Endlich ein Schweizer Konto mit Yuh?

Vor einigen Tagen wurde ich von einem Freund auf die Finanz-App Yuh aufmerksam gemacht. Hier soll man auch aus Deutschland relativ unkompliziert eine Schweizer IBAN erhalten können. Also habe ich mir das mal genauer angesehen. Endlich ein Schweizer Konto mit Yuh?

Update im Februar 2022: Jetzt auch Aktien-Sparpläne

In der App nennt sich das Ganze „Wiederkehrendes Investieren“ und lässt sich wie folgt einrichten:

Was ist Yuh?

Yuh ist ein Zusammenschluss Swissquote und Postfinance und macht es möglich, auch aus Deutschland ein Konto in der Schweiz zu eröffnen. Und das ist noch nicht alles: Denn auch das Investieren in Aktien ist mit der App möglich. Ich habe mir das einmal genauer angeschaut.

Bonus sichern

Wie kann es anders sein: Zur Kontoeröffnung und zum Launch der App gibt es aktuell auch ein spannendes Bonusprogramm. Hier erhält man 500 Swissqoin (SWQ) sobald man 500 € auf das Konto überwiesen hat. Weitere 500 Swissqoin gibt es per Referral Code: jexr39

Diesen kann man einfach bei der Anmeldung angeben und profitiert so gleich zwei mal. Sobald 500 € (am Stück) auf das Yuh Konto eingezahlt wurden, erhält man den Bonus in Swissqoins.

yuh-bonus-code-swissqoin
Referral Code: jexr39

Dividenden in CHF?

Auch Dividenden erhält man direkt in CHF, wie hier an meinem Lindt-Beispiel schön zu sehen. Für 0,005 Lindt-Aktien gab es 3,67 CHF Dividende im Mai.

Dividenden in CHF
Dividenden in CHF

Swissqoin?

Grundlegend basiert Swissqoin auf der Etherum-Blockchain.

Ein innovativer Krypto-Token, dessen Wert steigt, da ein Teil der Einnahmen von Yuh zurückfließen. Weil wir einfach so gerne mit dir teilen. Der reinvestierte Betrag beträgt derzeit CHF 0,50 pro Monat und aktivem Kunden.

Weitere Swissqpoins kann man mit Nutzung von Yuh sammeln:

Was kann Swissqoin?

Yuh schreibt dazu auf der Webseite selbst:

  • Löse es jederzeit für Bargeld ein, wähle einfach die Option «Sofortverkauf» in der App.
  • Verschenke sie an alle deine Freunde, die ebenfalls Yuh-Kunden sind.
  • SWQ zu behalten lohnt sich: Wir gehen davon aus, dass der Wert dank Yuh-Einnahmen monatlich steigt.

Gebühren?

„Du und Yuh, ihr seid ein Team. Deshalb garantieren wir: keine versteckten Kosten, glasklare Preise und kostenfreie Mastercard.“, so steht es aktuell auf der Webseite von Yuh. Und weiter:

Yuh berechnet keine Gebühren, wann immer es möglich ist, und niedrige Gebühren, wenn es notwendig ist. In allen Fällen erhältst du volle Transparenz.

Zahlen
Abhebungen in der Schweiz mit der Debitkarte1 kostenlose Abhebung/Woche1
Abhebungen im Ausland mit der Debitkarte4.90 CHF/Abhebung
Transaktionsgebühren in 13 Währungen mit der Debitkarte
(in Geschäften und online)2
Kostenlos
Erste Karte (gratis Lieferung)Kostenlos
Banküberweisungen in der Schweiz in 13 Währungen2Kostenlos
Banküberweisungen in Europa (SEPA) in EUR3, 4Kostenlos
Internationale Banküberweisungen (IBAN Länder) in 13 Währungen2, 34 CHF
Zahlungen per QR-Code und Einzahlungsschein3Kostenlos
Peer-to-Peer-Zahlung in der AppKostenlos
Währungswechsel0.95%
Sparen
SparprojekteKostenlos
Investieren
DepotgebührenKostenlos
Trading mit Aktien, ETF, Themes50.50%
Trading mit Kryptowährungen1%

Test-Überweisung von meinem deutschen Konto

Die Anmeldung bei Yuh ist ziemlich unkompliziert. Auch mit Wohnsitz in Deutschland!

Ungefähr 2 Stunden später war das Geld dann auch schon da:

Einen Werktag später war es dann so weit: Mein Konto ist aktiviert.

Geld einzahlen in der Schweiz?

