Unternehmensanalyse nach Dr. Markus Elsässer

Hallo zusammen! Momentan lese ich „Dieses Buch ist bares Geld wert*“ und kam im Zusammenhang mit dem YouTube-Format des Autors auch auf das Thema Aktien bewerten. Im heutigen Beitrag möchte ich einmal auf die Unternehmensanalyse nach Dr. Markus Elsässer eingehen.

Generell denke ich, jeder sollte sich am Ende seine eigene Strategie zurechtlegen. Als Erweiterung zum Artikel „Deine Anlagestrategie finden„, in dem ich 4 Punkte (Ziel, Risiko, Zeit und Strategie) genannt habe, möchte ich heute einmal auf dieses Thema eingehen.

Bedenkt immer: Es ist euer Geld und eure Verantwortung.

In Kurzform habe ich die generellen Regeln von Herrn Dr. Elsässer notiert. Als eines der ganz großen Erfolgsgeheimnisse zählen für ihn die extrem genaue Unternehmensanalyse. Vollkommen eigenständig und mit viel Zeit erstellt.

Generelle Regeln

  1. Zeit nehmen: Sehr genau ins Detail gehen und ein umfangreiches Wissen über die Firma sammeln.
  2. Primärinformationen: Die Informationen sollten direkt von der Firma stammen und nicht als Sekundärinformationen genutzt werden. (z.B. das Urteil / die Meinung anderer gedankenlos übernehmen.)
  3. Keine Hektik mit freiem Geld: Es muss nicht immer „schnell“ alles verfügbare Geld investiert werden und die Kurse laufen einem auch nicht davon. -> Eine Investition in eine Firma
  4. Depotaufbau: Eher wenige große Positionen statt viele kleine.
  5. Spielgeld gibt es nicht!

Die eigentliche Analyse

  1. Marktanalyse (Marktführer?)
    – Wie ist die Marktstellung der Firma innerhalb der Branche?
    – Mag ich die Branche?
    – Hat die Firma innerhalb der Branche eine Existenzberechtigung?
    – Wäre mit einer Änderung der Mode / einer Änderung der Stimmungslage / einer Erfindung in einer anderen Branche das Produkt / die Dienstleistung etc. überfällig?
    – Ist die Firma langfristig auf einem sicheren Boden?
  2. Analyse des Managements
    – Wer leitet die Firma?
    – Was haben die Personen vorher gemacht?
    – Sind die Interessen des Managements die gleichen wie die der Firma?
    – Wird das Management häufig gewechselt? (Managementkontinuität)
  3. Detailarbeit
    – Lesen des Geschäftsberichts (Investments nur in Länder, in denen der Geschäftsbericht ohne Probleme zugänglich ist (und im besten Fall zumindest in Englisch übersetzt))
    – Über den Geschäftsbericht einen Eindruck über die Stimmungslage in der Firma bekommen:
    – Wie denkt die Firma?
    – Gibt es Pläne zur Expansion?
    – Wie werden verschiedene Themen beurteilt?
    – Besonders gerne liest er das Vorwort des Berichts.
    – Viele der angeführten Fragen und Tendenzen bzgl. des Unternehmens lassen sich bereits mithilfe des Vorworts durch den CEO besser einschätzen.
    – zwischen den Zeilen lesen: Welche Bedeutung wird dem Kapitalgeber / Aktionär zugedacht?
    (nur im Nebensatz oder wird sich tatsächlich tiefer mit dem Aktionär beschäftigt?)
  4. Betrachtung der Bilanz (Bilanz lesen lernen.)
    – Wird Geld verdient?
    – Hängt die Firma finanziell an Banken (Fremdkapital)?
    – Ist das Lager viel zu voll?
    – Gibt es Lasten in der Bilanz?

Soweit die Ansätze von Herrn Dr. Elsässer. Jede Analyse bedarf am Ende noch einmal eine Betrachtung der individuellen Ausprägungen und Schwerpunkte. Bei der Analyse einer Bank müssen andere Schwerpunkte gelegt werden, als bei der Analyse eines Automobilunternehmens.

Eure Gedanken

Wie sind eure Gedanken zu diesen Ansätzen? Lasst gerne einen Kommentar da.

