Trading Queen – Frauen fit für die Börse machen

Mein heutiger Interview-Gast ist Regina, die unter dem Namen Trading Queen ihre Erfahrungen an der Börse mit uns teilt. Viel Spaß!

  1. Erzähle den Lesern ein wenig über dich, wie alt bist du was arbeitest oder studierst du und womit beschäftigst du dich hauptsächlich in deinem Leben? (Abseits der Börse.)

Hallo! Ich bin Regina, auch Trading Queen genannt. 😊 Ich bin eine waschechte Mostviertlerin und liebe es auf dem Land in Niederösterreich zu leben. Einige kennen mich vielleicht von meinem Instagram-Kanal trading_queen, den ich seit 7. Februar 2020 betreibe.

Beruflich leite ich für ein globales Unternehmen den Einkauf für Europa. Durch meine berufliche Tätigkeit habe ich Einblick in viele Unternehmen weltweit. Ich arbeite mit den Standorten unseres Unternehmens in China und Nordamerika sehr eng zusammen. In meiner Freizeit erstelle ich Online-Kurse für Börsen Interessierte. Ich bin gerne in der Natur unterwegs. Wenn das Wetter mal nicht so mitspielt, findest du mich mit einem guten Buch (meist über Finanzen und Börse) auf der Couch.

  1. Wie bist du zum Thema Aktien, Investieren und der Börse gekommen?

Ich bin 2006 das erste Mal beruflich mit der Börse in Berührung gekommen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mit Day- Swingtrading begonnen, ohne mir dessen bewusst zu sein. Das hört sich jetzt ziemlich schräg an, war aber so. Ich hatte eine neue Position als Einkaufsleiterin in einem lebensmittelproduzierenden Unternehmen eingenommen. Meine Aufgabe war es, mit den Rohstofflieferanten Verträge abzuschließen, wenn der Kurs des Rohstoffes an der Börse niedrig war. Die Verträge besiegelten den Einkaufspreis des Rohstoffes zu diesem Kurs für die nächsten 3 – 6 Monate. Ganz ehrlich, zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen blassen Schimmer. Ich konnte nicht mal ein Chart richtig lesen. ABER: Das war der Startschuss für mich, um mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Ich saugte Wissen auf wo und wann ich nur konnte. Nach einiger Zeit brauchte ich nur mehr einen Blick auf das Chart werfen und wusste genau ob ich „kaufen“ sollte oder noch warten. Der Rohstoffhandel ist ein ganz eigenes Thema genauso wie FOREX Trading.

Nachdem ich mein Wissen über die Börse und Charttechnik ausgebaut hatte, kam ich auf die Idee mein Wissen auch privat zu nutzen. Ich habe mir ein Depot eröffnet und meine erste Position war keine Aktie sondern Öl. Im Rohstoffmarkt war ich ja zu Hause. Als nächstes legte ich mir Kupfer ins Depot und dann begann ich Rohstoffe mit Hebel zu handeln. Erst nach ca. einem halben Jahr Rohstoff Trading legte ich mir die erste Aktie ins Depot. Und weißt du was dann passiert ist: NIX…das war langweilig für mich. Ich war es gewohnt den Rohstoffkurs ständig zu beobachten – doch bei der Aktie gab es nichts Spannendes zu beobachten. Da bewegte sich nicht viel. In der Zwischenzeit habe ich natürlich einige Aktien in meinem Depot. Seit ich Online Kurse mache und meinen Instagram Account betreibe, ist die Zeit fürs Trading nicht mehr in dem Ausmaß wie früher gegeben. Da musste ich meine Strategie ein wenig anpassen.

  1. Verfolgst du eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsächlich in deinem Depot? (Setzt du nur auf gewisse Branchen oder bist du sehr diversifiziert?)

