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Sicher habt ihr in den letzten Wochen oder Monaten auch von den Plänen zum Altersvorsorgedepot gelesen. Heute werfen wir einen Blick darauf, was genau geplant ist und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Nach aktuellem Stand soll zum 01.01.2027 diese neue Möglichkeit der Vorsorge mit ETFs, Fonds und Anleihen in Deutschland entstehen. Am Freitag soll der Nachfolger zur Riester-Rente verabscheidet werden.

Der Artikel wird laufend aktualisiert.

Der Plan für das Altersvorsorgedepot

Der Fahrplan steht: Nachdem das Bundeskabinett den Entwurf des Altersvorsorgereformgesetzes Ende 2025 verabschiedet hat, nahm das Vorhaben im Februar 2026 Fahrt auf. Am 24.03.2026 einigte sich die Koalition aus Union und SPD schließlich auf die finalen Details. Das Ziel der Bundesregierung liegt darin, das Altersvorsorgedepot als neue, renditestarke Säule der privaten Vorsorge ab dem 1. Januar 2027 an den Start zu bringen.

Das Herzstück des Plans ist die Abkehr von der bisherigen „Garantie-Pflicht“. Während Riester-Produkte oft durch teure Beitragsgarantien ausgebremst wurden, setzt das neue Depot voll auf die Ertragskraft des Kapitalmarkts. Konkret bedeutet das: Das investierte Geld kann ohne angezogene Handbremse in ETFs und Fonds fließen. Damit du nicht den Überblick verlierst, wird jeder Anbieter verpflichtet, ein kostengünstiges Standardprodukt anzubieten. Hier einigten sich Union und SPD aktuell auf einen Kostendeckel von 1,0 % der Effektivkosten p. a. (statt der ursprünglich geplanten 1,5 %) für das Standardprodukt. Hier gibt es jedoch auch weiterhin Kritik: Denn 1,0 % p.a. sind vergleichsweise viel, besonders über einen langen Zeitraum.

Aktuell gibt es auch noch eine einen Petition von Finanztip mit dem Ziel, diese Kosten auf maximal 0,5% zu deckeln.

Mögliche Förderungen

Die Förderung ist beitragsproportional. Das bedeutet: Was du einzahlst, bestimmt direkt die mögliche Zulage.

Die Grundzulage (Der Basis-Bonus):

Hier wird nach jährlicher Einzahlungshöhe gestaffelt:

  • Für jeden Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 360 €: 50 % Förderung (max. 180 €).
  • Für jeden weiteren Euro zwischen 360 € und 1.800 €: 25 % Förderung (max. 360 €).

Aktuell sind so insgesamt bis zu 540 € pro Jahr an staatlicher Förderung möglich (bisher waren max. 480 € geplant).

Wichtig: Die Zulagenförderung endet zwar bei 1.800 € Eigenbeitrag pro Jahr, aber du kannst dennoch mehr einzahlen. Bis zu 6.840 € pro Vertrag sollen hier möglich sein. Auch die Beträge über der Fördergrenze fallen in die steuerfreie Ansparphase.

Die Kinderzulage

Pro Kind gibt es einen Zuschlag von bis zu 300 € pro Jahr. Um die volle Kinderzulage mitzunehmen, genügt ein Eigenbeitrag von 25 € pro Monat (300 € im Jahr). Im ersten Entwurf waren hierfür noch 100 € im Monat nötig.

Berufseinsteiger-Bonus

Bist du bei Vertragsabschluss unter 25 Jahre alt? Dann kannst eine einmalige Sonderprämie von 200 € als zusätzlichen Erhöhungsbetrag direkt in dein Depot erhalten.

Mindestbeitrag & Steuern

  • Du musst mindestens 120 € pro Jahr (nur 10 € im Monat!) einzahlen, um förderberechtigt zu sein.
  • Steuerlich: Deine Beiträge und Zulagen kannst du als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt macht automatisch eine Günstigerprüfung: Du bekommst entweder die Zulage oder den Steuervorteil, je nachdem, was für dich am Ende mehr wert ist.

