Heute gibt es wieder spannende Broker News: Der Neobroker Trade Republic* hat ein neues Handelssystem vorgestellt. Orders werden künftig automatisch zum besten verfügbaren Preis über alle relevanten Börsen ausgeführt. Alternativ kannst du den Handelsplatz aus 30 Börsen selbst wählen. Zusätzlich wurde ein neues Web-Terminal nach dem Vorbild von Interactive Brokers für aktive Anleger entwickelt. Inzwischen ist die Version für meinen Account freigeschaltet und weiter unten im Artikel findet ihr Screenshots dazu. Das TR-Team hat in den Kommentaren auf Social Media mitgeteilt: Es handelt sich um einen Staged Product Rollout. Sie rollen es also schrittweise an ihre Kunden aus.
Was bedeutet der neue Bestpreis-Algorithmus?
Bisher wurden Orders bei Trade Republic überwiegend über die LS Exchange (Lang & Schwarz) ausgeführt. Das war einer der häufigsten Kritikpunkte am Neobroker, denn es gab nur einen Handelsplatz und keine Wahlmöglichkeit. Das ändert sich jetzt. Der neue Bestpreis-Algorithmus vergleicht in Echtzeit die handelbaren Kurse aller relevanten, liquiden Börsen und führt deine Order automatisch zum günstigsten Kauf- bzw. besten Verkaufskurs aus. Grundlage dafür ist ein sogenanntes aggregiertes Orderbuch, das die Geld- und Briefkurse von 30 Handelsplätzen zusammenführt. Die Kosten bleiben unverändert. Pro Trade fällt weiterhin eine Abwicklungspauschale von 1 Euro an, zuzüglich Fremdkosten und Spreads.
2,25 % Zinsen p.a. auf nicht investiertes Kapital & Cashback beim Girokonto
Trade Republic Depot eröffnen*Was sind Direktpreis-Orders?
Außerdem ist neu, dass du dich nicht auf diesen Algorithmus verlassen musst. Mithilfe eines neuen Ordertyps, der Direktpreis-Order, kannst du für jede Order gezielt einen von 30 Handelsplätzen auswählen. Dazu gehören Xetra, Euronext, NYSE und Nasdaq. Verfügbar sind Market-, Limit- und Stop-Orders. Direktpreis-Orders kosten 2 € pro Trade. Im Vergleich zu klassischen Direktbanken bleibt der Preis dennoch niedrig: Xetra-Orders kosten hier meist um die 2,90 €, Orders an ausländischen Handelsplätzen oft deutlich mehr.
„Mit unseren neuen Angeboten machen wir auch professionellen Brokern Konkurrenz und adressieren besonders aktive und ertragsstarke Privatanleger, die heute noch nicht bei Trade Republic sind“, sagt Mitgründer Christian Hecker im Gespräch mit dem Handelsblatt.
In der App werden das aggregierte Orderbuch sowie die Orderbücher der einzelnen Börsen kostenlos als Live-Daten angezeigt. So kannst du selbst nachvollziehen, wie sich der Bestpreis zusammensetzt und wie die einzelnen Börsen im Vergleich stehen.
Was bietet das neue Web Terminal?
Mit dem Web Terminal startet Trade Republic zusätzlich eine Browser-Plattform für aktivere Anleger. Sie umfasst professionelles Charting, Aktien- und Derivate-Screener, anpassbare Workspaces und Live-Marktdaten. Damit positioniert sich Trade Republic erstmals auch jenseits der reinen App und spricht eine Zielgruppe an, die bislang eher bei klassischen Brokern oder spezialisierten Trading-Plattformen zu Hause war. In der Keynote spricht der Gründer von einer großen Inspiration und dem Vorteil Interactive Brokers.

Das Terminal steht aktuell nur im Web verfügbar. Nach dem Einloggen landet man zunächst auf einer Art Startseite. Hier gibt es Vorlagen-Dashboards zu Reserach („Finde die besten Investments mit Heatmap und Screener“), Trading („Handle auf einen Blick, mit Chart und Orders auf einer Seite.“) und Leveage („Handle gehebelt mit Derivaten.“).

Research
In diesem Bereich stehen Tools wie eine Heatmap, ein Screener, ein Tool zur Chartanalyse, eine Watchlist und eine Art Asset-Seite zur Verfügung.