Ich verfolge mehrere Investitionsstrategien und bin auch immer wieder auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Von Daytrading bis Buy & Hold findest du bei mir alles. Es kommt immer auf die Position des Unternehmens, des Rohstoffes oder Kryptowährung an, welche Strategie ich wähle. Im Moment teste ich gerade eine neue Investitionsmethode aus den USA. Es geht hier um eine kurzfristige Geldanlage, die es ermöglicht, eine gute Rendite zu erzielen, aber trotzdem innerhalb von 12 Werktagen Zugriff auf das Kapital inkl. Gewinnbeteiligung zu haben. Infos dazu gibt es natürlich auf meinem Instagram Account, sobald meine Evaluierung abgeschlossen und positiv ist.

  1. Hast du einen Aktientipp oder verfolgst du gerade ein Unternehmen ganz besonders? (Wenn ja, warum?)

Es ist mir wichtig, dass meine Abonnenten und meine Kursteilnehmer lernen selbst zu entscheiden in welche Position sie investieren wollen. Ich gebe daher keine Tipps über Aktien, Rohstoffe oder Kryptowährungen. Auf meinem Instagram Account zeige ich manchmal Möglichkeiten, aber ich würde niemals sagen: „Kauf jetzt…“

  1. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt du um Aktien zu bewerten und auszuwählen?

Meine Tools sind die fundamentale Analyse, die technische Analyse und ganz wichtig Nachrichten. Dazu nutze ich die Apps von Teletrader, finanzen.net, Onvista sowie Investing.com. Damit bin ich gut abgedeckt mit Nachrichten in jedem Bereich.

  1. Wie kam es dazu, deinem Instagram Account zu erstellen welche Motivation hast du und wo soll es für dich noch hingehen?

Die Motivation meinen Instagram Account zu erstellen war, dass ich mein Wissen teilen wollte. Fakt ist, dass es keine Zinsen mehr auf den Banken gibt, aber trotzdem die Rentenlücke auf jeden von uns wartet. Wir müssen uns also alle um eine Alternative zu den Banken umsehen. Ich hätte mir zu meiner Anfangszeit an der Börse jemanden gewünscht, der mir das börsenchinesisch übersetzt hätte. Genau das ist mein Anspruch. Ich mache jeden für die Börse fit, denn es ist ganz einfach wenn man weiß wie es geht. Ich biete auch immer wieder kostenlose Downloads an zu Themen oder Tools. Falls es dich interessiert findest du die Downloads unter https://trading-queen.blog/tipps-und-tricks/

Ich war ehrlich gesagt ganz geflasht von dem regen Interesse auf Instagram. Nach relativ kurzer Zeit haben mich einige Abonnenten nach einem Kurs gefragt. Da die Zeichen der Beiträge auf Instram begrenzt sind, dachte ich mir ein Online Kurs wäre eine feine Sache. So kann jeder Kursteilnehmer den Online Kurs in seinem individuellen Tempo absolvieren. Zeit- und ortsunabhängig.

Es ist auf Instagram für mich immer wieder spannend, dass so viele Depots während der Krise rot waren. Das sollte mit dem richtigen Risikomanagement einfach nicht passieren. Ich zeige mit meinem Kurs auf wie man sein Depot für Krisen beispielsweise absichern kann.

Mittlerweile habe ich auch eine Facebook Gruppe gegründet wo sich die Menschen zu verschiedensten Börsenthemen austauschen und gegenseitig weiter helfen. https://www.facebook.com/groups/TradingQueen/

  1. Hast du eine Aktie in deinem Depot, die du niemals verkaufen würdest und hast du eine Lieblings Aktie?

Nein, das gibt es bei mir nicht. Eine Aktie fliegt aus dem Depot wenn sie keine Performance zeigt. 😊 Da ich ja eher der kurz- mittelfristige Anleger bin, habe ich kein Problem mich von Positionen zu trennen.

Bavarian Value, Servus!

Servus! Heute folgt auch schon das nächste Interview – dieses mal gibt es gleich 2 Gäste, Dani und Andi – die Value Investoren von BavarianValue stellen sich vor und berichten über ihren Werdegang. Viel Spaß!

