Reisebericht Norwegen

Hallo zusammen! In meiner Story bei Instagram hatte ich euch bei meinem Urlaub durch Norwegen ein wenig mitgenommen. Neben einigen Inspirationen für Beiträge zu norwegischen Aktien möchte ich heute auch endlich einmal meinen Reisebericht Norwegen mit euch teilen.

Im Letzten Jahr war das Thema Urlaub eher knapp. Es wurde Zeit für einen Tapetenwechsel. Nach einiger Überlegung stand das Ziel fest: Norwegen! 🇳🇴

Die Anreise

Um nach Norwegen zu kommen, gibt es für uns Deutsche mehrere Möglichkeiten, die alle ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben. Viele fahren mit dem Auto nach Dänemark und setzen von dort mit der Fähre über. Der riesige Vorteil dieser Variante ist es natürlich, dass man sein eigenes Auto dabei hat und im Falle eines Roadtrips, wie ich ihn geplant habe keinen Mietwagen buchen muss. Außerdem bietet es einem die Möglichkeit sich genug Verpflegung für die ersten Tage oder sogar Wochen mitzunehmen, da die Preise in Norwegen echt eine ganz andere Hausnummer sind. Aufgrund des Zeitaufwands, den diese Methode benötigt (insgesamt ohne Pausen beträgt die Fahrzeit ca. 15 Stunden (inklusive Fähre) und den fast identischen Kosten für die Anreise, habe ich mich für die Anreise mit dem Flugzeug entschieden, was je nach Verbindung und Umstiegen zwischen 2 und 5 Stunden dauert.

Die Route

Oft hat man Norwegen lediglich als kleinen Teil Skandinaviens irgendwo im Norden im Kopf, dabei ist das Land wirklich groß! Für meine Reise waren etwa 2,5 Woche Zeit, sodass es für mich leider nicht möglich war das komplette Land zu bereisen und ich einige bestimmt wunderschöne Orte außen vor lassen musste. Aber immerhin macht es die Entscheidung, welchen Teil des Landes man evtl. nächstes Mal bereist deutlich einfacher. Meine Entscheidung fiel auf den Süden des Landes, der vor allem für seine wunderschönen Fjorde bekannt ist. Auch finden sich hier mit Oslo und Bergen die beiden größten Städte des Landes. Nachdem diese Entscheidung getroffen war, habe ich mir einen Rundkurs überlegt, auf dem ich möglichst viel der südlichen Hälfte des Landes abdecken wollte. Zusätzlich bietet ein Rundkurs im Vergleich zu einer einfachen Strecke den Vorteil, dass man den Mietwagen an der gleichen Station zurückgeben kann.

In meinem Buchungszeitraum war es tatsächlich der Fall, dass ich für eine Einwegbuchung des Mietwagens von Oslo nach bspw. Tromso fast die doppelten Kosten gehabt hätte (jetzt hat der Mietwagen für 2,5 Wochen ca. 700€ inkl. vollem Versicherungsschutz und unbegrenzten Kilometern gekostet). Da ich lediglich einen kleinen Toyota Yaris Hybrid (super Auto für die Reise gewesen!), mussten für die Unterkünfte entlang der Route andere Möglichkeiten gefunden werden und was läge da näher als das allseits beliebte Airbnb – mehr zu den Unterkünften später!

1. Stopp (05.-08. September)

Ich bin also mit einem kurzen Zwischenstopp in Amsterdam nach Oslo geflogen. Die Einreise verlief dabei reibungslos und ist besonders für geimpfte Personen absolut kein Problem. Auch die Kontrolle am Flughafen in Oslo war nach etwas Wartezeit erledigt. Die erste Unterkunft habe ich mir etwas außerhalb von Oslo gesucht, da ich mit dem Auto sowieso sehr flexibel war und das Parken in Oslo vollkommen in Ordnung war. Es ging also auf eine etwas vorgelagerte „Halbinsel“ in die Gemeinde „Baerum“ (Unterkunft bei Airbnb).

Die Unterkunft war relativ klein und hatte leider keine vollausgestattete Küche, aber die Umgebung war einfach unglaublich schön! Auch die Hosts waren sehr nett und hilfsbereit (was ich allerdings von jedem unserer Hosts auf der Reise sagen könnte). Hier verbrachte ich die ersten 3 Tage und hatte somit Zeit im neuen Land anzukommen, Oslo, den Hauptsitz von Nel ASA, ein paar Museen zu erkunden und sogar noch einen Tagesausflug nach Tonsberg, der ältesten Stadt Norwegens zu machen.

