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Deutsche Post AG Hauptversammlung 2026

Deutsche Post AG Hauptversammlung 2026

7. Mai 2026 · 5 Gedanken
Lisa Osada

von Lisa Osada

Am Dienstag ging es für mich nach Bonn zu meiner ersten Hauptversammlung in diesem Jahr. Zumindest unter dem Namen Deutsche Post AG wird das auch im Bezug auf dieses Unternehmen die letzte gewesen sein. Mehr dazu im weiteren Verlauf des Artikels.

Ich hatte zum Thema Hauptversammlung in der Vergangenheit schon einmal eine ausführliche Podcast-Folge (Folge bei Spotify) aufgenommen, in der ich über meine Perspektive damals als Auszubildende und später dann als Aktionärin spreche. Nach der Hauptversammlung der Deutsche Post AG am 5. Mai 2026 in Bonn ist jetzt der richtige Moment, das Thema hier noch einmal aufzugreifen.

Wer kann an einer Hauptversammlung teilnehmen?

Für die Teilnahme an einer (deutschen) Hauptversammlung benötigt man in der Theorie nur eine einzige Aktie und den Eintrag im Aktienregister und je nach Ort und Dauer der Anreise einen freien Tag. Bei den meisten Neobrokern erhält man diesen Eintrag gegen eine zusätzliche Gebühr, Broker wie die ING* oder comdirect* nehmen den Eintrag dagegen automatisch vor. Mit diesem Eintrag erhält man dann eine Information zu anstehenden Haupversammlungen und kann sich Eintrittskarten bestellen, oder auch sein Stimmrecht online oder per Briefwahl ausüben. (Bei manchen Unternehmen ist es auch möglich, eine Begleitperson mitzubringen.)

Die Möglichkeit mit einer Gastkarte ist die Alternative, die bei einigen Unternehmen ebenfalls möglich ist. Hier kann man also auch ohne den Aktienbesitz an einer HV teilnehmen, hat aber kein Stimmrecht und kann auch keine Fragen stellen.

Termin und Eintrittskarte

Den Termin einer Hauptversammlung findet ihr rechtzeitig vorher auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens. In meinem Fall habe ich eine Gastkarte über die Investor-Relations-Abteilung erhalten können. Reguläre Aktionäre erhalten ihre Einladung über die jeweilige Depotbank und können die Eintrittskarten dort i.d.R. kostenfrei bestellen.

Tagungsort der Hauptversammlung war das World Conference Center Bonn (WCCB) am Rhein. Ein passender Ort für einen Konzern, der seine Wurzeln so eng mit Bonn verbindet und nicht weit von der Zentrale am Post Tower entfernt. Vor dem offiziellen Teil gibt es hier meist schon Kaffee, Wasser und kleine Snacks. Genau diese Phase kann bei Hauptversammlungen schon spannend sein, weil hier ganz nebenbei interessante Gespräche entstehen.

Die Hauptversammlung

Den Anfang und die Eröffnung von Dr. Katrin Suder habe ich selbst leider verpasst, daher hier nur ein kurzer Überlick zu den Eckdaten der Jahresergebnisse:

  • Operatives Ergebnis (EBIT): 6,1 Mrd. EUR (+3,7 % gegenüber Vorjahr)
  • Umsatz: 82,9 Mrd. €
  • EBIT-Marge: 7,4 %
  • Free Cashflow ohne M&A: 3,2 Mrd. €
  • Dividendenerhöhung auf 1,90 EUR je Aktie (Vorjahr: 1,85 €)

Die Rede von Herrn Meyer steht im Nachgang hier zum Nachlesen bereit. Ebenso stehen auf der Website der Deutsche Post AG alle weiteren Präsentationen und Unterlagen des Tages sowie eine Aufzeichnung der Übertragung der Hauptversammlung bis zum Ende der Rede des Vorstandsvorsitzenden zum Nachlesen bereit. Deutsche Post AG Hauptversammlung

Das eigentliche Kernthema des Tages war dann ein anderes: die Modernisierung der Konzernstruktur. Die börsennotierte Muttergesellschaft wird von Deutsche Post AG in DHL AG umbenannt, und der Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland wird in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert, die den bekannten Namen Deutsche Post AG weiterträgt. Die Aktionäre haben diesem Schritt mit 99,95 % zugestimmt.

Im Anschluss folgte die Fragerunde. Die Bandbreite war hier wieder wirklich groß: Von kritischen Nachfragen zur Margenentwicklung bei DHL Global Forwarding bis hin zu sehr konkreten Fragen, was die Ausgliederung von Post & Paket Deutschland für die Beschäftigten und für die Aktionäre bedeutet. Nach dem offiziellen Teil gab es dann noch die Möglichkeit, kurz mit CEO Tobias Meyer zu sprechen und ein Foto zu machen.

Wie lange dauert eine Hauptversammlungen?

Hier ist alles möglich: Die Deutsche Post-HV begann um 10 Uhr und war gegen 17 Uhr beendet, als es keine weiteren Fragen mehr gab. Ich habe hier aber auch schon Versammlungen erlebt, die deutlich schneller beendet waren, sowie solche, die bis tief in die Nacht liefen. (Diese kenne ich aber nur von Erzählungen.) Wenn ihr hier Erfahrungen gemacht habt, schreibt sie gerne in die Kommentare.

Besucht Hauptversammlungen!