1. Erzählt den Lesern ein wenig über euch, wie alt seid ihr  was arbeitet oder studiert ihr und womit beschäftigt ihr euch hauptsächlich in euren Leben? (Abseits der Börse.)

Dani: Servus und zunächst einmal vielen Dank für die Einladung Lisa! Mein Name ist Daniel und ich bin 29 Jahre alt. Ich habe an der Uni Regensburg meinen Master in VWL gemacht und arbeite nun seit gut 2 Jahren bei einem der größten Lebensmittel-Discounter Deutschlands in der IT als Produktmanager. Neben der Börse liegen meine Interessen vor allem beim Reisen und bei Comics (primär Marvel).

Andi: Servus und auch ein herzliches Dankeschön von mir für die Einladung zum Interview. Ich heiße Andreas, bin 30 Jahre alt und arbeite bei einem deutschen Automobilzulieferer als Data Analyst im Bereich Investor Relations. Abseits von Value Investing mache ich gerne Sport und teile sowohl die Reise- als auch die Comicleidenschaft mit Dani.

2. Wie seid ihr zu den Themen Aktien, Investieren und der Börse gekommen?

Dani: Meine erste Aktie habe ich vor gut 10 Jahren gekauft und das ging ziemlich nach hinten los. Es handelte sich um die Commerzbank, ich denke da muss ich nicht mehr viel dazu sagen. Ich stand damals noch ganz am Anfang und mit richtigem Investieren hatte das noch nicht wirklich viel zu tun. Schlussendlich war es einfach ziemlich planloses Spekulieren. Die Geschichte endete mit einem Verlust von über 60%. Ernsthaftes Investieren ging dann eigentlich nach dem Bachelor-Studium los als Andi und ich auf den Namen Warren Buffett gestoßen sind – abseits der Uni sollte ich hier vielleicht noch erwähnen. Durch Warren Buffett, Charlie Munger, Benjamin Graham und all die anderen großen Value Investoren haben Andi und ich das Konzept des Value Investings kennen gelernt und eben auch gesehen, dass man an der Börse langfristig erfolgreich sein kann. Und seit gut 4 Jahren setzen Andi und ich nun unsere eigene Value Investing Strategie um.

Andi: Wenn ich ehrlich bin, habe ich ernsthaft mit dem Investieren begonnen als, Dani und ich auf den Namen Warren Buffett gestoßen sind. Da ich auch VWL studiert habe, bin ich mit dem Thema Börse in Berührung gekommen. Allerdings hat mich erst der Ansatz von Buffett, Munger, Graham und Co. so richtig gepackt und überzeugt, wodurch ich dann erst richtig angefangen habe zu Investieren.

3. Verfolgt ihr eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsächlich in euren Depots?

Dani: Wie schon erwähnt, sind wir überzeugte Value Investoren. Man kann unseren Value Investing Ansatz wohl als eine Mischung aus Value, Quality und Growth bezeichnen, aber uns ist es auch egal wie man das Kind nun tauft. Es geht uns eigentlich immer darum qualitativ hochwertige Unternehmen zu finden, in diese zu einem grünsten Preis zu investieren und langfristig vom Unternehmenserfolg zu profitieren. Ein wichtiger Punkt für ist dabei, dass wir in unserem Kompetenzkreis, sprich unserem Circle of Competence wie ihn Buffett so schön nennt, bleiben. Wir möchten nur in Unternehmen investieren, deren Geschäftsmodell wir verstehen oder deren Produkte und Dienstleistungen wir im besten Fall auch noch selbst kaufen oder in Anspruch nehmen wie z.B. Alphabet (Google, YouTube) oder Disney. Aus diesem Grund schließen wir auch manche Branchen aktuell komplett aus wie bspw. die Pharmabranche, da wir davon einfach keine Ahnung haben. Und wie schon Buffett sagte: “If you’ve been playing poker for half an hour and you still don’t know who the patsy is, you’re the patsy.”

