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Trade Republic: Neue Bestpreis-Ausführung und freie Börsenwahl

2. Juli 2026 · 0 Gedanken
Lisa Osada

von Lisa Osada

Heute gibt es wieder spannende Broker News: Der Neobroker Trade Republic* hat ein neues Handelssystem vorgestellt. Orders werden künftig automatisch zum besten verfügbaren Preis über alle relevanten Börsen ausgeführt. Alternativ kannst du den Handelsplatz aus 30 Börsen selbst wählen. Zusätzlich wurde ein neues Web-Terminal nach dem Vorbild von Interactive Brokers für aktive Anleger entwickelt. Aktuell sehe ich die neue Version in meinem Account noch nicht. Der Artikel wird laufend aktualisiert und ich werde Screenshots ergänzen, sobald die neue Oberfläche verfügbar ist. Das TR-Team hat in den Kommentaren auf Social Media mitgeteilt: Es handelt sich um einen Staged Product Rollout. Sie rollen es schrittweise an ihre Kunden aus.)

Was bedeutet der neue Bestpreis-Algorithmus?

Bisher wurden Orders bei Trade Republic überwiegend über die LS Exchange (Lang & Schwarz) ausgeführt. Das war einer der häufigsten Kritikpunkte am Neobroker, denn es gab nur einen Handelsplatz und keine Wahlmöglichkeit. Das ändert sich jetzt. Der neue Bestpreis-Algorithmus vergleicht in Echtzeit die handelbaren Kurse aller relevanten, liquiden Börsen und führt deine Order automatisch zum günstigsten Kauf- bzw. besten Verkaufskurs aus. Grundlage dafür ist ein sogenanntes aggregiertes Orderbuch, das die Geld- und Briefkurse von 30 Handelsplätzen zusammenführt. Die Kosten bleiben unverändert. Pro Trade fällt weiterhin eine Abwicklungspauschale von 1 Euro an, zuzüglich Fremdkosten und Spreads.

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Was sind Direktpreis-Orders?

Außerdem ist neu, dass du dich nicht auf diesen Algorithmus verlassen musst. Mithilfe eines neuen Ordertyps, der Direktpreis-Order, kannst du für jede Order gezielt einen von 30 Handelsplätzen auswählen. Dazu gehören Xetra, Euronext, NYSE und Nasdaq. Verfügbar sind Market-, Limit- und Stop-Orders. Direktpreis-Orders kosten 2 € pro Trade. Im Vergleich zu klassischen Direktbanken bleibt der Preis dennoch niedrig: Xetra-Orders kosten hier meist um die 2,90 €, Orders an ausländischen Handelsplätzen oft deutlich mehr.

„Mit unseren neuen Angeboten machen wir auch professionellen Brokern Konkurrenz und adressieren besonders aktive und ertragsstarke Privatanleger, die heute noch nicht bei Trade Republic sind“, sagt Mitgründer Christian Hecker im Gespräch mit dem Handelsblatt.

In der App werden das aggregierte Orderbuch sowie die Orderbücher der einzelnen Börsen kostenlos als Live-Daten angezeigt. So kannst du selbst nachvollziehen, wie sich der Bestpreis zusammensetzt und wie die einzelnen Börsen im Vergleich stehen.

Was bietet das neue Web Terminal?

Mit dem Web Terminal startet Trade Republic zusätzlich eine Browser-Plattform für aktivere Anleger. Sie umfasst professionelles Charting, Aktien- und Derivate-Screener, anpassbare Workspaces und Live-Marktdaten. Damit positioniert sich Trade Republic erstmals auch jenseits der reinen App und spricht eine Zielgruppe an, die bislang eher bei klassischen Brokern oder spezialisierten Trading-Plattformen zu Hause war. In der Keynote spricht der Gründer von einer großen Inspiration und dem Vorteil Interactive Brokers.

Die Neuigkeiten auf einen Blick

Warum kommt die Neuerung jetzt?

Zum 1. Juli 2026 ist Payment for Order Flow (PFOF) auch in Deutschland endgültig verboten. Bei diesem Modell erhielten Broker Rückvergütungen von Handelsplätzen dafür, dass sie Kundenorders dorthin leiteten. Die EU hatte PFOF bereits 2024 untersagt, Deutschland nutzte eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2026.

Für Trade Republic war PFOF lange eine wichtige Einnahmequelle. Das Unternehmen hatte sich auf das Ende vorbereitet: Bereits im Januar 2026 erhielt eine Tochtergesellschaft von der BaFin die Lizenz zum Betrieb eines eigenen multilateralen Handelssystems. Die neue Bestpreis-Ausführung ist damit auch die strukturelle Antwort auf das PFOF-Verbot, ähnlich wie Scalable Capital mit der European Investor Exchange (EIX) bereits seit Ende 2024 einen eigenen Handelsplatz betreibt.

Was bedeutet das für dich Anleger?

Für die meisten dürfte sich im Alltag wenig ändern. Wer Sparpläne nutzt oder gelegentlich Einzelorders aufgibt, zahlt weiterhin 1 € pro Trade und erhält nun automatisch einen börsenübergreifenden Preisvergleich dazu. Das ist ein Fortschritt gegenüber der bisherigen Ausführung über nur einen Handelsplatz.

Die freie Börsenwahl für 2 € ist vor allem dann interessant, wenn man gezielt über Xetra oder an US-Börsen handeln möchte. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt vom Einzelfall ab, denn der Bestpreis-Algorithmus soll ja gerade dafür sorgen, dass man auch ohne manuelle Auswahl den besten Kurs erhält.

Wie immer ist der Blick auf die Gesamtkosten wichtig: Neben der Pauschale können Fremdkosten und Spreads anfallen, gerade außerhalb der regulären Handelszeiten. Daran ändert die neue Technologie nichts.

Fazit

Trade Republic* reagiert mit der neuen Handelstechnologie auf das PFOF-Verbot und räumt gleichzeitig einen langjährigen Kritikpunkt aus dem Weg: die fehlende Handelsplatzwahl. Die automatische Bestpreis-Ausführung zum unveränderten Preis von 1 € ist für Bestandskunden eine klare Verbesserung, das kostenlose aggregierte Orderbuch schafft zusätzliche Transparenz. Die Direktpreis-Orders für 2 € und das Web Terminal richten sich eher an aktiver Anleger.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob noch Währungskonten hinzukommen. Es wäre ein großer Pluspunkt, wenn man direkt in Dollar an US-Börsen handeln könnte.

Konntet ihr die neue Version schon testen? Schreibt gerne einen Kommentar, was ihr darüber denkt!

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