Trading
Hier stehe u.a. die Möglichkeit zur Chartanalyse, ein Orderbuch und eine Handelsübersicht zum gewählten Wertpapier zur Verfügung.

Leverage
Schließlich gibt es dann noch den Bereich Leverage, bei dem man mit Zertifikaten handeln kann. Ein Bereich, mit dem ich mich noch nicht näher beschäftigt habe.

Eigene Dashboards
Zusätzlich zu den drei Vorlagen kann man sich auch eigene Dashboards mit den jweils für einen persönlich relevanten Bausteinen zusammenstellen.


Marktdaten abonnieren
Neu ist außerdem, dass man nun sogenannte Marktdatenabos abschließen kann. Hier gibt es einerseits aktuell Zugriff auf Xetra, L&S und Tradegate, sowie die Möglichkeit weitere Börsen mit einem Abo hinzuzukaufen.

Möchte man beispielsweise Xetra-Marktdaten nutzen, muss man zunächst bestätigen, dass man kein professioneller Abonnent ist.

In der verlinkten Kundenvereinbarung gibt es dazu genauere Einordnungen:

Weitere Marktdaten-Abos können kostenpflichtig hinzugebucht werden.

Wo findet man im neuen Trade Republic die Abrechnungen?
Diese findet man in der neuen Ansicht nun indem man oben rechts auf die Cash-Position klickt unter Transaktionen.

Zum alten Dashboard wechseln
Wer mit der neuen Ansicht nicht zurechtkommt, kann aktuell über das Menü oben rechts zur alten Version zurückwechseln.

Warum kommt die Neuerung jetzt?
Zum 1. Juli 2026 ist Payment for Order Flow (PFOF) auch in Deutschland endgültig verboten. Bei diesem Modell erhielten Broker Rückvergütungen von Handelsplätzen dafür, dass sie Kundenorders dorthin leiteten. Die EU hatte PFOF bereits 2024 untersagt, Deutschland nutzte eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2026.
Für Trade Republic war PFOF lange eine wichtige Einnahmequelle. Das Unternehmen hatte sich auf das Ende vorbereitet: Bereits im Januar 2026 erhielt eine Tochtergesellschaft von der BaFin die Lizenz zum Betrieb eines eigenen multilateralen Handelssystems. Die neue Bestpreis-Ausführung ist damit auch die strukturelle Antwort auf das PFOF-Verbot, ähnlich wie Scalable Capital mit der European Investor Exchange (EIX) bereits seit Ende 2024 einen eigenen Handelsplatz betreibt.
Was bedeutet das für dich Anleger?
Für die meisten dürfte sich im Alltag wenig ändern. Wer Sparpläne nutzt oder gelegentlich Einzelorders aufgibt, zahlt weiterhin 1 € pro Trade und erhält nun automatisch einen börsenübergreifenden Preisvergleich dazu. Das ist ein Fortschritt gegenüber der bisherigen Ausführung über nur einen Handelsplatz.
Die freie Börsenwahl für 2 € ist vor allem dann interessant, wenn man gezielt über Xetra oder an US-Börsen handeln möchte. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt vom Einzelfall ab, denn der Bestpreis-Algorithmus soll ja gerade dafür sorgen, dass man auch ohne manuelle Auswahl den besten Kurs erhält.
Wie immer ist der Blick auf die Gesamtkosten wichtig: Neben der Pauschale können Fremdkosten und Spreads anfallen, gerade außerhalb der regulären Handelszeiten. Daran ändert die neue Technologie nichts.
Fazit
Trade Republic* reagiert mit der neuen Handelstechnologie auf das PFOF-Verbot und räumt gleichzeitig einen langjährigen Kritikpunkt aus dem Weg: die fehlende Handelsplatzwahl. Die automatische Bestpreis-Ausführung zum unveränderten Preis von 1 € ist für Bestandskunden eine klare Verbesserung, das kostenlose aggregierte Orderbuch schafft zusätzliche Transparenz. Die Direktpreis-Orders für 2 € und das Web Terminal richten sich eher an aktiver Anleger oder Trader.
Ich bin jedenfalls gespannt, ob noch Währungskonten hinzukommen. Es wäre ein großer Pluspunkt, wenn man direkt in Dollar an US-Börsen handeln könnte.
Konntet ihr die neue Version schon testen? Schreibt gerne einen Kommentar, was ihr darüber denkt! Ich bin hier was das Trading-Terminal angeht zwar nicht direkt die Zielgruppe, aber vielleicht ist ja ein Leser in dem Bereich aktiv und kann dazu Feedback geben.
Weitere Links & Quellen
Aktiengram • Social Media
📀 Disclaimer: Das Investieren in Wertpapiere ist mit Risiken verbunden. Ihr handelt immer auf eure eigene Verantwortung! Bitte betreibt dabei immer eure eigene Recherche. Das gilt sowohl für Gebühren, Kennzahlen als auch für die Qualität von Aktien, Anleihen, ETFs und sonstigen Wertpapieren. Die genannten Informationen oder Kennzahlen wurden nach bestem Wissen und Gewissen notiert. Dabei besteht keine Garantie auf Richtigkeit oder Aktualität der Daten. Die genannten Informationen stellen keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzprodukten dar. Es handelt sich zu keinem Zeitpunkt um eine Anlageberatung, Empfehlung, Steuerberatung oder sonstige fachliche Beratung.
Bei mit Stern (*) markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Durch Nutzung dieser Links entstehen weder Nachteile noch Mehrkosten. Einige Anbieter ermöglichen dadurch sogar verbesserte Konditionen oder exklusive Boni und Prämien.