Um die Wechselgebühren von EUR in CHF zu umgehen liegt jetzt die Überlegung nahe, ob es möglich ist in der Schweiz bei Postfinance oder Swissquote direkt Geld in einer Filiale einzuzahlen. Auch dazu kann ich euch bereits einen Erfahrungsbericht teilen: Bei Postfinance ist es gegen eine Gebühr möglich. Die Gebühr richtet sich nach der Höhe der Einzahlung.

Als Ausländer gibt es nur die Möglichkeit per Einzahlungsschein auf das Yuh Konto CHF einzuzahlen.

Auf dem Weg zur Lindt Aktie?

Derzeit sind 220 Aktien und 5 ETFs bei Yuh handelbar – gerade für Werte aus der Schweiz durchaus spannend.

Besonders interessant finde ich hier die Möglichkeit der „Fractional Shares“. Damit ist es möglich, auch anteilig (ähnlich wie Bruchstücke bei Aktien-Sparplänen) eine Aktie zu kaufen. Ein Stückchen Lindt-Aktie wäre hier also tatsächlich greifbar.

Bruchstücke kaufen

Endlich auf dem Weg zur Lindt Aktie – für rund 500 € kann ich hier aktuell ganze 0,0045 Aktien von Lindt erwerben. 😀

Ich werde das auf jeden Fall testen und dann hier weiter berichten.

Lindt Bruchstück gekauft

Heute habe ich dann auch einen Kauf getätigt und bin jetzt im Besitz von sage und schreibe 0,0044 Lindt-Aktien. Der Kauf selbst lässt sich unkompliziert per App abwickeln. Der Umtausch von Euro in CHF funktioniert ebenfalls automatisch.

Dazu aber auch gleich der Warnhinweis: Bei Yuh kauft man in diesem Fall keine „tatsächliche Aktie“, sondern eine Art Derivatkontrakt. (Yuh verkauft diese Derivate in Form von „Fractional Shares“.) Ein Derivatkontrakt erhält „seinen Wert“ aus einem zugrunde liegenden Finanzinstrument. Der Käufer des Kontrakts erhält dabei aber niemals das physische Eigentum. Derivate werden häufig zur Spekulation oder auch Absicherung des Portfolios genutzt.

Dazu folgende Ergänzung eines Support-Mitarbeiters von Yuh (Danke!): Im Falle eines Bankenkonkurses werden die Depotwerte des Kunden von der Konkursmasse ausgesondert und der Anspruch des Kunden auf diese Werte bleibt erhalten. Dies gilt gemäss Bankgengesetz explizit auch für treuhänderisch gehaltene Werte wie hier im Falle des Fractional Tradings (vgl. dazu Art. 37d in Verbindung mit Art. 16 des Schweizerischen Bankengesetzes). Entsprechend wird mit den Werten gleich verfahren, wie wenn sie auf den Namen des Kunden lauten würden.

Yuh schreibt dazu auch: „Mit dem Fractional Trading trittst du dem Club der Aktionär*innen von Google, Amazon und Lindt bei! Bei Yuh kannst du alle Produkte in Bruchteilen handeln und genau den Betrag in eine Aktie investieren, den du möchtest – ab 25 CHF.“

Weitere Informationen findet ihr zum Thema „Vereinbarung über den Handel mit fraktionalen Instrumenten für Yuh Accounts“ auch auf der Yuh Webseite.

Beachte also: Die Aktien gehören dir nicht

Die Aktien, die du via Yuh kaufst gehören weiterhin Swissquote. Sie sind also immer im Namen von Swissquote erworben. Dieses Vorgehen ist notwendig um die Fractional Shares anbieten zu können.

Die Aktie lautet dann zwar auf den Namen von Swissquote, aber Swissquote verwaltet diese in deinem Auftrag. Als Aktionär hast du die gleichen Rechte wie bei einer Aktie auf deinen eigenen Namen, wenn es um die anteilige Dividende geht.

Falls z.B. eine halbe Aktie gekauft wird, dann kauft Swissquote in eigenem Namen eine ganze Aktie an der Börse und schreibt dir auf deinem Depot eine halbe Aktie gut, welche sie in deinem Auftrag verwaltet. Aus diesem Grund ist die Übertragung von Anteilen nicht möglich und die Wertschriften können nur auf dem Yuh Konto gehalten werden.

Da bei Yuh keine Eintragung ins Aktienregister möglich ist, ist die Teilnahme an Hauptversammlungen, sowie Vergütungen von Sachdividenden (Beispiel: Lindt-Koffer) ausgeschlossen.