Auch mit Gastkarte, also ohne aktives Stimmrecht, hat sich der Besuch wieder definitiv gelohnt. Ich habe einen viel besseren Eindruck davon bekommen, wie das Management agiert und kommuniziert, konnte die strategische Neuausrichtung Richtung „DHL AG“ aus erster Hand verfolgen. Außerdem gab es die Möglichkeit für viele interessante Gespräche mit Helmut und anderen anwesenden Aktionären.

Ich kann euch nur empfehlen, die Hauptversammlungen der Unternehmen aus eurem Depot einmal persönlich zu besuchen. Dort könnt ihr viele Dinge beobachten und lernen und euch zudem mit anderen Teilnehmern austauschen. Das ist oft wertvoller als jeder Geschäftsbericht. Persönlich mache ich immer wieder dieselbe Erfahrung: Ein Unternehmen wird einfach noch einmal anders „greifbar”, wenn man einmal selbst vor Ort war, CEO und Management live erlebt und sich dann später weitere Inhalte anschaut oder durchliest. Es wird einfach ein richtiger Bezug hergestellt, der rein online so für mich nicht entsteht.

Natürlich ist nicht jede Hauptversammlung gleich. Gerade bei sehr großen Konzernen ist es eher die Ausnahme, dass man nach der Veranstaltung noch persönlich mit dem Vorstand sprechen kann. Umso schöner ist es, wenn es doch einmal klappt! Vielleicht verbindet ihr den HV-Besuch einfach mit einem Wochenende in einer Stadt, die euch noch unbekannt ist. Bonn am Rhein im Frühling ist auf jeden Fall eine gute Idee.

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5 Kommentare zu „Deutsche Post AG Hauptversammlung 2026“

  1. Finde ich sehr interessant! Aus diesem Grund hab ich ein paar Bechtle Aktien. Ich wollte irgendwann mal dort auf eine Hauptversammlung.

    Antworten
  2. Danke Lisa für tolle Eindrücke von der Hauptversammlung ! Für mich wäre Bonn gut erreichbar, um DHL Hauptversammlung nächstes Jahr zu besuchen. Ich kaufe und halte seit über 10 Jahren Aktien, war allerdings noch nie bei einer Hauptversammlung. SAP macht in den letzten Jahren immer virtuelle Hauptversammlungen. Das finde ich nicht so spannend wie vor Ort das Unternehmen kennen zu lernen. Du motivierst mich nächstes Jahr auch Hauptversammlungen zu besuchen.

    Antworten
  3. Tatsächlich habe ich schon viele Hauptversammlungen besucht – auch solche, die sehr lange gedauert haben. Die letzte Präsenz-Hauptversammlung der Bayer AG fand Ende April 2019 in Bonn statt (seitdem gab es nur virtuelle Hauptversammlungen). Es gab jede Menge Wortmeldungen, „Fridays for Future“ demonstrierte zwischendurch, und viele kritische Aktionäre sowie Bayer-Gegner ergriffen das Wort (eine einzige Aktie reicht dazu bereits aus). Das „Milliardengrab“ Monsanto war ebenfalls ein großes Thema, und sowohl Gegner als auch treue Aktionäre waren sich einig: Der Vorstand hat versagt und keine Verantwortung übernommen.

    Spät am Abend – es war sicherlich schon 22 Uhr – gab es dann die Ergebnisse der Abstimmungen: Der Vorstand wurde nicht entlastet! Das war eine Sensation, denn es war zuvor noch nie vorgekommen, dass bei einem DAX-Unternehmen der Vorstand nicht entlastet wurde.

    Wenn der Aufsichtsrat einen Funken Anstand gehabt hätte, hätte diese Abstimmung Folgen haben müssen. Stattdessen wurde noch in der Nacht nach der Hauptversammlung lediglich eine Krisensitzung des Aufsichtsrats einberufen und verkündet, dass das Gremium weiterhin hinter dem Vorstand stehe (im Gegensatz zur Mehrheit der Aktionäre!). Tatsächlich kann man hier lernen, dass eine Entlastung oder Nichtentlastung von Vorstand oder Aufsichtsrat unmittelbar keine rechtlichen Konsequenzen hat. Jedoch hätte ein funktionierender Aufsichtsrat Konsequenzen ziehen müssen – oder die Vorstandsmitglieder von sich aus. Aber das kennen wir ja inzwischen auch aus der Politik: Verantwortung wird nicht übernommen, und selbst für einen Rücktritt sind die eigentlich Verantwortlichen viel zu unfähig.

    Interessant war auch, wie lange es dauerte, bis sich die Sensation der Nicht-Entlastung außerhalb der Hauptversammlung verbreitete: Die Journalisten waren natürlich schon lange nach Hause gegangen, und eine Live-Übertragung gab es damals nicht. Es lag verständlicherweise überhaupt nicht im Interesse von Bayer, die Neuigkeit proaktiv zu verbreiten, und so dauerte es über eine Stunde, bis die Nachricht im Internet zu finden war.

    Unabhängig davon gilt aber: Unbedingt an Hauptversammlungen teilnehmen! Virtuell ist dies praktisch ohne Aufwand und Fahrtkosten möglich. In jedem Fall sollte man aber sein Stimmrecht wahrnehmen – das geht auch bei Präsenzhauptversammlungen bereits im Vorfeld online.

    Ein Wermutstropfen ist heute allerdings, dass gerade die Neobroker oft hohe Gebühren für eine Eintritts- bzw. Zugangskarte zu den Hauptversammlungen verlangen.

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