Bavarian Value, Servus!

Servus! Heute folgt auch schon das nĂ€chste Interview – dieses mal gibt es gleich 2 GĂ€ste, Dani und Andi – die Value Investoren von BavarianValue stellen sich vor und berichten ĂŒber ihren Werdegang. Viel Spaß!

1. ErzĂ€hlt den Lesern ein wenig ĂŒber euch, wie alt seid ihr  was arbeitet oder studiert ihr und womit beschĂ€ftigt ihr euch hauptsĂ€chlich in euren Leben? (Abseits der Börse.)

Dani: Servus und zunĂ€chst einmal vielen Dank fĂŒr die Einladung Lisa! Mein Name ist Daniel und ich bin 29 Jahre alt. Ich habe an der Uni Regensburg meinen Master in VWL gemacht und arbeite nun seit gut 2 Jahren bei einem der grĂ¶ĂŸten Lebensmittel-Discounter Deutschlands in der IT als Produktmanager. Neben der Börse liegen meine Interessen vor allem beim Reisen und bei Comics (primĂ€r Marvel).

Andi: Servus und auch ein herzliches Dankeschön von mir fĂŒr die Einladung zum Interview. Ich heiße Andreas, bin 30 Jahre alt und arbeite bei einem deutschen Automobilzulieferer als Data Analyst im Bereich Investor Relations. Abseits von Value Investing mache ich gerne Sport und teile sowohl die Reise- als auch die Comicleidenschaft mit Dani.

2. Wie seid ihr zu den Themen Aktien, Investieren und der Börse gekommen?

Dani: Meine erste Aktie habe ich vor gut 10 Jahren gekauft und das ging ziemlich nach hinten los. Es handelte sich um die Commerzbank, ich denke da muss ich nicht mehr viel dazu sagen. Ich stand damals noch ganz am Anfang und mit richtigem Investieren hatte das noch nicht wirklich viel zu tun. Schlussendlich war es einfach ziemlich planloses Spekulieren. Die Geschichte endete mit einem Verlust von ĂŒber 60%. Ernsthaftes Investieren ging dann eigentlich nach dem Bachelor-Studium los als Andi und ich auf den Namen Warren Buffett gestoßen sind – abseits der Uni sollte ich hier vielleicht noch erwĂ€hnen. Durch Warren Buffett, Charlie Munger, Benjamin Graham und all die anderen großen Value Investoren haben Andi und ich das Konzept des Value Investings kennen gelernt und eben auch gesehen, dass man an der Börse langfristig erfolgreich sein kann. Und seit gut 4 Jahren setzen Andi und ich nun unsere eigene Value Investing Strategie um.

Andi: Wenn ich ehrlich bin, habe ich ernsthaft mit dem Investieren begonnen als, Dani und ich auf den Namen Warren Buffett gestoßen sind. Da ich auch VWL studiert habe, bin ich mit dem Thema Börse in BerĂŒhrung gekommen. Allerdings hat mich erst der Ansatz von Buffett, Munger, Graham und Co. so richtig gepackt und ĂŒberzeugt, wodurch ich dann erst richtig angefangen habe zu Investieren.

3. Verfolgt ihr eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsÀchlich in euren Depots?

Dani: Wie schon erwĂ€hnt, sind wir ĂŒberzeugte Value Investoren. Man kann unseren Value Investing Ansatz wohl als eine Mischung aus Value, Quality und Growth bezeichnen, aber uns ist es auch egal wie man das Kind nun tauft. Es geht uns eigentlich immer darum qualitativ hochwertige Unternehmen zu finden, in diese zu einem grĂŒnsten Preis zu investieren und langfristig vom Unternehmenserfolg zu profitieren. Ein wichtiger Punkt fĂŒr ist dabei, dass wir in unserem Kompetenzkreis, sprich unserem Circle of Competence wie ihn Buffett so schön nennt, bleiben. Wir möchten nur in Unternehmen investieren, deren GeschĂ€ftsmodell wir verstehen oder deren Produkte und Dienstleistungen wir im besten Fall auch noch selbst kaufen oder in Anspruch nehmen wie z.B. Alphabet (Google, YouTube) oder Disney. Aus diesem Grund schließen wir auch manche Branchen aktuell komplett aus wie bspw. die Pharmabranche, da wir davon einfach keine Ahnung haben. Und wie schon Buffett sagte: “If you’ve been playing poker for half an hour and you still don’t know who the patsy is, you’re the patsy.”

