld und das war’s. Wenn die Miete jetzt schon 400€ kostet, dann ist die Frage nach der Kostendeckung nicht mehr fern. Also habe ich schon damals angefangen Blogs und YouTube Kanäle zu erstellen um mir ein paar Euro dazu zu verdienen. Das hat auch ganz gut funktioniert. Doch war das meist ja eine aktive Form der Arbeit. Auch wenn ein einmal veröffentlichtes Video, dir stetigen Cashflow bringt, so ist es dennoch wichtig immer dran zu bleiben. Aber geht das nicht auch irgendwie anders?

Ich habe also den Computer angeworfen und das Orakel von Google befragt. Meine Google Suchanfrage?: „Online Geld verdienen“. Hier entdeckte ich nun den Blog von Holger Grethe. Zendepot. Holger war glaube ich der erste im deutschen Raum, der sich irgendwie mit dem ETF investieren beschäftigt hat. Ein paar schlaflose Nächte später, hatte ich den Blog durchgelesen und auch die ersten Bücher zum Thema gelesen. Das Sparkassen Konto wurde gekündigt und das Konto bei der Comdirect wurde eröffnet. Los gingen die ersten beiden Sparpläne. MSCI World und Emerging Markets.

3. Verfolgst du eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsächlich in deinem Depot? (Setzt du nur auf gewisse Branchen oder bist du sehr diversifiziert?)

Wenn wir uns mein heutiges Depot anschauen, dann sehen wir hier knapp 49 Werte. Davon sind 15 Werte inzwischen auch recht groß. Schauen wir auf Länder- und Branchenverteilung, dann sieht es schon gar nicht mehr so diversifziert aus. 69% des Depots liegen in den USA und 25% bestehen aus Immobilien Aktien. Danach kommt der Lebensmittel und Tabakbereich mit 20%. Dividendenzahler wie British American Tobacco und Imperial Brands fand ich sehr spannend. Auch wenn Imperial Brands aktuell meine größte Minus Position ist, was den Kurs betrifft. Ein paar Jahre noch und Dividenden haben Kursverlust und Kaufpreis ausgeglichen. Danach wird (hoffentlich) gutes Geld verdient. Die Aktie von Imperial Brands war auch die erste Aktie, die mir jemals mehr als 100€ im Quartal ausgezahlt hat. Das war ein tolles Gefühl.

Nichts desto trotz, mein Depot ist im aktuellen Blick gar nicht so stark diversifiziert. Finde ich das schlimm? Nein, schließlich dauert es immer ein paar Jahre, bis ein Depot eine vernünftige Größe erreicht hat. Und meine Aktienkäufe sind monatlich mindestens 1.000€. Positionen baue ich momentan auf maximal 3.000€ pro Position auf. Die versuche ich sehr schnell voll zu kriegen. So wird die Diversifikation irgendwann von alleine kommen.

Mein Fokus möchte ich ein wenig aus den USA raus nehmen. Die meisten ETFs sind schon sehr USA-lastig. Ist die USA grundsätzlich schlecht? Nein, ich denke nicht. Große US Firmen arbeiten multi- und international. Wodurch auch Währungsschwankungen ausgeglichen werden. Dennoch, soll ein Depot nicht nur in einem Land zentriert sein. Ich möchte einige Europa Positionen ausbauen. Hier liegt der Fokus auf den skandinavischen Ländern. Aber auch Frankreich finde ich (trotz ekliger Quellensteuer) interessant. England und die Niederlande haben auch interessante Firmen vor Ort. Nur Deutschland, kommt mir (spätestens seit Wirecard) nur noch sehr mäßig in die Tüte.


4. Hast du einen Aktientipp oder verfolgst du gerade ein Unternehmen ganz besonders?

Oh, das hat sich ja jetzt irgendwie mit Frage 3 beantwortet. Nur bitte versteht das nicht als Empfehlung für Kauf oder Verkauf. Hier findet keine Analgeberatung statt, sondern nur meine ganz persönliche Meinung (die auch komplett falsch sein kann).


5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt du um Aktien zu bewerten und auszuwählen?

Kommt immer drauf an was ich wissen möchte. Tools wie Rentablo zur Depot und Performance Überwachung finde ich ganz cool. Das ist um einiges netter als Portfolio Perfomance (auch wenn die Leistung nicht die gleiche ist). Wenn ich mir Aktien angucke, dann über den Aktienfinder von Torsten Tiedt oder aber auch Traderfox. Auch der Marketscreener und Levermann24 sind interessant. DivTimer und Gurufocus guck ich mir auch gerne an.