Andi: Weil meine Investitionsstrategie deckungsgleich mit der von Dani ist, lasse ich Charlie Munger zu Wort kommen: „Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen.“

4. Habt ihr einen Aktientipp, oder verfolgt ihr gerade ein Unternehmen ganz besonders? (Wenn ja, warum?)

Dani: Mit Aktientipps ist das immer so eine Sache. Wir stellen auf unserem Blog regelmäßig neue und spannende Unternehmen anhand von detaillierten Analysen vor und teilen unseren Lesern auch unsere persönliche Einschätzung mit. Aber es ist schlicht und ergreifend auch nur unser persönliches Fazit zum jeweiligen Unternehmen, andere Investoren sehen das womöglich auch ganz anders. Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder selbst seine eigenen Gedanken zu einem potentiellen Investment macht.

Aber nichts destotrotz gibt es ein britisches Unternehmen, welches Premium-Mischgetränke für Gin Tonic etc. herstellt, das ich zu einem passenden Preis sehr interessant finden würde. Dazu erscheint demnächst auch ein Artikel auf unserem Blog. 😉

Andi: Ich gebe grundsätzlich keine Anlageempfehlungen aus zwei sehr unterschiedlichen Gründen. Zum einen darf ich das rein rechtlich nicht. Zum anderen, was noch viel wichtiger ist, dass – außer natürlich nicht verklagt zu werden – jeder Mensch andere Vorstellungen und Ziele hat was Investments betrifft. Ich rede mit jedem, den es interessiert, über meine Ansichten von Aktien und was ich von bestimmten Unternehmen halte. Ob es jedoch für die bestimmte Person auch geeignet ist, muss jeder selbst entscheiden. Wenn man aber die letzten Trades in unserem wikifolio anschaut, sieht man wahrscheinlich trotzdem sehr schnell worauf wir zu dem jeweiligen Zeitpunkt gesetzt haben. 🙂

5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt ihr um Aktien zu bewerten und auszuwählen?

Dani: Unsere Quellen sind sehr unterschiedlich. Um potentielle Investments zu finden greifen wir so ziemlich auf alles zurück, was uns in die Quere kommt. Das können diverse Aktienscreener sein, Magazine und Zeitschriften, Blogs und Instagram oder manchmal auch ein achtsamer Gang durch den Supermarkt oder die Stadt. Wobei Trendlink hier noch ein recht unbekannter Screener der anderen Art ist, den wir herausheben möchten. Anders als bei den üblichen Screenern, bei denen man Kennzahlen eingibt und oft dann doch nichts Gescheites dabei rauskommt, kann man dort gezielt nach den unterschiedlichsten Branchen suchen und sich so seine Inspiration holen.

Bei der Analyse selbst gehen wir primär auf den Geschäftsbericht des jeweiligen Unternehmens. Wobei wir auch AlleAktien und AlleAktien Quantitativ durchaus hilfreich finden.

Andi: Das Beste ist wirklich mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Wenn man ein Interesse für Aktien hat fragt man sich zwangsläufig beispielsweise immer wieder „Von wem ist der Kaffee eigentlich, den ich gerade trinke?“ oder „Wer stellt die Süßigkeiten her, die so verdammt lecker sind?“.

Ich schaue auch immer wieder gerne die kostenlosen Aktienanalysen bei Aktienfinder.net an um mir Inspiration zu holen.

Man kann auch bei onvista den gleichnamigen Aktien-Finder anschmeißen und Unternehmen durch ein paar fundamentale Kennzahlen eingrenzen.

6. Wie kam es dazu, euren Instagram Account zu erstellen, welche Motivation habt ihr und wo soll es noch hingehen?

Dani: Unsere Social-Media-Kanäle wie Instagram, Facebook und Twitter haben wir im Zuge unserer Website ins Leben gerufen. Aber bevor Bavarian Value selbst online ging, gab es unser wikifolio. Unser langfristiges Ziel ist es in Richtung Vermögensverwaltung zu gehen, ähnlich den frühen Partnerships von Warren Buffett. Und unser wikifolio ist der erste Schritt auf diesem Weg, da hier jeder transparent nachverfolgen kann, was wir mit unserer Strategie eigentlich so treiben bzw. bewerkstelligen (keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung). Ehrlicherweise diente und dient unser Blog immer noch dazu mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen.