2. Stopp (08.-09. September)

Da ich die wirkliche Südküste von Norwegen gegenüber der Westküste und dem Landesinneren mit seinen Nationalparks vorgezogen habe, habe ich für die Südküste nicht sonderlich viel Zeit aufgewendet. Auf dem Weg in Richtung Süden des Landes habe ich die Zentrale von Tomra besucht und nach einem kurzen Aufenthalt in der Hafenstadt Kristiansand, die Nacht etwas weiter nördlich in Vennesla verbracht. Die Unterkunft etwas abgelegen und älter, aber dafür umso günstiger und hat alles geboten, was man so für eine Nacht benötigt. Unser Host, eine ältere Dame, war wieder sehr freundlich und hat uns für die Weiterfahrt den super Tipp gegeben über das Landesinnere weiter nach Stavanger zu fahren anstatt an der Küste entlang, was sich wirklich als ein sehr guter Rat erwiesen hat! (Unterkunft bei Airbnb). Eine Karte der Rundreise habe ich unten eingefügt.

3. Stopp (09.-11. September)

Nachdem ich also meine Route über das Landesinnere fortgesetzt hab und sogar noch eine kurze Wanderung zum Wasserfall „Manafossen“ und dem Hauptsitz von „Nordic Unmanned“ gemacht habe, war mein dritter Stopp in der Nähe von Stavanger in Jorpeland. Ursprünglich wollte ich sogar bis zum 12. in der Unterkunft bleiben, bin dann aber spontan etwas früher weiter, da eine größere Wanderung geplant war und das Airbnb (als einziges auf der Reise) uns absolut nicht zugesagt hat (Hier trotzdem der Link). Während unseres Aufenthaltes habe ich eine der bekanntesten Wanderungen Norwegens zum „Preikestolen“ gemacht.

Wie so oft war es leider bei den sehr bekannten Wanderungen so, dass vieles der Schönheit der Natur den Menschenmassen weichen musste. Trotzdem war es absolut atemberaubend und sollte auf keinen Fall ausgelassen werden! Den Abend nach der Wanderung habe ich in Stavanger verbracht. Stavanger und der kleine Ort Tau sind übrigens über den längsten Unterwassertunnel der Welt miteinander verbunden. Dieser ist etwas über 14 km lang, reicht bis ca. 300m unter die Erde und kostet eine richtig ordentliche Mautgebühr, die es aber definitiv wert ist.

4. Stopp (11.-12. September)

Um die weggefallene Nacht in der vorherigen Unterkunft zu kompensieren, habe ich also spontan eine weitere Unterkunft in der Nähe meiner nächsten Herausforderung der „Trolltunga“ gebucht. Leider musste sich diese Wanderung dennoch erneut verzögern, da das Wetter nicht 100%ig mitgespielt hat und für die nächsten Tage Besserung angekündigt war. Die Unterkunft hingegen war wunderschön, modern und sehr gut gelegen. Man hätte theoretisch über die Straße vorm Haus direkt in den Hardangerfjord laufen können (ich bin allerdings im Laufe der Reise noch deutlich näher an Fjorde gekommen). (Link zum Airbnb)

5. Stopp (12.-15. September)

Nachdem sich meine Wanderung zur Trolltunga also verschoben hatte, bin ich am nächsten Morgen weiter zur nächsten Unterkunft, die allerdings nicht sonderlich weit entfernt lag. Die Unterkunft kann ich auf jeden Fall zu einer der absoluten Highlight-Unterkünfte auf der Reise zählen. Es war ein Tiny-House, das lediglich über einige Meter Wiese vom Hardangerfjord getrennt war. Die Unterkunft lag auf einem kleinen Bauernhof unseres Hosts Knut und seinem Sohn Ragnar. Eines der zusätzlichen Highlights (neben dem Haus, der Aussicht und dem Multimediasystem mit Beamer und Surround Anlage) war das kleine Homegym unter dem Kuhstall. Nach einigen Tagen ohne richtiges Krafttraining war das Training eine wahre Wohltat! (Link zum Airbnb).

Während des Aufenthalts bin ich sowohl zu dem kleinen, aber relativ bekannten See Bondhusvatn gewandert und habe endlich meine Wanderung zur Trolltunga geschafft, was trotz der etwas längeren Anfahrt zeitlich kein Problem war. Hier gibt es verschiedene Parkplätze und es ist in meinen Augen definitiv sinnvoll einen Parkplatz auf dem Parkplatz P3 vorab zu buchen, da die ersten 2 km ansonsten lediglich eine Straße, ohne grandiose Aussicht bergauf sind und man sich nur unnötig auspowert. Eine Kostenersparnis ist es ebenfalls nicht wirklich und die Preise (die Preise sind auf jedem Parkplatz dort astronomisch).