Andi: Weil meine Investitionsstrategie deckungsgleich mit der von Dani ist, lasse ich Charlie Munger zu Wort kommen: „Ich habe dem nichts mehr hinzuzufĂŒgen.“

4. Habt ihr einen Aktientipp, oder verfolgt ihr gerade ein Unternehmen ganz besonders? (Wenn ja, warum?)

Dani: Mit Aktientipps ist das immer so eine Sache. Wir stellen auf unserem Blog regelmĂ€ĂŸig neue und spannende Unternehmen anhand von detaillierten Analysen vor und teilen unseren Lesern auch unsere persönliche EinschĂ€tzung mit. Aber es ist schlicht und ergreifend auch nur unser persönliches Fazit zum jeweiligen Unternehmen, andere Investoren sehen das womöglich auch ganz anders. Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder selbst seine eigenen Gedanken zu einem potentiellen Investment macht.

Aber nichts destotrotz gibt es ein britisches Unternehmen, welches Premium-MischgetrĂ€nke fĂŒr Gin Tonic etc. herstellt, das ich zu einem passenden Preis sehr interessant finden wĂŒrde. Dazu erscheint demnĂ€chst auch ein Artikel auf unserem Blog. 😉

Andi: Ich gebe grundsĂ€tzlich keine Anlageempfehlungen aus zwei sehr unterschiedlichen GrĂŒnden. Zum einen darf ich das rein rechtlich nicht. Zum anderen, was noch viel wichtiger ist, dass – außer natĂŒrlich nicht verklagt zu werden – jeder Mensch andere Vorstellungen und Ziele hat was Investments betrifft. Ich rede mit jedem, den es interessiert, ĂŒber meine Ansichten von Aktien und was ich von bestimmten Unternehmen halte. Ob es jedoch fĂŒr die bestimmte Person auch geeignet ist, muss jeder selbst entscheiden. Wenn man aber die letzten Trades in unserem wikifolio anschaut, sieht man wahrscheinlich trotzdem sehr schnell worauf wir zu dem jeweiligen Zeitpunkt gesetzt haben. 🙂

5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt ihr um Aktien zu bewerten und auszuwÀhlen?

Dani: Unsere Quellen sind sehr unterschiedlich. Um potentielle Investments zu finden greifen wir so ziemlich auf alles zurĂŒck, was uns in die Quere kommt. Das können diverse Aktienscreener sein, Magazine und Zeitschriften, Blogs und Instagram oder manchmal auch ein achtsamer Gang durch den Supermarkt oder die Stadt. Wobei Trendlink hier noch ein recht unbekannter Screener der anderen Art ist, den wir herausheben möchten. Anders als bei den ĂŒblichen Screenern, bei denen man Kennzahlen eingibt und oft dann doch nichts Gescheites dabei rauskommt, kann man dort gezielt nach den unterschiedlichsten Branchen suchen und sich so seine Inspiration holen.

Bei der Analyse selbst gehen wir primÀr auf den GeschÀftsbericht des jeweiligen Unternehmens. Wobei wir auch AlleAktien und AlleAktien Quantitativ durchaus hilfreich finden.

Andi: Das Beste ist wirklich mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Wenn man ein Interesse fĂŒr Aktien hat fragt man sich zwangslĂ€ufig beispielsweise immer wieder „Von wem ist der Kaffee eigentlich, den ich gerade trinke?“ oder „Wer stellt die SĂŒĂŸigkeiten her, die so verdammt lecker sind?“.

Ich schaue auch immer wieder gerne die kostenlosen Aktienanalysen bei Aktienfinder.net an um mir Inspiration zu holen.

Man kann auch bei onvista den gleichnamigen Aktien-Finder anschmeißen und Unternehmen durch ein paar fundamentale Kennzahlen eingrenzen.

6. Wie kam es dazu, euren Instagram Account zu erstellen, welche Motivation habt ihr und wo soll es noch hingehen?

Dani: Unsere Social-Media-KanĂ€le wie Instagram, Facebook und Twitter haben wir im Zuge unserer Website ins Leben gerufen. Aber bevor Bavarian Value selbst online ging, gab es unser wikifolio. Unser langfristiges Ziel ist es in Richtung Vermögensverwaltung zu gehen, Ă€hnlich den frĂŒhen Partnerships von Warren Buffett. Und unser wikifolio ist der erste Schritt auf diesem Weg, da hier jeder transparent nachverfolgen kann, was wir mit unserer Strategie eigentlich so treiben bzw. bewerkstelligen (keine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung). Ehrlicherweise diente und dient unser Blog immer noch dazu mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen.