Meine Nachrichten kriege ich von XING und Finanznachrichten (so heißt die Seite).

6. Hast du eine Aktie in deinem Depot, die du niemals verkaufen würdest und hast du eine Lieblings Aktie?

Spätestens seit 2020 nicht mehr. Ich glaube durch Corona und Wirecard, haben wir in so kurzer Zeit so viel erlebt, dass wir jetzt auf jeden Fall wissen, dass wir nichts wissen.

Trading Queen – Frauen fit für die Börse machen

Mein heutiger Interview-Gast ist Regina, die unter dem Namen Trading Queen ihre Erfahrungen an der Börse mit uns teilt. Viel Spaß!

1. Erzähle den Lesern ein wenig über dich, wie alt bist du was arbeitest oder studierst du und womit beschäftigst du dich hauptsächlich in deinem Leben? (Abseits der Börse.)

Hallo! Ich bin Regina, auch Trading Queen genannt. 😊 Ich bin eine waschechte Mostviertlerin und liebe es auf dem Land in Niederösterreich zu leben. Einige kennen mich vielleicht von meinem Instagram-Kanal trading_queen, den ich seit 7. Februar 2020 betreibe.

Beruflich leite ich für ein globales Unternehmen den Einkauf für Europa. Durch meine berufliche Tätigkeit habe ich Einblick in viele Unternehmen weltweit. Ich arbeite mit den Standorten unseres Unternehmens in China und Nordamerika sehr eng zusammen. In meiner Freizeit erstelle ich Online-Kurse für Börsen Interessierte. Ich bin gerne in der Natur unterwegs. Wenn das Wetter mal nicht so mitspielt, findest du mich mit einem guten Buch (meist über Finanzen und Börse) auf der Couch.

2. Wie bist du zum Thema Aktien, Investieren und der Börse gekommen?

Ich bin 2006 das erste Mal beruflich mit der Börse in Berührung gekommen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mit Day- Swingtrading begonnen, ohne mir dessen bewusst zu sein. Das hört sich jetzt ziemlich schräg an, war aber so. Ich hatte eine neue Position als Einkaufsleiterin in einem lebensmittelproduzierenden Unternehmen eingenommen. Meine Aufgabe war es, mit den Rohstofflieferanten Verträge abzuschließen, wenn der Kurs des Rohstoffes an der Börse niedrig war. Die Verträge besiegelten den Einkaufspreis des Rohstoffes zu diesem Kurs für die nächsten 3 – 6 Monate. Ganz ehrlich, zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen blassen Schimmer. Ich konnte nicht mal ein Chart richtig lesen. ABER: Das war der Startschuss für mich, um mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Ich saugte Wissen auf wo und wann ich nur konnte. Nach einiger Zeit brauchte ich nur mehr einen Blick auf das Chart werfen und wusste genau ob ich „kaufen“ sollte oder noch warten. Der Rohstoffhandel ist ein ganz eigenes Thema genauso wie FOREX Trading.

Nachdem ich mein Wissen über die Börse und Charttechnik ausgebaut hatte, kam ich auf die Idee mein Wissen auch privat zu nutzen. Ich habe mir ein Depot eröffnet und meine erste Position war keine Aktie sondern Öl. Im Rohstoffmarkt war ich ja zu Hause. Als nächstes legte ich mir Kupfer ins Depot und dann begann ich Rohstoffe mit Hebel zu handeln. Erst nach ca. einem halben Jahr Rohstoff Trading legte ich mir die erste Aktie ins Depot. Und weißt du was dann passiert ist: NIX…das war langweilig für mich. Ich war es gewohnt den Rohstoffkurs ständig zu beobachten – doch bei der Aktie gab es nichts Spannendes zu beobachten. Da bewegte sich nicht viel. In der Zwischenzeit habe ich natürlich einige Aktien in meinem Depot. Seit ich Online Kurse mache und meinen Instagram Account betreibe, ist die Zeit fürs Trading nicht mehr in dem Ausmaß wie früher gegeben. Da musste ich meine Strategie ein wenig anpassen.

3. Verfolgst du eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsächlich in deinem Depot? (Setzt du nur auf gewisse Branchen oder bist du sehr diversifiziert?)

Ich verfolge mehrere Investitionsstrategien und bin auch immer wieder auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Von Daytrading bis Buy & Hold findest du bei mir alles. Es kommt immer auf die Position des Unternehmens, des Rohstoffes oder Kryptowährung an, welche Strategie ich wähle. Im Moment teste ich gerade eine neue Investitionsmethode aus den USA. Es geht hier um eine kurzfristige Geldanlage, die es ermöglicht, eine gute Rendite zu erzielen, aber trotzdem innerhalb von 12 Werktagen Zugriff auf das Kapital inkl. Gewinnbeteiligung zu haben. Infos dazu gibt es natürlich auf meinem Instagram Account, sobald meine Evaluierung abgeschlossen und positiv ist.