6. Stopp (15.-18. September)

Nachdem ich den Hardangerfjord besucht hatte führte mich die Reise weiter zum größten der Fjorde – dem Sognefjord bzw. einem seiner kleinen Ausleger, dem Arnafjord. Auf dem Weg dahin habe ich die wunderschöne Stadt Bergen besucht und mir den Stadtberg Floyen angeschaut, den man ganz einfach über eine Bergbahn, die Nahe des Stadtzentrums beginnt, erreichen. Auf dem Weg zur Unterkunft hatte ich noch kurz Kontakt mit dem Host der nächsten Unterkunft, wo er mir mitteilte, dass ich von ihm für meinen Aufenthalt eine andere Unterkunft zugewiesen bekomme – quasi ein Upgrade. (Link zum Upgrade)

Die Bilder meines eigentlich gebuchten Airbnbs sahen schon echt vielversprechend aus, aber die neue Unterkunft war wirklich wunderschön. Direkt am Fjord, mit einem riesigen Balkon, von dem man theoretisch direkt in den Fjord springen könnte bzw. von dem man ohne Probleme sein Abendessen hätte Angeln können. Ein Video von der Unterkunft hatte ich ebenfalls bei Instagram in der Story geteilt. Während meiner Zeit am Arnafjord habe ich einen Tagesausflug nach Flam und Gudvangen gemacht. Von dort aus hätte man mit einem kurzen Umweg auch durch den längsten Tunnel der Welt, den Laerdalstunnel mit 24km länge fahren können. Tunnel können die Norweger auf jeden Fall.

7. Stopp (18-20. September)

Zugegeben, es war nicht einfach die wunderschöne Unterkunft am Arnafjord zu verlassen, zumal die nächsten Unterkünfte zwar auch irgendwie eine gewisse Gemütlichkeit versprachen, aber auf einem ganz anderen Level einzuordnen waren. Wie dem auch sei, der Roadtrip ging weiter! Auf dem Weg zur inzwischen 7. Unterkunft habe ich einen Stopp und eine kurze Wanderung zum Gletscher Brikdalsbreen gemacht. Ich hatte vorher noch nie einen Gletscher aus der Nähe gesehen und die Eismassen sind schon der Wahnsinn. Besonders erschreckend fand ich allerdings die Markierungen am Wegesrand, bis wohin der Gletscher zu bestimmten Jahreszahlen einmal ging. Auch der Fluss aus Tauwasser, der vom Gletscher ins Tal schoss war erschreckend groß. 10.000 Liter pro Sekunde gingen die Wasserfälle hinunter, was einem deutlich macht wie schnell das Eis schmilzt, aber zum anderen auch aufzeigt, wie ungeheuerlich groß die Gletscher sind bzw. einmal waren. Nach der kleinen Gletscherwanderung bin ich beim nächsten Airbnb angekommen.

Es lag im ersten Stockwerk eines Einfamilienhauses und war so gesehen eine eigene Etage, für Airbnb Gäste. Geteilt hat man sich lediglich das Treppenhaus mit den Hosts, die ich jedoch nicht persönlich kennenlernen konnte. Man hat trotzdem genug von Ihnen bzw. ihren Kindern mitbekommen, da das Haus extrem hellhörig war (was wahrscheinlich auch dem Alter des Hauses geschuldet war). Alles in Allem gibt es mit Sicherheit bessere Airbnbs in der Gegend. (Hier trotzdem der Link.)

8. Stopp (20.-21. September)

Die Reise nährt sich dem Ende. Die letzte Unterkunft bevor es wieder zum Flughafen nach Oslo geht, ich den kleinen Mietwagen wieder abgebe und wieder nach Deutschland zurückkehre. Aber bis dahin habe ich noch ein bisschen was vor. Ich verlasse die letzte Unterkunft zeitig am Morgen und mache mich auf den Weg zum Jotunheimen Nationalpark. Ursprünglich hatte ich gehofft ich schaffe es bis ganz nach Trondheim in den Norden, aber die Zeit wurde zu knapp. Im Jotunheimen Nationalpark wollte ich noch eine letzte Wanderung machen.

Zum Suchen von Wanderrouten habe ich in Norwegen die App „Ut.no“ genutzt und selber einige der Wanderungen, die ich gemacht habe in der App „Bergfex“ hinzugefügt. Bis dato gab es in Norwegen quasi noch keine Einträge bei Bergfex, da die App eher in Österreich etc. genutzt wird. Meine Wahl im Jotunheimen Nationalpark, der zu der Zeit im Herbstanfang schon in wundervollen Rot- und Orangetönen erstrahlt ist, fiel auf den Berg „Knutshoe“ und das darum liegende Tal mit seinen Bächen und Seen.