Aber nicht nur das: Wir analysieren für unser Leben gerne Unternehmen und durch den Blog haben entdeckt, dass es auch für uns persönlich hilfreich ist, wenn wir die Analysen niederschreiben. Durch hochwertige Analysen können wir auch unseren Lesern einen Mehrwert bieten, wodurch eine Win-Win-Situation für alle entsteht. Und das gefällt uns.

Andi: Dani hat eigentlich schon alles gesagt. Uns macht es einfach unglaublich Spaß Unternehmen zu analysieren und anscheinend interessiert es andere Leute auch was wir so treiben. Deswegen bietet unser Blog und auch Instagram einfach eine wunderbare Gelegenheit der Welt das auch zu zeigen – und zwar transparent und ehrlich. Wir legen großen Wert darauf so authentisch wie möglich rüberzukommen und gehen deswegen auch regelmäßig auf unsere Fehler ein.

7. Habt ihr eine Aktie im Depot, die ihr niemals verkaufen würdet und habt ihr eine Lieblings Aktie?

Dani: Das ist zum Schluss aber noch eine schwierige Frage. In der Regel investieren wir mit dem Vorsatz uns langfristig bzw. für immer an einem Unternehmen zu beteiligen, sollte nicht irgendetwas grundsätzlich schief gehen.

Zudem sollte man eigentlich beim Investieren emotionslos vorgehen, aber da wir alle Menschen sind, klappt das wohl nicht immer. Da ich mich doch als Nerd und großen Marvel-Fan bezeichne, wäre mein Lieblingsunternehmen wohl Disney.

Andi: An und für sich bin ich ein großer Freund davon an der Börse Gefühle außen vor zu lassen. Da ich aber auch nur ein Mensch bin, gibt es natürlich Aktien, von denen ich einfach zu 100% überzeugt bin. Wie Dani würde ich wohl ebenfalls Disney wählen. Hier passt einfach so gut wie alles.

Mit 16 Aktionär und Unternehmer

Mein heutiger Interview-Partner ist Finn vom passend gewählten Kanal FinanicalYoungsters. Er ist gerade einmal 16 Jahre alt und berichtet hier über seinen bisherigen Werdegang.

1. Erzähle den Lesern ein wenig über dich, wie alt bist du, was arbeitest oder studierst du und womit beschäftigst du dich hauptsächlich in deinem Leben? (Abseits der Börse.)

Also, ich bin noch 16 Jahre alt. Wie du dir wahrscheinlich denken kannst, gehe ich noch zur Schule. Mein Börsenwissen habe ich mir zum größten Teil aus dem Internet angeeignet, aber auch mein Papa war und ist mir beim Thema Anlegen ein guter Mentor.

Unter anderem habe ich den Börsenführerschein gemacht und bilde mich in dem Thema ständig weiter. Abseits von der Börse spiele ich Fußball, Klavier und Tischtennis. Außerdem habe ich noch mit zwei Schulfreunden ein kleines Unternehmen gegründet, VulcanusWebservices das Websites erstellt und Grafiken, Flyer und Logos für Kleinunternehmen und Privatpersonen.

2. Wie bist du zum Thema Aktien, Investieren und der Börse gekommen?

Als ich 10 Jahre alt war, habe ich das Buch „Ein Hund namens Money*“ gehört und war davon begeistert. Es hat mich einfach fasziniert. Im Alter von 12 Jahren habe ich dann meine erste Aktie gekauft, die dann natürlich ein Reinfall war. Dies war die Commerzbank. Ein paar Jahre später habe ich Verluste realisiert und dafür „Danaher Corporation“ gekauft. Zum Glück hat mein Papa zu diesem Zeitpunkt auch noch andere Aktien gekauft, die deutlich besser abschnitten als die Commerzbank. Vor knapp 3 Jahren habe ich dann wieder enormes Interesse für die Börse entwickelt. Dies ist bis heute geblieben.