4. Hast du einen Aktientipp oder verfolgst du gerade ein Unternehmen ganz besonders? (Wenn ja, warum?)

Es ist mir wichtig, dass meine Abonnenten und meine Kursteilnehmer lernen selbst zu entscheiden in welche Position sie investieren wollen. Ich gebe daher keine Tipps über Aktien, Rohstoffe oder Kryptowährungen. Auf meinem Instagram Account zeige ich manchmal Möglichkeiten, aber ich würde niemals sagen: „Kauf jetzt…“

5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt du um Aktien zu bewerten und auszuwählen?

Meine Tools sind die fundamentale Analyse, die technische Analyse und ganz wichtig Nachrichten. Dazu nutze ich die Apps von Teletrader, finanzen.net, Onvista sowie Investing.com. Damit bin ich gut abgedeckt mit Nachrichten in jedem Bereich.

6. Wie kam es dazu, deinem Instagram Account zu erstellen welche Motivation hast du und wo soll es für dich noch hingehen?

Die Motivation meinen Instagram Account zu erstellen war, dass ich mein Wissen teilen wollte. Fakt ist, dass es keine Zinsen mehr auf den Banken gibt, aber trotzdem die Rentenlücke auf jeden von uns wartet. Wir müssen uns also alle um eine Alternative zu den Banken umsehen. Ich hätte mir zu meiner Anfangszeit an der Börse jemanden gewünscht, der mir das börsenchinesisch übersetzt hätte. Genau das ist mein Anspruch. Ich mache jeden für die Börse fit, denn es ist ganz einfach wenn man weiß wie es geht. Ich biete auch immer wieder kostenlose Downloads an zu Themen oder Tools. Falls es dich interessiert findest du die Downloads unter https://trading-queen.blog/tipps-und-tricks/

Ich war ehrlich gesagt ganz geflasht von dem regen Interesse auf Instagram. Nach relativ kurzer Zeit haben mich einige Abonnenten nach einem Kurs gefragt. Da die Zeichen der Beiträge auf Instram begrenzt sind, dachte ich mir ein Online Kurs wäre eine feine Sache. So kann jeder Kursteilnehmer den Online Kurs in seinem individuellen Tempo absolvieren. Zeit- und ortsunabhängig.

Es ist auf Instagram für mich immer wieder spannend, dass so viele Depots während der Krise rot waren. Das sollte mit dem richtigen Risikomanagement einfach nicht passieren. Ich zeige mit meinem Kurs auf wie man sein Depot für Krisen beispielsweise absichern kann.

Mittlerweile habe ich auch eine Facebook Gruppe gegründet wo sich die Menschen zu verschiedensten Börsenthemen austauschen und gegenseitig weiter helfen. https://www.facebook.com/groups/TradingQueen/

7. Hast du eine Aktie in deinem Depot, die du niemals verkaufen würdest und hast du eine Lieblings Aktie?

Nein, das gibt es bei mir nicht. Eine Aktie fliegt aus dem Depot wenn sie keine Performance zeigt. 😊 Da ich ja eher der kurz- mittelfristige Anleger bin, habe ich kein Problem mich von Positionen zu trennen.

Bavarian Value, Servus!

Servus! Heute folgt auch schon das nächste Interview – dieses mal gibt es gleich 2 Gäste, Dani und Andi – die Value Investoren von BavarianValue stellen sich vor und berichten über ihren Werdegang. Viel Spaß!

1. Erzählt den Lesern ein wenig über euch, wie alt seid ihr  was arbeitet oder studiert ihr und womit beschäftigt ihr euch hauptsächlich in euren Leben? (Abseits der Börse.)

Dani: Servus und zunächst einmal vielen Dank für die Einladung Lisa! Mein Name ist Daniel und ich bin 29 Jahre alt. Ich habe an der Uni Regensburg meinen Master in VWL gemacht und arbeite nun seit gut 2 Jahren bei einem der größten Lebensmittel-Discounter Deutschlands in der IT als Produktmanager. Neben der Börse liegen meine Interessen vor allem beim Reisen und bei Comics (primär Marvel).

Andi: Servus und auch ein herzliches Dankeschön von mir für die Einladung zum Interview. Ich heiße Andreas, bin 30 Jahre alt und arbeite bei einem deutschen Automobilzulieferer als Data Analyst im Bereich Investor Relations. Abseits von Value Investing mache ich gerne Sport und teile sowohl die Reise- als auch die Comicleidenschaft mit Dani.