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11 Gedanken zu „Endlich ein Schweizer Konto mit Yuh?“

  1. Hallo Lisa,

    durchaus interessant!
    Weißt Du wie es mit der Quellensteuer ausschaut? Ist dies identisch mit einem „normalen“ Depot wo mir die Aktie gehört oder gibt es keine Quellensteuern und es wird die komplette Dividende überwiesen (Kapitalertragssteuer muss man sich dann bei der Jahressteuerbescheinigung selbst drum kümmern).

    Dank und Gruß
    MS

    Antworten
  2. Hallo Lisa,
    mich würde noch interessieren, ob tatsächlich auch eine ganze Aktie ein „Fractional Share“ ist und nicht auf meinen Namen gekauft wird. Eigentlich dürfte das doch nur die Bruchstücke betreffen.
    Vielleicht kann Diego hier noch etwas Licht ins Dunkel bringen.

    Zum Thema Überweisung:
    Ich konnte ohne Probleme Geld von Yuh auf mein Swissquote Konto überweisen. In die andere Richtung habe ich es noch nicht probiert. Sollte aber eigentlich kein Problem sein, da ja auch das Yuh Konto mit einer eigenen IBAN bei Swissquote liegt.
    LG Peter

    Antworten
  3. Hallo Lisa
    Vielen Dank für den spannenden Erfahrungsbericht über Yuh, der uns natürlich nicht entgangen ist 🙂

    Ich erlaube mir eine kurze Bemerkung zu deiner rechtlichen Einschätzung / Gefahren beim Fractional Trading. Du schreibst „Derivate sind rein rechtlich Schuldverschreibungen, sie sind somit im Fall einer Insolvenz sehr wahrscheinlich verloren“.
    Dies ist nach Schweizer Recht nicht ganz korrekt: Im Falle eines Bankenkonkurses werden die Depotwerte des Kunden von der Konkursmasse ausgesondert und der Anspruch des Kunden auf diese Werte bleibt erhalten. Dies gilt gemäss Bankgengesetz explizit auch für treuhänderisch gehaltene Werte wie hier im Falle des Fractional Tradings (vgl. dazu Art. 37d in Verbindung mit Art. 16 des Schweizerischen Bankengesetzes). Entsprechend wird mit den Werten gleich verfahren, wie wenn sie auf den Namen des Kunden lauten würden.

    Und abgesehen davon: Der Konkurs einer von der FINMA beaufsichtigten Bank ist in meinen Augen doch sehr unwahrscheinlich 🙂

    Happy to discuss!
    Liebe Grüsse

    Diego
    Head of Support Functions @Yuh

    Antworten
  4. Hallo,

    zum letzten Teil habe ich noch eine Nachfrage, weil mich Yuh für Schweizer Aktien stark interessiert: sind nur Bruchstücke fractional Shares, also die dargestellten 0,0045 Lindt? Oder fällt auch eine ganze Aktie (dann wohl eher von einem anderen Wert) unter diese Derivate?

    Antworten
    • Hallo,

      wenn ich es richtig verstanden habe ist auch eine „ganze Aktie“ ein Fractional Share: „Die Finanzinstrumente werden in deinem Auftrag von Swissquote verwaltet. Das heisst ganz konkret, dass wenn du in der Yuh-App z.B. eine Lindt-Aktie kaufst, diese von Swissquote in eigenem Namen anstatt in deinem Namen an der Börse gekauft wird.“

      Liebe Grüße

      Antworten
  5. Hey Minimalist,

    vielen Dank für eine Einschätzung! Sehr wertvoll!

    Was für mich noch interessant wäre: Kann man theoretisch über Swissquote CHF in der Schweiz direkt auf sein Konto bei Yuh einzahlen, weißt du das zufällig?

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Hallo Lisa,

      müsste theoretisch gehen (persönlich noch nicht getestet). Ich kann mir ja von Swissquote meine CHF auf ein CHF-Bankkonto auszahlen lassen. Und ob das Bankkonto von Yuh, Neon, Zak oder einer grossen Schweizer Bank ist sollte egal sein.

      Liebe Grüsse
      Schweizer-Minimalist

      Antworten
  6. Hallo Lisa

    Ich habe beim Release der Yuh-App ein Konto erstellt. Optisch, modern und ansprechend. Für Anfänger mit wenig Kapital sicherlich toll für den Einstieg. Für den Schweizer Markt definitiv eine wichtige Bereicherung. Ab bestimmten Anlagensummen rechnet sich das aber nicht mehr. Die Wechselkursgebühren von knapp 1% finde ich auch üppig. Auch finde ich deinen Warnhinweis in Bezug auf „Fractional Shares“ in den letzten Abschnitten wichtig. Für mich ist das ein NoGo.

    Liebe Grüsse
    Schweizer-Minimalist

    Antworten

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