Mit 16 AktionÀr und Unternehmer

Mein heutiger Interview-Partner ist Finn vom passend gewĂ€hlten Kanal FinanicalYoungsters. Er ist gerade einmal 16 Jahre alt und berichtet hier ĂŒber seinen bisherigen Werdegang.

1. ErzĂ€hle den Lesern ein wenig ĂŒber dich, wie alt bist du, was arbeitest oder studierst du und womit beschĂ€ftigst du dich hauptsĂ€chlich in deinem Leben? (Abseits der Börse.)

Also, ich bin noch 16 Jahre alt. Wie du dir wahrscheinlich denken kannst, gehe ich noch zur Schule. Mein Börsenwissen habe ich mir zum grĂ¶ĂŸten Teil aus dem Internet angeeignet, aber auch mein Papa war und ist mir beim Thema Anlegen ein guter Mentor.

Unter anderem habe ich den BörsenfĂŒhrerschein gemacht und bilde mich in dem Thema stĂ€ndig weiter. Abseits von der Börse spiele ich Fußball, Klavier und Tischtennis. Außerdem habe ich noch mit zwei Schulfreunden ein kleines Unternehmen gegrĂŒndet, VulcanusWebservices das Websites erstellt und Grafiken, Flyer und Logos fĂŒr Kleinunternehmen und Privatpersonen.

2. Wie bist du zum Thema Aktien, Investieren und der Börse gekommen?

Als ich 10 Jahre alt war, habe ich das Buch „Ein Hund namens Money*“ gehört und war davon begeistert. Es hat mich einfach fasziniert. Im Alter von 12 Jahren habe ich dann meine erste Aktie gekauft, die dann natĂŒrlich ein Reinfall war. Dies war die Commerzbank. Ein paar Jahre spĂ€ter habe ich Verluste realisiert und dafĂŒr „Danaher Corporation“ gekauft. Zum GlĂŒck hat mein Papa zu diesem Zeitpunkt auch noch andere Aktien gekauft, die deutlich besser abschnitten als die Commerzbank. Vor knapp 3 Jahren habe ich dann wieder enormes Interesse fĂŒr die Börse entwickelt. Dies ist bis heute geblieben.

3. Verfolgst du eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsÀchlich in deinem Depot? (Setzt du nur auf gewisse Branchen oder bist du sehr diversifiziert?)

Ich verfolge die typische Buy & Hold Strategie. Trotzdem schaue ich eigentlich jeden Tag mehrfach in mein Depot, weil es mich einfach interessiert. Bis auf das bereits angesprochene Unternehmen Commerzbank, habe ich bisher noch keine Aktie verkauft.In meinem Depot sind zu 80% Tec-Werte zu finden. NatĂŒrlich ist hier ein Klumpenrisiko vorhanden. Da ich aber davon ĂŒberzeugt bin, dass die Technologie uns weiterbringt, nicht althergebrachte GeschĂ€ftsmodelle, setze ich eben langfristig auf Werte wie Microsoft, Apple oder auch Amazon. Zugegeben: Ein klein wenig diversifiziert bin ich auch außerhalb den USA und außerhalb der Tec-Unternehmen: American Water (Wasserversorgung), Moderna (Pharma) und Eventim (Reiseveranstalter) runden mein Depot ab.

4. Hast du einen Aktientipp oder verfolgst du gerade ein Unternehmen ganz besonders?

Hier ist es finde ich sehr schwierig die Frage seriös zu beantworten. Aktientipps sind immer eine heikle Sache. FĂŒr neue Börsianer ist ein ETF oder auch ein ETF-Sparplan immer recht sinnvoll. Da ist man breiter aufgestellt als mit Einzelaktien oder man sucht sich eine Branche aus, von der man ĂŒberzeugt ist. Ich selber investiere eben hauptsĂ€chlich in Tec-Einzelaktien, genauer gesagt in Mid Caps. Dies sind Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen 1Mrd. und 10Mrd.€ oder USD. Zurzeit verfolge ich die Pharma Branche sehr, da diese die Chance hat einen Milliarden Markt zu erobern. Deswegen habe ich mir auch Moderna zugelegt, was eher auf die Krebsforschung ausgerichtet ist, aber es wĂ€re natĂŒrlich ein Poster fĂŒr den Aktienkurs, wenn Sie einen Impfstoff gegen Corona finden wĂŒrden. Sonst ist mir, vor allem in der Krise, das Modell von Walmart aufgefallen, da dieses Unternehmen ein Abomodell hat und Menschen selbst in Krisenzeiten wie 2008 oder 2001 oder auch jetzt so ein Abo nicht kĂŒndigen. Der Chart ist ĂŒber die Jahre recht stabil.

5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt du, um Aktien zu bewerten und auszuwÀhlen?

Ich nutze erst einmal den langfristigen Chart der Aktie. Hier schaue ich mir die TĂ€ler und Berge an und verbinde diese. Das verdeutlicht den langfristigen Trend. Wichtiger sind mir jedoch Kennzahlen wie das KGVe, die Marktkapitalisierung oder auch das KCV. Ich nutze auch das Scoringmodell von AlleAktien, um meine Aktien zu bewerten. Da ich nach der Effizienzmarkthypothese denke, also dass alle am Markt verfĂŒgbaren Information im Aktienkurs schon eingepreist sind, sind Informationen fĂŒr mich nicht so entscheidend. Ich finde diese aber auf diversen Internetseiten.

6. Wie kam es dazu, deine Instagram Account zu erstellen? Welche Motivation hast du und wo soll es fĂŒr dich noch hingehen?

Bei dieser Frage muss ich ein bisschen ausholen. Eines Tages bin ich mit meinem Fahrrad von der Schule gekommen und hatte urplötzlich den Gedanken: „Ich mache eine Website ĂŒber Finanzen fĂŒr junge Leute“. Zusammen mit zwei  Freunden schafften wir dies auch. Lukas hatte dann die super Idee, noch auf Instagram aktiv zu werden. Zu der Zeit hatte ich noch kein Handy und konnte es nicht steuern. Nachdem die ersten Schritte dann getan waren und ich auch mein Handy hatte, ĂŒbernahm ich den Instagram-Kanal. Mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu begeistern. Vor allem junge Menschen, da ich selber fast tĂ€glich mitbekomme, wie wenig Jugendliche von Aktien und Börse und Geldanlagen Ahnung haben. 

7. Hast du eine Aktie in deinem Depot, die du niemals verkaufen wĂŒrdest und hast du eine Lieblings Aktie?

Meine „beste“ Aktie, die ich vielleicht nie verkaufen werde, ist Microsoft, auch wenn sie definitiv kein Mid Cap ist. Das ist meine grĂ¶ĂŸte Position, und ich habe schon nachgekauft. Meine Lieblingsaktie ist prinzipiell diejenige Aktie, die den meisten Gewinn abwirft. Im Moment ist es also Moderna. Das kann sich aber schnell Ă€ndern. Denn wie ihr wisst: An der Börse ist alles möglich.

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