3. Verfolgst du eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsächlich in deinem Depot? (Setzt du nur auf gewisse Branchen oder bist du sehr diversifiziert?)

Ich verfolge die typische Buy & Hold Strategie. Trotzdem schaue ich eigentlich jeden Tag mehrfach in mein Depot, weil es mich einfach interessiert. Bis auf das bereits angesprochene Unternehmen Commerzbank, habe ich bisher noch keine Aktie verkauft.In meinem Depot sind zu 80% Tec-Werte zu finden. Natürlich ist hier ein Klumpenrisiko vorhanden. Da ich aber davon überzeugt bin, dass die Technologie uns weiterbringt, nicht althergebrachte Geschäftsmodelle, setze ich eben langfristig auf Werte wie Microsoft, Apple oder auch Amazon. Zugegeben: Ein klein wenig diversifiziert bin ich auch außerhalb den USA und außerhalb der Tec-Unternehmen: American Water (Wasserversorgung), Moderna (Pharma) und Eventim (Reiseveranstalter) runden mein Depot ab.

4. Hast du einen Aktientipp oder verfolgst du gerade ein Unternehmen ganz besonders?

Hier ist es finde ich sehr schwierig die Frage seriös zu beantworten. Aktientipps sind immer eine heikle Sache. Für neue Börsianer ist ein ETF oder auch ein ETF-Sparplan immer recht sinnvoll. Da ist man breiter aufgestellt als mit Einzelaktien oder man sucht sich eine Branche aus, von der man überzeugt ist. Ich selber investiere eben hauptsächlich in Tec-Einzelaktien, genauer gesagt in Mid Caps. Dies sind Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen 1Mrd. und 10Mrd.€ oder USD. Zurzeit verfolge ich die Pharma Branche sehr, da diese die Chance hat einen Milliarden Markt zu erobern. Deswegen habe ich mir auch Moderna zugelegt, was eher auf die Krebsforschung ausgerichtet ist, aber es wäre natürlich ein Poster für den Aktienkurs, wenn Sie einen Impfstoff gegen Corona finden würden. Sonst ist mir, vor allem in der Krise, das Modell von Walmart aufgefallen, da dieses Unternehmen ein Abomodell hat und Menschen selbst in Krisenzeiten wie 2008 oder 2001 oder auch jetzt so ein Abo nicht kündigen. Der Chart ist über die Jahre recht stabil.

5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt du, um Aktien zu bewerten und auszuwählen?

Ich nutze erst einmal den langfristigen Chart der Aktie. Hier schaue ich mir die Täler und Berge an und verbinde diese. Das verdeutlicht den langfristigen Trend. Wichtiger sind mir jedoch Kennzahlen wie das KGVe, die Marktkapitalisierung oder auch das KCV. Ich nutze auch das Scoringmodell von AlleAktien, um meine Aktien zu bewerten. Da ich nach der Effizienzmarkthypothese denke, also dass alle am Markt verfügbaren Information im Aktienkurs schon eingepreist sind, sind Informationen für mich nicht so entscheidend. Ich finde diese aber auf diversen Internetseiten.

6. Wie kam es dazu, deine Instagram Account zu erstellen? Welche Motivation hast du und wo soll es für dich noch hingehen?

Bei dieser Frage muss ich ein bisschen ausholen. Eines Tages bin ich mit meinem Fahrrad von der Schule gekommen und hatte urplötzlich den Gedanken: „Ich mache eine Website über Finanzen für junge Leute“. Zusammen mit zwei  Freunden schafften wir dies auch. Lukas hatte dann die super Idee, noch auf Instagram aktiv zu werden. Zu der Zeit hatte ich noch kein Handy und konnte es nicht steuern. Nachdem die ersten Schritte dann getan waren und ich auch mein Handy hatte, übernahm ich den Instagram-Kanal. Mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu begeistern. Vor allem junge Menschen, da ich selber fast täglich mitbekomme, wie wenig Jugendliche von Aktien und Börse und Geldanlagen Ahnung haben. 