2. Wie seid ihr zu den Themen Aktien, Investieren und der Börse gekommen?

Dani: Meine erste Aktie habe ich vor gut 10 Jahren gekauft und das ging ziemlich nach hinten los. Es handelte sich um die Commerzbank, ich denke da muss ich nicht mehr viel dazu sagen. Ich stand damals noch ganz am Anfang und mit richtigem Investieren hatte das noch nicht wirklich viel zu tun. Schlussendlich war es einfach ziemlich planloses Spekulieren. Die Geschichte endete mit einem Verlust von über 60%. Ernsthaftes Investieren ging dann eigentlich nach dem Bachelor-Studium los als Andi und ich auf den Namen Warren Buffett gestoßen sind – abseits der Uni sollte ich hier vielleicht noch erwähnen. Durch Warren Buffett, Charlie Munger, Benjamin Graham und all die anderen großen Value Investoren haben Andi und ich das Konzept des Value Investings kennen gelernt und eben auch gesehen, dass man an der Börse langfristig erfolgreich sein kann. Und seit gut 4 Jahren setzen Andi und ich nun unsere eigene Value Investing Strategie um.

Andi: Wenn ich ehrlich bin, habe ich ernsthaft mit dem Investieren begonnen als, Dani und ich auf den Namen Warren Buffett gestoßen sind. Da ich auch VWL studiert habe, bin ich mit dem Thema Börse in Berührung gekommen. Allerdings hat mich erst der Ansatz von Buffett, Munger, Graham und Co. so richtig gepackt und überzeugt, wodurch ich dann erst richtig angefangen habe zu Investieren.

3. Verfolgt ihr eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsächlich in euren Depots?

Dani: Wie schon erwähnt, sind wir überzeugte Value Investoren. Man kann unseren Value Investing Ansatz wohl als eine Mischung aus Value, Quality und Growth bezeichnen, aber uns ist es auch egal wie man das Kind nun tauft. Es geht uns eigentlich immer darum qualitativ hochwertige Unternehmen zu finden, in diese zu einem grünsten Preis zu investieren und langfristig vom Unternehmenserfolg zu profitieren. Ein wichtiger Punkt für ist dabei, dass wir in unserem Kompetenzkreis, sprich unserem Circle of Competence wie ihn Buffett so schön nennt, bleiben. Wir möchten nur in Unternehmen investieren, deren Geschäftsmodell wir verstehen oder deren Produkte und Dienstleistungen wir im besten Fall auch noch selbst kaufen oder in Anspruch nehmen wie z.B. Alphabet (Google, YouTube) oder Disney. Aus diesem Grund schließen wir auch manche Branchen aktuell komplett aus wie bspw. die Pharmabranche, da wir davon einfach keine Ahnung haben. Und wie schon Buffett sagte: “If you’ve been playing poker for half an hour and you still don’t know who the patsy is, you’re the patsy.”

Andi: Weil meine Investitionsstrategie deckungsgleich mit der von Dani ist, lasse ich Charlie Munger zu Wort kommen: „Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen.“

4. Habt ihr einen Aktientipp, oder verfolgt ihr gerade ein Unternehmen ganz besonders? (Wenn ja, warum?)

Dani: Mit Aktientipps ist das immer so eine Sache. Wir stellen auf unserem Blog regelmäßig neue und spannende Unternehmen anhand von detaillierten Analysen vor und teilen unseren Lesern auch unsere persönliche Einschätzung mit. Aber es ist schlicht und ergreifend auch nur unser persönliches Fazit zum jeweiligen Unternehmen, andere Investoren sehen das womöglich auch ganz anders. Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder selbst seine eigenen Gedanken zu einem potentiellen Investment macht.

Aber nichts destotrotz gibt es ein britisches Unternehmen, welches Premium-Mischgetränke für Gin Tonic etc. herstellt, das ich zu einem passenden Preis sehr interessant finden würde. Dazu erscheint demnächst auch ein Artikel auf unserem Blog. 😉

Andi: Ich gebe grundsätzlich keine Anlageempfehlungen aus zwei sehr unterschiedlichen Gründen. Zum einen darf ich das rein rechtlich nicht. Zum anderen, was noch viel wichtiger ist, dass – außer natürlich nicht verklagt zu werden – jeder Mensch andere Vorstellungen und Ziele hat was Investments betrifft. Ich rede mit jedem, den es interessiert, über meine Ansichten von Aktien und was ich von bestimmten Unternehmen halte. Ob es jedoch für die bestimmte Person auch geeignet ist, muss jeder selbst entscheiden. Wenn man aber die letzten Trades in unserem wikifolio anschaut, sieht man wahrscheinlich trotzdem sehr schnell worauf wir zu dem jeweiligen Zeitpunkt gesetzt haben. 🙂

5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt ihr um Aktien zu bewerten und auszuwählen?