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4 Gedanken zu „Unternehmensanalyse nach Dr. Markus Elsässer“

  1. Danke Lisa!

    Ja, da hast Du Recht. Eine gute Streuung muss schon gegeben sein. Man muss die richtige Balance finden zwischen ausreichender Streuung und Diversifikation sowie Übersichtlichkeit. Jeder muss da aber seinen eigenen Stil finden. Elsässer meint vielleicht die sogenannten „Burggraben-Aktien“. Das Konzept verfolge ich auch. Was die Anzahl betrifft, mehr als 25-30 Aktien bzw. ETFs dürfen es bei mir nicht sein.

    Das Lesen von Bilanzen ist ermüdend, aber notwendig.

    Übrigens, ein ganz großes Kompliment für Deinen Blog. Ich habe ihn durch Zufall entdeckt, nach Eingabe des Begriffs „Halbleiter ETFs“in die Suchmaschine. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem Blog. Ich habe seit 1987 ein Aktiendepot, bin also auch ein Veteran. Es war damals viel schwieriger, Informationen zu finden. Damals habe ich frühmorgens über Teletext die Kurse der Wallstreet und aus Tokio abgefragt. Erst später kam dann das Börsenfernsehen und erst darauf dann das Internet mit Realtimekursen.

    Schöne Grüße
    Kurt

    Antworten
    • Hey Kurt,

      wow – vielen Dank! Was für ein tolles Feedback. Das freut mich wirklich sehr. <3
      Und eine tolle Geschichte - du wärst da ja ein potentieller Gast für meinen Podcast. 😀

      Liebe Grüße,
      Lisa

      Antworten
  2. Servus,

    was Herr Elsässer sagt, ist alles richtig. Er ist ja auch ein Veteran. Das Lesen von Geschäftsberichten muss aber auch erst gelernt. Die Bilanzierungsregeln sind nicht überall gleich. Trotz der „International Financial Reporting Standards“ (IFRS) gibt es noch Unterschiede. Man muss nicht nur gut Englisch können, sondern auch die betriebswirtschaftlichen Termini kennen. Auf wikipedia gibt es aber gute Definitionen und Übersetzungen in deutsche Termini. Frage: Wer hat große Lust, Geschäftberichte zu lesen? Wenn man es jedoch macht, hat man eine klare Vorstellung, wie dynamisch die Geschäftsentwicklung wirklich ist, und ob hohe Dividenden aus den operativen Gewinnen bezahlt werden oder nicht. Und man kann auch erkennen, dass viele Analysten der Banken nur das kolportieren, was auf den Bilanzkonferenzen gesagt wird. Interessant sind auch die Mentalitätsunterschiede – USA, Deutschland, Schweiz, Frankreich, etc. Die Amerikaner sind viel optimistischer als die Europäer und große Verkaufstalente.

    Wenn Warren Buffet sagt, „Tue nur das, was Du verstehst!“, dann hat er schon die ganze Vorarbeit, die Elsässer verlangt, geleistet, und will nur sagen: Wenn dabei etwas schleierhaft geblieben ist, dann lass die Finger von dem Investment. Transparenz ist ein ganz wichtiges Kriterium. Das Geschäftsmodell, die Marktstellung und das langfristige Gewinnwachstum müssen stimmen. Ich würde noch hinzufügen, ideal ist es, wenn das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal in seiner Branche hat.

    Antworten
    • Hallo Kurt,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar!

      Ich persönlich sehe beispielsweise auch den Punkt 4. (Depotaufbau: Eher wenige große Positionen statt viele kleine.) nicht für mich passend – dennoch halte ich einen Blick auf die „Methoden“ anderer immer für sehr aufschlussreich. Besonders auch um „das eigene Handeln zu hinterfragen“.

      Wie du schon geschrieben hast; ich glaube auch, dass die wenigsten Menschen mit z.B. Apple oder Facebook Aktien sich zunächst einmal die Unternehmensbilanz durchgelesen haben.

      Alleinstellungsmerkmal wäre eine gute Ergänzung. 🙂

      Liebe Grüße,
      Lisa

      Antworten

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