Roche gehört zu den Schwergewichten im Swiss Market Index (SMI), hatte aber bisher eine Besonderheit, die bei Privatanlegern manchmal für Verwirrung sorgte: Es gab zwei Arten von Anteilen. Die stimmberechtigte Inhaberaktie und den stimmrechtslosen Genussschein (GS). Das ändert sich in dieser Woche, denn Roche tauscht die Genussscheine in sogenannte Partizipationsscheine um.
Die wichtigsten Eckdaten:
- Letzter Handelstag (GS): 16. März 2026
- Erster Handelstag (PS): 17. März 2026
- Neues Tickersymbol: ROP
- Alte ISIN (GS): CH0012032048 WKN: 855167
- Neue ISIN (GS): CH1499059983 WKN: A424UK
Warum macht Roche das?
Bisher waren Genussscheine rechtlich gesehen eine Besonderheit ohne Nennwert. Durch den Wechsel zu Partizipationsscheinen (PS) mit einem Nennwert von 0,1 Rappen wird die Struktur moderner und flexibler. Für die Firma ist hier wohl einer der wichtigsten Gründe, dass sie mit den neuen Partizipationsscheinen bei Bedarf einfacher neues Kapital aufnehmen kann (z. B. für große Firmenübernahmen), was mit den alten Genussscheinen so nicht möglich war.
Was passiert beim Umtausch im Depot?
Wenn du Genusscheine von Roche hattest, ändert sich fast nichts, es kann lediglich ein wenig dauern, bis die Maßnahme vom Broker umgesetzt wurde. Das Verhältnis ist 1:1, wenn du also 10 Roche-Genussscheine hattest, hast du nach der Maßnahme 10 Roche-Partizipationsscheine im Depot. Deine Bank erledigt das in der Regel automatisch im Hintergrund. Du musst nicht aktiv werden und bleibst weiterhin voll dividendenberechtigt.
Ich habe selbst Genussscheine von Roche bei der DKB* und Stand heute sind sie noch nicht umgetauscht worden. Wenn sich hier etwas tut, gibt es ein kurzes Update.
Was passiert, wenn man Inhaberaktien besitzt?
Wenn du die „echte” Roche-Aktie (mit Stimmrecht) (ISIN: CH0012032113 WKN: 851311) besitzt, ändert sich für dich Folgendes: Um die Aktien und die neuen Partizipationsscheine rechtlich gleichzustellen, wird der Nennwert der Aktie von 1,00 CHF auf 0,1 CHF gesenkt. Als Ausgleich für diese Senkung erhältst du eine Rückzahlung in bar von ca. 0,999 CHF pro Aktie. Das Geld wird deinem Verrechnungskonto gutgeschrieben. Einen Unterschied gibt es hier vermutlich bei der steuerlichen Behandlung:
In der Schweiz ist so eine Rückzahlung nach Schweizer Recht normalerweise steuerfrei (es fallen keine 35 % Verrechnungssteuer an), da es sich technisch gesehen nicht um einen Gewinn, sondern um eine Rückzahlung von Einlagen handelt.
In Deutschland behandeln Banken solche Nennwertrückzahlungen aus dem Ausland häufig oft wie eine „normale“ Dividende. Das bedeutet dann, dass wenn dein Freistellungsauftrag ausgeschöpft ist, die Bank darauf die deutsche Abgeltungssteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) einbehält. Hier kochen die Banken stellenweise auch ihr eigenes Süppchen. 😅
Genussscheine vs. Partizipationsschein
Der Hauptunterschied zwischen einem Genussschein und einem Partizipationsschein liegt in der rechtlichen Natur und dem Nennwert. Während der Genussschein in der Regel kein „echtes” Grundkapital darstellt und keinen Nennwert besitzt, ist der Partizipationsschein (PS) rechtlich gesehen eine stimmrechtslose Aktie. Diese hat einen festen Nennwert (bei Roche künftig 0,1 Rappen), wodurch sie ein fester Bestandteil des Unternehmenskapitals wird. Das klingt nach einem technischen Detail, hat für das Unternehmen selbst jedoch einen großen Vorteil: Da der Partizipationsschein eine klare Kapitalstückelung aufweist, kann Roche ihn viel einfacher neu herausgeben, um bei Bedarf frisches Geld an der Börse einzusammeln, zum Beispiel für größere Akquisitionen. Für dich als Privatanleger ändert sich wirtschaftlich kaum etwas, da du nach wie vor bei beiden berechtigt bist, eine Dividende zu erhalten. Dir entsteht jedoch kein Mitspracherecht bei der Generalversammlung, wie es bei Inhaberaktien der Fall wäre.
Sind Partizipationsscheine dasselbe wie Aktien?
Wirtschaftlich betrachtet: Ja. Rechtlich gesehen: Nein. Roche stellt hier im Bereich der Investor-Relations klar, dass jeder Partizipationsschein (PS) die gleichen Vermögensrechte wie eine Inhaberaktie genießt. Das bedeutet, du erhältst pro Schein die gleiche Dividende und hättest im Falle einer Firmenauflösung den gleichen Anspruch auf den verbleibenden Erlös. Der einzige Unterschied ist die Mitbestimmung: Die Aktie beinhaltet ein Stimmrecht bei der Generalversammlung, der Partizipationsschein ist hingegen, wie der bisherige Genussschein, ohne Stimmrecht.
Für deutsche Anleger ist der Partizipationsschein am ehesten mit der der Vorzugsaktie (VZ) vergleichbar, mit dem kleinen Unterschied, dass es bei Roche in der Schweiz üblicherweise keine höhere „Zusatz-Dividende“ als Entschädigung für das fehlende Stimmrecht gibt, sondern beide Papiere erhalten den gleichen Betrag.
Warum kaufen Anleger überhaupt Partizipationsscheine?
Der Hauptgrund liegt oft beim Anschaffungspreis: Da das Stimmrecht für Großinvestoren einen Wert hat, wird die Inhaberaktie an der Börse oft mit einem Aufpreis gehandelt. Dadurch ist der Partizipationsschein im Vergleich günstiger. Wer also für weniger Geld dieselbe absolute Dividende erhält, erzielt am Ende eine höhere Dividendenrendite. Oft ist der Partizipationsschein auch liquider, also leichter handelbar, da die stimmberechtigten Aktien bei Schweizer Traditionsfirmen häufig fest in den Händen der Gründerfamilien liegen und kaum an der Börse zirkulieren.
Weitere Intos & Quellen
- Roche Verwaltungsrat schlägt Umtausch von Genussscheinen in Partizipationsscheine vor
- Roche Aktie: Häufig gestellte Fragen
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