7. Hast du eine Aktie in deinem Depot, die du niemals verkaufen würdest und hast du eine Lieblings Aktie?

Meine „beste“ Aktie, die ich vielleicht nie verkaufen werde, ist Microsoft, auch wenn sie definitiv kein Mid Cap ist. Das ist meine größte Position, und ich habe schon nachgekauft. Meine Lieblingsaktie ist prinzipiell diejenige Aktie, die den meisten Gewinn abwirft. Im Moment ist es also Moderna. Das kann sich aber schnell ändern. Denn wie ihr wisst: An der Börse ist alles möglich.

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Ein Nerd investiert

Heute im Interview: Daniel, der selbsternannte Nerd erzählt uns ein wenig über seine Investmentstragegie und seinen Weg an der Börse. Viel Spaß!

1. Erzähle den Lesern ein wenig über dich, wie alt bist du was arbeitest oder studierst du und womit beschäftigst du dich hauptsächlich in deinem Leben? (Abseits der Börse.)

Hallo zusammen, ich bin Daniel, 38 Jahre alt und arbeite als Physiker an einem Forschungsinstitut. Jenseits der Arbeit verbringe ich meine Zeit hauptsächlich mit dem Lesen und Hören über Finanzthemen, aber auch mit dem Krafttraining (bzw. Powerlifting), das ich — wenn nicht gerade Pandemie ist — 4x die Woche betreibe.


2. Wie bist du zum Thema Aktien, Investieren und der Börse gekommen?


In meiner Verwandtschaft war die Grundeinstellung gegenüber der Börse eher negativ — Spekulation, Geld verlieren, unmoralisch andere Leute ausbeuten — diese Stichworte schwebten üblicherweise in der Luft, wenn die Rede von dem Thema war.

So richtig mit der Nase auf die Börse gestoßen wurde ich erst, als ich Podcasts für mich entdeckt habe: Meine ersten Aktienpodcasts waren der von Nils Steinkopff, sowie Aktien mit Kopf.

3. Verfolgst du eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsächlich in deinem Depot?


Über die oben genannten Podcasts bin ich schnell auf Value Investing aufmerksam geworden und war begeistert von dessen rationalem Ansatz. Unter Value Investing verstehe ich selber eher nicht den klassischen Ansatz nach Benjamin Graham, wo man „den letzten Zug aus einem Zigarrenstummel nimmt“, wie es Warren Buffett formuliert hat, sondern eine Investition in dauerhaft stabile und möglichst wachsende Unternehmen. Dies aber immer unter der Bedingung, dass sie derzeit stark unterhalb ihres „intrinsischen Wertes“ gehandelt werden, den ich vorher für mich bestimmt habe.

Was die Diversifikation betrifft, beschränke ich mich auf max. 8 Werte, da darüber kein großer Vorteil mehr zu erzielen ist (auch ein MSCI World mit 1600 Firmen verliert mal eben 30% oder mehr in der Krise). Diese beschränkte Anzahl ermöglicht es mir auch, alle meine Firmen aufmerksam zu verfolgen.

Ich habe keinen besonderen Branchenfokus, habe bisher aber noch wenig Ahnung von Banken, Versicherung sowie Pharmafirmen. Ich lese aber ungemein gern und will solche Lücken zukünftig schließen.

4. Hast du einen Aktientipp oder verfolgst du gerade ein Unternehmen ganz besonders?

Ich besitze eher unbekannte Unternehmen. Kürzlich habe ich mir eine Firma namens Robert Half International angesehen, welche Personalvermittlung und Beratung betreibt. Sie zeigen ein langjährig stabiles Wachstum bei Null Schulden — schon mal nicht schlecht. Inzwischen habe mir ein Bewertungsschema überlegt, das ich auf meinem Instagram Kanal — den NerdScore.