Steuerfreie Ansparphase

Während der Laufzeit musst du dich nach der aktuellen Planung weder um die Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag oder Vorabpauschale und Kirchensteuer kümmern. Auch Umschichtungen, z. B. wenn du Gewinne realisierst oder das Portfolio neu gewichtest, bleiben steuerfrei und ermöglichen so eine Steuerstundung.

Welche Wertpapiere dürfen in das Altersvorsorgedepot?

Im Fokus stehen vor allem Fonds und ETFs. Diese müssen den Risikoklassen 1 bis 5 (nach dem SRRI-Standard) angehören. Beliebte Produkte wie ETFs auf den MSCI World oder den FTSE All-World fallen in diese Kategorien und sind nach diesem Stand also förderfähig. Einzelaktien, Kryptowährungen, Zertifikate etc. finden dagegen keinen Platz.

Wann kann man das eingezahlte Geld nutzen?

Das Geld im Altersvorsorgedepot ist zunächst einmal für deinen Ruhestand reserviert. Der reguläre Zugriff auf dein angespartes Kapital beginnt in der Auszahlungsphase, die aktuell zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr begonnen werden kann. Hier hast du die Wahl zwischen zwei Modellen:

  • Einer lebenslangen Rente
  • einem Auszahlungsplan, der mindestens bis zu deinem 85. Lebensjahr läuft.

Du kannst dir außerdem zu Beginn einmalig bis zu 30 % auszahlen lassen. Beachte, dass diese mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert wird.

Vorzeitige Entnahme

Grundsätzlich ist eine vorzeitige Entnahme zwar nicht ausgeschlossen, sie wird vom Staat jedoch als „förderschädlich“ eingestuft. Das bedeutet: Du musst alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile der vergangenen Jahre zurückzahlen. Eine Ausnahme ist geplant für angehende Eigenheimbesitzer: Entnahmen für selbst genutztes Wohneigentum sind zulässig und gelten nicht als förderschädlich.

Auszahlungsphase

In der Auszahlungsphase sind dann Steuern fällig, allerdings in den meisten Fällen nach heutigem Stand zu besseren Bedingungen als im Erwerbsleben. Die geförderten Beiträge und deren Erträge versteuerst du mit deinem dann persönlichen Einkommensteuersatz. Für Beträge, die du über die Fördergrenze hinaus eingezahlt hast, gelten oft günstigere Regeln wie die Ertragsanteilsbesteuerung.

Kann das Vermögen aus dem Altersvorsorgevertrag vererbt werden?

Das Guthaben ist grundsätzlich vererbbar, aber es gibt steuerliche Spielregeln.

  • Ehepartner: Verstirbt der Partner, kann das Guthaben steuerfrei auf das Altersvorsorgedepot des überlebenden Ehepartners übertragen werden. Die Förderung bleibt dann erhalten.
  • Andere Erben: Wird an Kinder oder Dritte vererbt, müssen die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile an den Staat zurückgezahlt werden. Der Rest vom Depot geht ganz normal an die Erben.
  • Besonderheit Leibrente: Wählst du die lebenslange Rente, endet die Zahlung normalerweise mit dem Tod.

Du kannst eine Rentengarantiezeit (10 oder 20 Jahre) vereinbaren. Stirbst du früher, erhalten Hinterbliebene die Rente für den restlichen Zeitraum.

Altersvorsorgedepot: Welche Broker sind dabei?

Die ING* hat bereits Informationsseiten geschaltet und signalisiert deutlich, dass sie als Anbieter für das neue, staatlich geförderte Depot bereitstehen wird und auch Scalable Capital* hat sich bereits dazu geäußert und eine eigene Landingpage zum Thema veröffentlicht. Neu hinzugekommen ist der Plan für ein staatlich organisiertes Altersvorsorgedepot, das als günstige öffentlich-rechtliche Standardlösung fungieren soll.