Also ich hab da jetzt mal kurz drüber geschaut…..ganz ehrlich? Ich finde es mega unübersichtlich! Aber gut, da ich kein Trader bin sondern ehr zu buy and hold tendiere (gut, ab und zu mal gehebelte Short oder Long Positionen), bin ich wohl auch nicht die Zielgruppe dafür.
Das mit dem „bester Preis“ finde ich richtig gut und auch das ich jetzt den Handelsplatz wählen kann.
Wie du schon sagst Lisa: jetzt noch ein Währungskonto dazu und es wird richtig interessant.
Ich verstehe den Move ehrlicherweise aus den strategischen Gedanken noch nicht ganz.
Auf der einen Seite drängt Trade Republic jetzt schon ins Altersvorsorgedepot-Thema und will sich da stark positionieren bei Menschen, die mit Aktien und Börsen bislang vermutlich eher wenig am Hut hatten.
Auf der anderen Seite jetzt der Move, der sich eher an semi-professionelle Anleger:innen richtet.
Und ich sehe es wie Daniel: Tool sieht fancy und „professionell“ aus, ist aber null intuitiv. Wer Kerzencharts braucht, greift doch vermutlich eh schon auf ganze andere Tools zurück.
Meistens ist es ja kein gutes Zeichen, wenn sich ein Unternehmen strategisch verzettelt.
Und gerade als „Partner für die Geldanlage von jedem Menschen“ gäbe es noch so viel, das TR früher angehen könnte: Gemeinschaftsdepots, Verrechnungskonten, bessere Banking-Oberfläche (denn das wollten sie vor ein, zwei Jahren oder so ja auch mal besser machen als die alte Finanzwelt), …
Seit einigen Jahren Nutze ich Trade Republik, hauptsächlich für Sparpläne und die Bezahlung mit der Visa Karte. Man bekommt schließlich bis zu 15 € monatlich zurück. Außerdem gibt es eine gute Verzinsung auf dem Girokonto. Die Übersicht in dem neuen Board finde ich sehr schlecht. Ich komme gar nicht klar damit, obwohl ich mehrere Depots bei verschiedenen Banken habe und damit noch nie Probleme hatte. Zum Glück gibt es noch die alte Version, die man sich oben rechts einblenden kann. Wenn das mal abgeschaltet wird und keine Verbesserung in der Darstellung bei der neuen Version kommt, muß ich wohl mit diesem Depot umziehen.
ich frag mich auch wo ich in der neuen Übersicht die Abrechnungen downloaden kann. Hab das da noch nict gefunden – nur in der alten Übersicht.
Wenn die mal abgeschalten wird gibt es glaub ich mehr als nur ein Problem.
Hey Kai, in der neuen Ansicht findest du diese nun, wenn du oben rechts auf deinen Cash-Bestand klickst, schau gerne hier.