5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt du um Aktien zu bewerten und auszuwählen?
Auf meine Investition werde ich über Screener (z.B. tradingview, finviz), Podcasts oder Kontakte mit anderen Value Investoren aufmerksam. Nach einem Blick auf die wichtigsten Zahlen geht mein nächster Schritt dann immer auf die Suchmaschine.
„<Firmenname> investor relations“ führt so gut wie immer zu meinem ersten Ziel, nämlich zu einer Webseite, wo man die Jahresberichte des Unternehmens findet. Diesen lese ich dann, allerdings nicht von vorne bis hinten wie einen Roman, sondern selektiv. Dabei gehe ich nach einer Checkliste vor, die mir eine Beurteilung der Stabilität des Unternehmens usw. ermöglichen soll. Am Schluss steht die Bewertung, die ich mit einer selbst gebastelten Spreadsheet-Tabelle vornehme.
Außerdem lese ich sehr gerne Bücher von bekannten Value Investoren, bspw. von Charlie Munger, Peter Lynch, Joel Greenblatt (diese drei sind meine Lieblinge). Es gibt noch viele weitere, daher ist meine Leseliste noch lang.

6. Wie kam es dazu, deinem Instagram Account zu erstellen welche Motivation hast du und wo soll es für dich noch hingehen?

Nachdem ich mich erstmal in die Börse reingefuchst hatte, ist mir der krasse Kontrast zu meiner früheren Wahrnehmung klar geworden, und ich wusste, dass ich etwas gegen diese verzerrte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit tun wollte. Außerdem habe ich gemerkt, dass die Informationen über Value Investing auf Deutsch ziemlich dünn gesät sind (und die guten Bücher auf Deutsch leider total bescheuerte Titel haben…). Daher erkläre ich auf meinem Account die Grundlagen des Investierens nach „Value“-Art und freue mich über die Interaktion mit anderen Investoren. Das ganze ist eine absolute Win-Win-Situation, da ich auch selber sehr viel dabei lerne und so meine eigenen Investitionstechniken verfeinern kann, was mir selber auch sehr zugute kommt.

Vor kurzem habe ich außerdem das Social Trading für mich entdeckt: Hier kann man praktisch als Manager eines eigenen Fonds agieren, der bei genügend Interesse sogar investierbar wird. Das finde ich ein super Konzept — hier kann man sich beweisen und trägt auch nicht die ganzen Fesseln, die einen institutionellen Fondsmanager in seiner Freiheit beschränken.

7. Hast du eine Aktie in deinem Depot, die du niemals verkaufen würdest und hast du eine Lieblings Aktie?


Meine „Lieblingsaktie“ ist derzeit Capri Holdings, die ich während des Corona-Crashs wirklich im absoluten Dip erwischt habe: sie liegt derzeit um die 210% im Plus. Verkaufen würde ich sie aber trotzdem, wenn ich der Meinung bin, dass sie ihr sinnvolles Steigerungspotential ausgeschöpft hat.

Lisa von Aktiengram im Podcast-Interview bei Finanz.Illuminati

Vor einigen Wochen fragte mich Mirco vom Kanal Finanz.Illuminati, ob ich nicht Lust hätte bei seinem Podcast als Interview-Gast mitzuwirken.

Gesagt, getan – Mein 1. Interview – hört es euch an und gebt mir gerne Feedback.

Im Podcast geht es unter anderem um den Kauf von TUI, selbst generierte Bitcoins und Bestattungsunternehmer-Aktien. Zudem erzähle ich am Beginn ein wenig zu meinem Weg an die Börse und ihr erfahrt vielleicht die ein oder andere neue Info.

Ich war super nervös, weil ich nicht so richtig wusste, was dort auf mich zukommt. Mit Mirko als Interviewpartner lief es dann aber doch ganz gut und flüssig. 🙂

Hier könnt ihr den Podcast via Apple Podcast anhören.

Und hier geht es zu Spotify.