Wer kann das Altersvorsorgedepot nutzen und wer nicht?

Die Pläne zum Altersvorsorgedepot enthalten klare Regeln, wer zu der Gruppe der sogenannten „unmittelbar Förderberechtigten“ gehört. Diese umfasst vor allem klassische Arbeitnehmer und Auszubildende in versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen sowie Beamte, Richter und Berufssoldaten. Ebenfalls zugangsberechtigt sind Eltern während der dreijährigen Kindererziehungszeit, nicht erwerbsmäßige Pflegepersonen und Bezieher von Entgeltersatzleistungen.

Ganz neu: Nach der aktuellen Einigung dürfen ab Start 2027 auch Selbstständige in das geförderte Altersvorsorgedepot einzahlen.

Auch Minijobber, die sich nicht von der Rentenversicherungspflicht haben befreien lassen, sowie pflichtversicherte Landwirte, Künstler und Publizisten können das Depot nutzen. Wer selbst keine dieser Voraussetzungen erfüllt, aber mit einem förderberechtigten Partner verheiratet ist, kann unter bestimmten Bedingungen zumindest über den Ehegatten die Grundzulage erhalten (mittelbare Förderberechtigung).

Ausgeschlossen sind weiterhin Minijobber, die den Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gestellt haben, sowie Personen, die bereits eine Vollrente wegen Alters beziehen.

Fazit

Die finale Umsetzung interessiert mich auf jeden Fall sehr und ich möchte das Angebot auch selbst nutzen, parallel zu meinen bisherigen Depots und Investitionen. Welche Gedanken habt ihr dazu? Werdet ihr das Angebot nutzen?

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14 Kommentare zu „Pläne zum Altersvorsorgedepot“

  1. Die Ideen zur neuen Riesterförderung sind nach meinem Wissen noch nicht in Gänze festgezurrt. Es sollte niemanden davon abhalten, auch dieses Jahr noch einen Riestervertrag abzuschließen; insbesondere Geringverdiener. Grund: Bislang kann bei entsprechender Vorraussetzung die volle Förderung auch mit dem Mindestbeitrag 5€/Monat erhalten. Es steht dem Versicherten frei später noch weitere Riesterverträge abzuschließen oder zu switchen.

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  2. Wieder mal ein typisch deutsches Produkt; das haben sich bestimmt viele Beamte ausgetüftelt. Einzelaktien darf man dem Bürger natürlich nicht zumuten. Aber bei 1,0% Kostenquote freut sich wenigstens die Finanzbranche.

    Es war nichts anderes zu erwarten, schon gar keine Altersvorsorge nach dem US-Vorbild 401k. Dafür ist der Deutsche wohl einfach zu unmündig.
    Oder die Lobby zu groß…

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    • Dass wir überhaupt über echte Depots statt starrer Rentenpolicen reden, ist ein riesiger Gewinn für die Aktienkultur. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es läuft wenigstens einmal an.

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    • Du kannst eigentlich gern gen USA auswandern, falls Dir die dortigen Sozialleistungen etc. besser gefallen, als die „typisch deutschen Produkte“.
      Ich selbst bin kein Deutscher, daher „darf ich anmerken“, dass vor allem die Nörgelei ein „typisch deutsches Produkt“ ist. 😉

      Und ja, meines Wissens wirst weder Du, noch sonst jemand dazu gezwungen, dieses Förder-Angebot (das evtl. Bürger:innen dieses Landes letztendlich mitfinanzieren) anzunehmen.
      Deine Einstellung finde ich, ehrlich gesagt, sehr bedauerlich.

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  4. Das Gesetz ist die Chance, den Kapitalmarkt endlich demokratisch zu erschließen, ein historischer Schritt für die private Vermögensbildung. Doch dabei darf man eines nicht vergessen: Wer schon längst in Eigenregie spart und investiert, braucht endlich höhere und dynamisierte Freibeträge. Es kann nicht sein, dass diejenigen durch die Inflation bestraft werden, die heute Vorsorge treffen, um später dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen.