Hier verbrachte ich also ein paar Stunden der Wanderung und habe ein paar memefähige Clips gedreht, von denen ich ggfs. mal den ein oder anderen auf Instagram teilen werde :D. Nach der Wanderung ging es in die letzte Unterkunft in Lillehammer. Lillehammer seinerseits war im Jahr 1994 Austragungsort der Olympischen Spiele. Generell würde ich sagen, dass Norwegen auch im Winter definitiv mal einen Ausflug für Ski- und Wintersporturlauber wert ist – die Landschaft stelle ich mir ebenfalls wahnsinnig schön vor, wenn alles mit Schnee überzogen ist! Die Unterkunft lag etwas außerhalb von Lillehammer und diesmal im Erdgeschoss von einer Art Bauernhof. Etwa 10 Meter von unserer Eingangstür entfernt begann die nächste Kuhweide, sodass man bei geöffneten Fenstern stets das leise Läuten der Kuhglocken hätte hören können. Die Unterkunft selber war ebenfalls absolut schön und modern eingerichtet und kann absolut empfohlen werden! Link zum Airbnb.

Bis bald Norwegen

Nachdem man in den ersten Tagen der Reise das Gefühl hatte, schon sehr viel gesehen und erlebt zu haben und trotzdem noch fast 2 Wochen vor sich zu haben, ging die Zeit gegen Ende der Reise einfach viel zu schnell vorbei. Kaum war man angekommen, hatte man das Auto auch schon wieder zurückgegeben und war wieder in Deutschland.

Im letzten Abschnitt meines Berichts möchte ich noch ein paar kleine Tipps und generelle Dinge zu Norwegen mit euch teilen, die mir aufgefallen sind oder die mir sehr gefallen haben:

Tipps / Hinweise

  1. Das Benzin in Norwegen ist nochmal deutlich teurer als in Deutschland, obwohl man meinen könnte, dass es aufgrund ihrer Ölvorkommen doch anders sein müsse. Es macht also durchaus Sinn zu schauen oder zu hoffen, dass man bei der Autovermietung zumindest ein Hybridwagen bekommen kann. Mein Toyota Yaris hat sich lediglich 3-3,5 L pro 100km genehmigt. Generell ist die E-Mobilität extrem weit fortgeschritten und es befinden sich quasi mehr E-Autos als Verbrenner auf den Straßen.
  2. Die generelle Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn ist 100 km/h (in manchen Streckenabschnitten darf es auch 110 km/h werden – nur wenn darauf hingewiesen) und Strafzettel sind teuer!
  3. Achtet immer darauf in den Städten ein gültiges Parkticket zu haben (in den meisten Fällen ist das einfach per App möglich), denn wie gesagt – Strafzettel sind teuer!
  4. Einkaufen ist ebenfalls relativ teuer wenn man deutsche Preise gewohnt ist. Als „günstigere“ Supermärkte und quasi als Pendant zu LIDL und Aldi in Deutschland bieten sich hier REMA1000 und Kiwi an. In kleineren Orten und abgelegenen Fjorden muss man dann zu den etwas kleineren und etwas teureren Spar Supermärkten oder im schlimmsten Fall dem Joker (hat auch Sonntags geöffnet) zurückgreifen.
  5. Mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen ist die Reise durch Norwegen ebenfalls sehr zu empfehlen, da man offiziell überall campen darf (außer es gibt ein explizites Verbot).
  6. Eine Rundreise mit dem Mietwagen und der flexiblen Buchung von Airbnbs bzw. zur Not Hotels ist ebenfalls sehr entspannt möglich. Die Top-Favoriten unter den Airbns waren definitiv der 5. und 6. Stopp, gefolgt vom 1., 4. und 8. Stopp.
  7. Ich habe absichtlich „zur Not“ Hotels geschrieben, da diese oftmals keine Küche haben und es sehr teuer wäre jeden Tag essen zu gehen. Ab und an habe ich mir das natürlich trotzdem nicht nehmen lassen – ist ja Urlaub!
  8. Zieht lieber einmal öfter um als einmal zu wenig. Die Fortbewegungsmöglichkeiten in Norwegen außerhalb der großen Städte sind recht eingeschränkt und es ist nicht selten, dass man für relativ kurze Strecken sehr lange braucht. Daher ist es auch nicht wirklich möglich viel vom Land zu sehen, wenn man bspw. eine Woche in Oslo und eine Woche in Bergen eine Unterkunft hätte.

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