Aber nicht nur das: Wir analysieren fĂŒr unser Leben gerne Unternehmen und durch den Blog haben entdeckt, dass es auch fĂŒr uns persönlich hilfreich ist, wenn wir die Analysen niederschreiben. Durch hochwertige Analysen können wir auch unseren Lesern einen Mehrwert bieten, wodurch eine Win-Win-Situation fĂŒr alle entsteht. Und das gefĂ€llt uns.

Andi: Dani hat eigentlich schon alles gesagt. Uns macht es einfach unglaublich Spaß Unternehmen zu analysieren und anscheinend interessiert es andere Leute auch was wir so treiben. Deswegen bietet unser Blog und auch Instagram einfach eine wunderbare Gelegenheit der Welt das auch zu zeigen – und zwar transparent und ehrlich. Wir legen großen Wert darauf so authentisch wie möglich rĂŒberzukommen und gehen deswegen auch regelmĂ€ĂŸig auf unsere Fehler ein.

7. Habt ihr eine Aktie im Depot, die ihr niemals verkaufen wĂŒrdet und habt ihr eine Lieblings Aktie?

Dani: Das ist zum Schluss aber noch eine schwierige Frage. In der Regel investieren wir mit dem Vorsatz uns langfristig bzw. fĂŒr immer an einem Unternehmen zu beteiligen, sollte nicht irgendetwas grundsĂ€tzlich schief gehen.

Zudem sollte man eigentlich beim Investieren emotionslos vorgehen, aber da wir alle Menschen sind, klappt das wohl nicht immer. Da ich mich doch als Nerd und großen Marvel-Fan bezeichne, wĂ€re mein Lieblingsunternehmen wohl Disney.

Andi: An und fĂŒr sich bin ich ein großer Freund davon an der Börse GefĂŒhle außen vor zu lassen. Da ich aber auch nur ein Mensch bin, gibt es natĂŒrlich Aktien, von denen ich einfach zu 100% ĂŒberzeugt bin. Wie Dani wĂŒrde ich wohl ebenfalls Disney wĂ€hlen. Hier passt einfach so gut wie alles.

Ein Nerd investiert

Heute im Interview: Daniel, der selbsternannte Nerd erzĂ€hlt uns ein wenig ĂŒber seine Investmentstragegie und seinen Weg an der Börse. Viel Spaß!

1. ErzĂ€hle den Lesern ein wenig ĂŒber dich, wie alt bist du was arbeitest oder studierst du und womit beschĂ€ftigst du dich hauptsĂ€chlich in deinem Leben? (Abseits der Börse.)

Hallo zusammen, ich bin Daniel, 38 Jahre alt und arbeite als Physiker an einem Forschungsinstitut. Jenseits der Arbeit verbringe ich meine Zeit hauptsĂ€chlich mit dem Lesen und Hören ĂŒber Finanzthemen, aber auch mit dem Krafttraining (bzw. Powerlifting), das ich — wenn nicht gerade Pandemie ist — 4x die Woche betreibe.


2. Wie bist du zum Thema Aktien, Investieren und der Börse gekommen?


In meiner Verwandtschaft war die Grundeinstellung gegenĂŒber der Börse eher negativ — Spekulation, Geld verlieren, unmoralisch andere Leute ausbeuten — diese Stichworte schwebten ĂŒblicherweise in der Luft, wenn die Rede von dem Thema war.

So richtig mit der Nase auf die Börse gestoßen wurde ich erst, als ich Podcasts fĂŒr mich entdeckt habe: Meine ersten Aktienpodcasts waren der von Nils Steinkopff, sowie Aktien mit Kopf.

3. Verfolgst du eine Investitionsstrategie und was findet man hauptsÀchlich in deinem Depot?


Über die oben genannten Podcasts bin ich schnell auf Value Investing aufmerksam geworden und war begeistert von dessen rationalem Ansatz. Unter Value Investing verstehe ich selber eher nicht den klassischen Ansatz nach Benjamin Graham, wo man “den letzten Zug aus einem Zigarrenstummel nimmt”, wie es Warren Buffett formuliert hat, sondern eine Investition in dauerhaft stabile und möglichst wachsende Unternehmen. Dies aber immer unter der Bedingung, dass sie derzeit stark unterhalb ihres “intrinsischen Wertes” gehandelt werden, den ich vorher fĂŒr mich bestimmt habe.