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    • Korrekt! Stimme zu! Wir hatten früher mal einen Freibetrag von DM 6000,-/Person (zuzüglich 100,- Werbungskostenpauschale). Ich habe in meinem Fundus beim Ausmisten noch einen alten Freistellungsauftrag von 1994 gefunden (würde ich gerne hier anhängen, wenn Upload von Fotos möglich wäre. Kann bei Interesse aber von Lisa bei mir angefordert werden, um es hier für Lobbyarbeit zu veröffentlichen).
      Es gibt dazu aber bei wikiblödia einen Artikel mit dem Titel „Sparerfreibetrag“.
      Das wurde dann unter der Schröder Regierung massiv eingekürzt.
      In Anbetracht der Teuerung der letzten 25 Jahre müsste der Freibetrag aktuell bei min. Eur 6000,-/Person liegen.
      Gerade Kleinanlegern, die es besonders nötig hätten, wird durch den niedrigen Freibetrag ein Vermögensaufbau massiv erschwert.

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      • Besonders charmant finde ich die Idee eines mitwachsenden Freibetrags: Warum lassen sie die 1.000 € jedes Jahr verfallen? Könnte man den Betrag einfach „ansparen“, hätte ein 18-jähriger zum Start ein steuerfreies Kontingent von 18.000 €. Selbst wenn man nicht Eltern hatte, die einem schon ein Kinderdepot mit 1 erstellt haben, hat man dann keinen Nachteil gegenüber diesen. Das wäre ein echter Turbo für den Vermögensaufbau und würde die eklatante Ungerechtigkeit gegenüber der „Generation vor 2009“ (die ihre Altbestände noch immer steuerfrei verkaufen kann) zumindest abmildern.

        Was mich in der Debatte auch immer wieder wundert: Gerade im Sozialstaat Deutschland wird dieser Zusammenhang oft ignoriert. Wer heute motiviert ist, privat vorzusorgen, sorgt dafür, dass er später eben nicht möglicherweise auf Sozialhilfe oder sonstige Unterstützung angewiesen ist. Ein großzügigerer oder rollierender Freibetrag ist die günstigste Sozialpolitik, die man sich vorstellen kann, denn er fördert Eigenverantwortung statt späterer Staatsabhängigkeit.