Dani: Unsere Quellen sind sehr unterschiedlich. Um potentielle Investments zu finden greifen wir so ziemlich auf alles zurück, was uns in die Quere kommt. Das können diverse Aktienscreener sein, Magazine und Zeitschriften, Blogs und Instagram oder manchmal auch ein achtsamer Gang durch den Supermarkt oder die Stadt. Wobei Trendlink hier noch ein recht unbekannter Screener der anderen Art ist, den wir herausheben möchten. Anders als bei den üblichen Screenern, bei denen man Kennzahlen eingibt und oft dann doch nichts Gescheites dabei rauskommt, kann man dort gezielt nach den unterschiedlichsten Branchen suchen und sich so seine Inspiration holen.

Bei der Analyse selbst gehen wir primär auf den Geschäftsbericht des jeweiligen Unternehmens. Wobei wir auch AlleAktien und AlleAktien Quantitativ durchaus hilfreich finden.

Andi: Das Beste ist wirklich mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Wenn man ein Interesse für Aktien hat fragt man sich zwangsläufig beispielsweise immer wieder „Von wem ist der Kaffee eigentlich, den ich gerade trinke?“ oder „Wer stellt die Süßigkeiten her, die so verdammt lecker sind?“.

Ich schaue auch immer wieder gerne die kostenlosen Aktienanalysen bei Aktienfinder.net an um mir Inspiration zu holen.

Man kann auch bei onvista den gleichnamigen Aktien-Finder anschmeißen und Unternehmen durch ein paar fundamentale Kennzahlen eingrenzen.

6. Wie kam es dazu, euren Instagram Account zu erstellen, welche Motivation habt ihr und wo soll es noch hingehen?

Dani: Unsere Social-Media-Kanäle wie Instagram, Facebook und Twitter haben wir im Zuge unserer Website ins Leben gerufen. Aber bevor Bavarian Value selbst online ging, gab es unser wikifolio. Unser langfristiges Ziel ist es in Richtung Vermögensverwaltung zu gehen, ähnlich den frühen Partnerships von Warren Buffett. Und unser wikifolio ist der erste Schritt auf diesem Weg, da hier jeder transparent nachverfolgen kann, was wir mit unserer Strategie eigentlich so treiben bzw. bewerkstelligen (keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung). Ehrlicherweise diente und dient unser Blog immer noch dazu mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen.

Aber nicht nur das: Wir analysieren für unser Leben gerne Unternehmen und durch den Blog haben entdeckt, dass es auch für uns persönlich hilfreich ist, wenn wir die Analysen niederschreiben. Durch hochwertige Analysen können wir auch unseren Lesern einen Mehrwert bieten, wodurch eine Win-Win-Situation für alle entsteht. Und das gefällt uns.

Andi: Dani hat eigentlich schon alles gesagt. Uns macht es einfach unglaublich Spaß Unternehmen zu analysieren und anscheinend interessiert es andere Leute auch was wir so treiben. Deswegen bietet unser Blog und auch Instagram einfach eine wunderbare Gelegenheit der Welt das auch zu zeigen – und zwar transparent und ehrlich. Wir legen großen Wert darauf so authentisch wie möglich rüberzukommen und gehen deswegen auch regelmäßig auf unsere Fehler ein.

7. Habt ihr eine Aktie im Depot, die ihr niemals verkaufen würdet und habt ihr eine Lieblings Aktie?

Dani: Das ist zum Schluss aber noch eine schwierige Frage. In der Regel investieren wir mit dem Vorsatz uns langfristig bzw. für immer an einem Unternehmen zu beteiligen, sollte nicht irgendetwas grundsätzlich schief gehen.

Zudem sollte man eigentlich beim Investieren emotionslos vorgehen, aber da wir alle Menschen sind, klappt das wohl nicht immer. Da ich mich doch als Nerd und großen Marvel-Fan bezeichne, wäre mein Lieblingsunternehmen wohl Disney.

Andi: An und für sich bin ich ein großer Freund davon an der Börse Gefühle außen vor zu lassen. Da ich aber auch nur ein Mensch bin, gibt es natürlich Aktien, von denen ich einfach zu 100% überzeugt bin. Wie Dani würde ich wohl ebenfalls Disney wählen. Hier passt einfach so gut wie alles.