Was die Diversifikation betrifft, beschrĂ€nke ich mich auf max. 8 Werte, da darĂŒber kein großer Vorteil mehr zu erzielen ist (auch ein MSCI World mit 1600 Firmen verliert mal eben 30% oder mehr in der Krise). Diese beschrĂ€nkte Anzahl ermöglicht es mir auch, alle meine Firmen aufmerksam zu verfolgen.

Ich habe keinen besonderen Branchenfokus, habe bisher aber noch wenig Ahnung von Banken, Versicherung sowie Pharmafirmen. Ich lese aber ungemein gern und will solche LĂŒcken zukĂŒnftig schließen.

4. Hast du einen Aktientipp oder verfolgst du gerade ein Unternehmen ganz besonders?

Ich besitze eher unbekannte Unternehmen. KĂŒrzlich habe ich mir eine Firma namens Robert Half International angesehen, welche Personalvermittlung und Beratung betreibt. Sie zeigen ein langjĂ€hrig stabiles Wachstum bei Null Schulden — schon mal nicht schlecht. Inzwischen habe mir ein Bewertungsschema ĂŒberlegt, das ich auf meinem Instagram Kanal — den NerdScore.

5. Welche Informationsquellen oder Tools nutzt du um Aktien zu bewerten und auszuwÀhlen?
Auf meine Investition werde ich ĂŒber Screener (z.B. tradingview, finviz), Podcasts oder Kontakte mit anderen Value Investoren aufmerksam. Nach einem Blick auf die wichtigsten Zahlen geht mein nĂ€chster Schritt dann immer auf die Suchmaschine.
“<Firmenname> investor relations” fĂŒhrt so gut wie immer zu meinem ersten Ziel, nĂ€mlich zu einer Webseite, wo man die Jahresberichte des Unternehmens findet. Diesen lese ich dann, allerdings nicht von vorne bis hinten wie einen Roman, sondern selektiv. Dabei gehe ich nach einer Checkliste vor, die mir eine Beurteilung der StabilitĂ€t des Unternehmens usw. ermöglichen soll. Am Schluss steht die Bewertung, die ich mit einer selbst gebastelten Spreadsheet-Tabelle vornehme.
Außerdem lese ich sehr gerne BĂŒcher von bekannten Value Investoren, bspw. von Charlie Munger, Peter Lynch, Joel Greenblatt (diese drei sind meine Lieblinge). Es gibt noch viele weitere, daher ist meine Leseliste noch lang.

6. Wie kam es dazu, deinem Instagram Account zu erstellen welche Motivation hast du und wo soll es fĂŒr dich noch hingehen?

Nachdem ich mich erstmal in die Börse reingefuchst hatte, ist mir der krasse Kontrast zu meiner frĂŒheren Wahrnehmung klar geworden, und ich wusste, dass ich etwas gegen diese verzerrte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit tun wollte. Außerdem habe ich gemerkt, dass die Informationen ĂŒber Value Investing auf Deutsch ziemlich dĂŒnn gesĂ€t sind (und die guten BĂŒcher auf Deutsch leider total bescheuerte Titel haben…). Daher erklĂ€re ich auf meinem Account die Grundlagen des Investierens nach “Value”-Art und freue mich ĂŒber die Interaktion mit anderen Investoren. Das ganze ist eine absolute Win-Win-Situation, da ich auch selber sehr viel dabei lerne und so meine eigenen Investitionstechniken verfeinern kann, was mir selber auch sehr zugute kommt.

Vor kurzem habe ich außerdem das Social Trading fĂŒr mich entdeckt: Hier kann man praktisch als Manager eines eigenen Fonds agieren, der bei genĂŒgend Interesse sogar investierbar wird. Das finde ich ein super Konzept — hier kann man sich beweisen und trĂ€gt auch nicht die ganzen Fesseln, die einen institutionellen Fondsmanager in seiner Freiheit beschrĂ€nken.

7. Hast du eine Aktie in deinem Depot, die du niemals verkaufen wĂŒrdest und hast du eine Lieblings Aktie?


Meine “Lieblingsaktie” ist derzeit Capri Holdings, die ich wĂ€hrend des Corona-Crashs wirklich im absoluten Dip erwischt habe: sie liegt derzeit um die 210% im Plus. Verkaufen wĂŒrde ich sie aber trotzdem, wenn ich der Meinung bin, dass sie ihr sinnvolles Steigerungspotential ausgeschöpft hat.