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        • Die Idee ist auch interessant, wird aber mit unseren Politikern nicht zu machen sein. Klar ist jedenfalls, dass der Freibetrag deutlich angehoben werden muß, egal ob wachsend oder statisch. Als weiteren Hebel für Vermögensaufbau könnte am Steuersatz der Kapitalertragsteuer gedreht werden. Wenn der z.B. wie die Einkommensteuer progressiv gestaltet wird, mit einem Eingangssteuersatz von beispielsweise 10% und dem Höchstsatz z.B. erst bei 30K oder 50K Kapitalerträgen, würde der Vermögensaufbau auch einfacher und spätere Entlastung der Sozialkassen eher gewährleistet (Oder Kapitalertragsteuer abschaffen …). Stattdessen gibt es immer wieder die Idee einer Finanztransaktionssteuer (hatte ich kürzlich in Italien bezahlt), was unter gleichzeitiger Beibehaltung der Kapitalertragsteuer inakzeptabel wäre, auch Sozialabgaben auf Kapitalerträge wären ein Unding. Die betriebene Politik legt die Vermutung nahe (nur Verschwörungsgeschwurbel), dass es das gewünschte Ziel ist, die breite Masse arm zu halten, da arme Leute leichter lenkbar sind. Letzteres ist Fakt. Das seit Jahren progagierte Palaver aus der Politik zur privaten Altersvorsorge steht auf jeden Fall im Widerspruch zu den (nicht) geschaffenen Rahmenbedingungen. Grundlage generell ist und bleibt die finanzielle Bildung der Bürger, mit der es immer noch schlecht aussieht, da einfache Zusammenhänge von Inflation/Geldmengenausweitung, Teuerung usw. überhaupt nicht begriffen werden, da das in den Mainstreammedien falsch wiedergegeben oder nicht ordentlich darüber aufgeklärt wird.
          Prof. Rieck hatte kürzlich z.B. auch erklärt, dass 3 Prozentpunkte Mwst.-Erhöhung, einer Erhöhung von ca. 15% entspricht (genau 15,789%) und nicht 3%, um über die Augenwäscherei aufzuklären. Hier in der Nachbarschaft gibt es Leute, die glauben, dass sie mit einem (teuren) Depot bei ihrer Hausbank und deren überteuerten Fonds gut dran sind. Denen sage ich, dass sie mal die Kosten und tatsächliche Teuerungsrate von ihrer vermeintlichen Rendite abziehen sollen (Ergebnis wäre vermutlich, dass das Geld dann genausogut auf einem „Sparbuch“, unterm Kopfkissen oder in einer Feuertonne liegen könnte). Balthasar Becker ist sogar der Meinung, dass die Inflation gegengerechnet werden müsste, um die wahre Rendite zu berechnen. Das wird natürlich nicht gemacht, weil dann möglicherweise die unbequeme Erkenntnis folgen würde, dass die Finanzen doch lieber selber in die Hand genommen werden müssten. German Angst und Unwissen hält viele von der Börse und eigenständigem Handeln ab. Die ständigen durch die Politik geschaffenen Krisen und Ablenkungen halten die meisten davon ab, sich unabhängig zu entwickeln und hält die Leute in Angst, Panik und phlegmatischem Nichtstun gefangen. Mit angstbefreiter sachlicher Aufklärung könnten die Bürger selber eine Lobby für Verbesserungen bilden und Druck machen. Diese Seite ist ein sehr guter Baustein für Aufklärung und Motivation abseits vom Mainstream!

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  5. Die Frage stellt sich doch hinsichtlich Versteuerung…
    Was hilft der persönliche Steuersatz, wenn die Kapitalertragssteuer dann niedriger ist – bei 30% Einmal-Ausschüttung.

    Zudem wäre zu prüfen, ob eine „Alternativ-Anlage“ in einen S&P 500/MSCI World/How ever-Index-ETF mit jährlicher Ausschüttung nicht lukrativer wäre;
    zum einen habe ich da auch eine monatliche Rente (Dividenden/Ausschüttung p.a.), kann diesen jederzeit verkaufen
    und zum anderen habe ich das Lebensrisiko auf meiner Seite…
    Wenn ich mir den Abschnitt „Erben“ ansehe, werden bei den Übergang auf die Kinder die Zulagen fällig und *wahrscheinlich* eine Erbschaftssteuer. Auch nehme ich mir das Thema „Schenkung“.

    Muss ich mal in Ruhe alles durchrechnen.
    Mein Bauchgefühl sagt jedoch: Lieber frei und selbstständig anlegen, weil bei dem staatlichen Produkt wird wahr. die Steuer die Rendite fressen.
    Allerdings werden Menschen wenigstens zum Zwangssparen bewegt, um im Alter nicht in die Altersarmut-Falle zu tappen.

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    • Wichtiger als der Steuersatz am Ende sind meiner Meinung nach die Kosten. Je günstiger es umsetzbar ist, desto besser. Es macht einen Riesenunterschied, ob die Kosten 0,2 oder 1 % pro Jahr ausmachen.
      Für die meisten läuft es vermutlich darauf hinaus, die Förderung mitzunehmen. Also 150 € im Monat. Vor allem, wenn man Kinder hat. Bei mir mit 3 Kindern bekomme ich bei 1800 € Einzahlungen im Jahr 1440 € Förderung dazu (540 Grundzulage und 900 Kinderzulage).
      Denn Rest würde ich in Eigenleistung anlegen, damit ich die volle Kontrolle behalte, der Steuervorteil in der Ansparphase reicht mir da nicht aus als Argument.

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  7. Ich habe Interesse, warte aber die endgültige Umsetzung bei Neobrokern ab, die teilweise schon die Werbetrommel rühren (neben den hier genannten z.B. auch Trade republic (bei insta), finanzen.net zero, smartbroker+). Bei meiner Hausbank wird immer noch Riester beworben, aber kein Wort über das AV-Depot.
    Jedenfalls würde ich mich von vornherein nicht an die ehemaligen Anbieter von Riester wenden, da die sicherlich versuchen werden, den Kunden ihre überteuerten „sicheren“ Fonds aufzuschwatzen, um den Kostendeckel max auszuschöpfen.
    Sehr schlecht finde ich, dass Aktien wegen „Risiko“ pauschal ausgenommen werden sollen. Damit gehen Renditechancen verloren und dieser Eingriff in die finanzielle Privatautonomie ist dann wohl die Kehrseite von staatlichen Förderungen. Für risikoscheue Anleger soll es ja sowieso 08/15 Produkte geben, weshalb ich den Aktienausschluss nicht ganz nachvollziehen kann, vor allem da bei einem Sparplan ohnehin der cost average effect greifen würde. Das widerspricht etwas dem Ansatz der Abkehr von der bisherigen „Garantie-Pflicht“, Produkten mit mehr Risiko und mehr Eigenverantwortung. Auch ein ETF würde bei einem Crash oder Bärenmarkt abschmieren. Es sollte wenigstens ein Portfolio aus z.B. min. 500, 1000 oder 2000 Aktien für eine Auswahl im AV-Depot zur Verfügung stehen. Aktien können auch einer Risikoklasse zugeordnet werden und hochriskante Titel meinetwegen ausgeschlossen werden.

    Für eine Auszahlung fehlt mir auch hier -wie beim damaligen Plan von Lindner- die komplette Auszahlung auf einen Schlag. Auch das halte ich für einen Eingriff in die Privatautonomie.
    Insgesamt leider etwas mängelbehaftet, immerhin besser als Riester, nach über 20 Jahren Vertrödelung.
    Aber wir haben noch Zeit, einige Nächte drüber zu schlafen, da es -auch das ein Kritikpunkt- erst 2027 kommen soll. Das hätte auch vor Jahren schon angepackt werden können.
    Was fehlt trotzdem ganz generell noch? Ein Staatsfonds nach norwegischem Vorbild für echte sichere Rente für alle, wo kein Steuergeld mehr reingebuttert werden muß, wenn einmal aufgebaut (das würde auch die Sozialkassen entlasten, wenn es keine „Aufstocker“ unter Rentnern mehr geben würde). Auch das wollte Lindner immerhin anpacken, wird aktuell aber vermutlich nicht zu machen sein. Langfristiges Denken Fehlanzeige. Schade.

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  8. Ohne konkret ausgestaltetes Produkt ist es schwierig, sich eine abschließende Meinung zu bilden.

    Der Hebel, der sich durch eine staatliche Förderung von 30% auf 1.800,- EUR p.a. ergibt ist schon enorm. Vermutlich selbst dann, wenn 1% Rendite in den Gebühren versanden. Immer natürlich unter der Voraussetzung, dass die Weltwirtschaft läuft, man selber alt genug wird und dabei gesund bleibt.

    Eine Frage könnte auch sein, an welchen anderen Stellen dafür staatlich etwas reduziert wird. Wer kann, fährt mehrgleisig. Die die nicht können, bleiben vermutlich auch hier weiterhin außen vor. Insgesamt sehe ich noch nicht, wie durch das AVD der Anteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter reduziert wird. Aber da gibt es sicher Modellrechnungen.

    Das der Gesetzgeber das AVD / Standarddepot auf UCITS-regulierte Papiere beschränkt, kann ich nachvollziehen.

    Gruß KG

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